Nun werden es auch die von LAMPIS prognostizierten Geister-Spiele

Kommentar

Nebenbei bemerkt

(Tokio/Krefeld
09. Juli 2021) Mittlerweile sind es nur noch lapidare Meldungen zum sich ausbreitenden Infektionsgeschehen in Tokio (der Höchststand von Mai 2021 ist fast erreicht), die zunächst durch den digitalen und mit eintägiger Zeitverzögerung den analogen, bedruckten Blätterwald rauschen. Das Unvermeidliche trat ein. Die japanische Regierung rief ab kommenden Montag den neuerlichen Corona-Notstand für die 38-Millionen-Metropole des Inselstaates im Pazifik aus. Damit einhergehend haben die Gastgeber nach Beratungen mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) auch den Ausschluss aller heimischen Zuschauer von den Wettbewerben in Japans Hauptstadt beschlossen. „Wir hatten keine andere Wahl“, äußerte sich Organisationschefin Seiko Hashimoto gegenüber einer inländischen Nachrichten-Agentur. Zur Erinnerung: Ursprünglich war es geplant bis zu 10.000 heimische Fans, maximal 50 Prozent der Sportstätten-Kapazität, zu den Wettbewerben zuzulassen.

Keine Frage: Eine weise Entscheidung!

Fraglos eine weise Entscheidung zum Schutze der lediglich zu 15 Prozent zweimal geimpften Bevölkerung. Und es erfüllt uns nicht einmal mit Genugtuung oder gar Häme, dass wir mit der Vorab-Ergänzung in Klammern richtig liegen, die da im vollen Wortlaut zuletzt hieß: Bei den Olympischen (Nachhol- und Geister-) Spielen vom 23.Juli bis 08.August 2021 in Tokio. Aber wer schützt die erwarteten rund 11.300 Athleten aus 206 Nationen und vielen Tausend Helfer rund um dieses Spektakel? Die einen müssen zum friedlichen Wettstreit aus der so genannten Blase (Bubble) raus, die anderen waren nie darin und stellen mithin eine potenzielle Ansteckungsgefahr dar.
Aber: „The Games must begin!“ Hoch lebe der Kommerz, was schert die Verantwortlichen der Rahmenwettbewerb eines „Superspreader-Events“ und womöglich ein paar Menschenleben? Ja, so schaut’s aus! Und der (deutsche) „Herr der Ringe“ Thomas Bach macht gute Miene zum perfiden Spiel dieser von unzähligen vernünftigen Bürgern aus aller Herren Länder, erst recht vieler Japaner, ungewollten Spiele.
Da schließe ich mich nicht aus, zeige Flagge. Selbst wenn es in Minderheit der Mut zur Lücke sein sollte.