Anderenorts werden wie selbstverständlich Sprintstaffeln gelaufen

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(Budapest/Šumperk/Krefeld 08. Juli 2021) Genügen wir noch der Chronistenpflicht, wenngleich es sich in diesen konkreten Fällen sehr übersichtlich gestaltet. Inzwischen haben wir gestern von unseren Kontaktleuten István Körösi (Ungarn) und Jana Čapková  (Tschechien) die umfangreichen Ergebnislisten von den Ungarischen Masters-Meisterschaften in Budapest und denen der Tschechen in Šumperk, jeweils vorigen Samstag, zugemailt bekommen. Um noch einmal unseren Beitrag „Mitunter pflegt der Teufel im Detail zu stecken“ aufzugreifen, gibt es eine unersprießliche Fortsetzung. Da sich in einem Falle mein Vorname in der Adresszeile befindet und es sich im anderen um eine Excel-Datei handelt, ist eine für alle Leser abrufbare Weiterverlinkung leider nicht möglich. Dumm gelaufen.

Sprinter László Müller Gaststarter in Ungarns Metropole

Nun würden allerdings hauptsächlich die ganz hartgesonnenen Freunde der Statistik auf ihre Kosten kommen. Denn die internationale Beteiligung und die aus Deutschland an diesen jeweils offen ausgeschriebenen Titelkämpfen hielt sich in des Wortes doppelter Bedeutung in sehr übersichtlichen Grenzen. Ohne den Anspruch auf Vollständigkeit erheben zu wollen, habe ich beim Scrollen durch die vielen Seiten lediglich zwei Gaststarter bei den „Ungarischen“ entdeckt. Darunter László Müller (*1956; im Bild) vom LAC Quelle Fürth. Der 65-jährige Wahl-Franke mit ungarischen Wurzeln wurde außerhalb der Wertung jeweils Zweiter über 100 (13,88) und 200m (28,95sec.) der M65.
Was mir hier wie dort und auch bei den Sächsischen Senioren-Meisterschaften in Regis-Breitingen (wir berichteten) aufgefallen ist: Es wurden Sprintstaffeln gelaufen. Das hat der DLV für die Senioren-DM frühzeitig kategorisch ausgeschlossen. Gibt es dafür einen triftigen, nachvollziehbaren Grund? Nein!

Schizophren: Gemeinsam anreisen, aber keine Staffel laufen dürfen

Wenn vier Sprinter/innen neben- und hintereinander sitzend gemeinsam in einem PKW über meinetwegen drei Stunden nach Baunatal fahren, weshalb sollten sie nicht alle Mann oder Frau hoch nacheinander den Staffelstab berühren dürfen? Honigblühender, schizophrener Schwachsinn! Da wird die vermeintliche Infektionsmöglichkeit mit Corona-Viren auf die Spitze getrieben. Die aufkommende Frage ist beim Tennis, übrigens beim Doppel auch ein Quartett, durch einen anerkannten Aerosol-Experten, Name entfallen, bereits im Vorjahr längst beantwortet worden. Dergestalt,
dass mutwillig regelrecht Speichel aus dem Mund auf die gemeinsam benutzten und berührten Bälle gespuckt werden müsste, um eine theoretische Infektionsgefahr heraufzubeschwören. Und vor allem werden allein die Senioren männlich wie weiblich von diesem Bannstrahl getroffen. Bei allen anderen Klassen sind die Sprintstaffeln im Meisterschaftsprogramm enthalten.
Aber das Messen mit zweierlei Maß in derselben Sache ist beim DLV mit seinen Leuchtturmprojekten und der selbst ernannten weltweiten Strahlkraft ja nichts Neues.