Weltrekord des "Local Hero" verlieh Juwelen-Meeting zusätzlichen Glanz

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(Oslo/Krefeld, 02. Juli 2021) Wenn nicht jetzt, wann dann wurde der anspruchsvolle Arbeitstitel „Diamond League Meeting“ mit Leben erfüllt, dazu noch mit einem besonderen Prädikat und Zertifikat versehen. Der norwegische „Local Hero“ Karsten Warholm verbesserte bei seinem Heimspiel im Bislett-Stadion in Oslo vor hochentzücktem Publikum zum abendlichen Kehraus der gestrigen Veranstaltung um 21:51 Uhr den Uralt-Weltrekord des US-Amerikaners Kevin Young (46,78 sec.) von den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona um acht Hundertstel auf 46,70 und seinen eigenen Europarekord (46,87) um 17/100 Sekunden. Immerhin durfte Constantin Preis vom VfL Sindelfingen von sich sagen, in einem historischen Weltrekordrennen dabei gewesen zu sein. Allerdings musste er als Fünfter in 49,79 Sekunden die nicht unwichtige Erfahrung sammeln, dass auf internationalem Terrain im übertragenen Sinne ein anderer Wind weht und die Luft wesentlich dünner ist. Seiner Bestzeit von 48,60 rannte er proppere 1,19 Sekunden hinterher.

Christin Hussong profitierte von der hirntoten Regelung

Da kann Speerwerferin Christin Hussong (SBL 69,19m) vom LAZ Zweibrücken weitaus mehr Routine in die Waagschale legen. Beim Gipfeltreffen der beiden Weltjahresbesten mit Maria Andrejczyk (SBL 71,40m) aus Polen gewann sie die Preisgeld-Wertung. Doch rein sportlich gesehen und mit normalen Maßstäben gemessen war es ein Muster ohne Wert. Die 27-jährige Pfälzerin profitierte nämlich von der allein in diesem Wettbewerb vom federführenden Weltverband World Athletics (WA) angewandten hirntoten Regel, wonach in den horizontalen Sprüngen und bei Stoß/Wurf der beste letzte Versuch der bis dahin drei Erstplatzierten entscheidet (wir berichteten mehrfach). Den hatte Hussong mit 60,95 zu 60,35m, die Tagesbestweite buchte jedoch die Polin mit 62,67 und 62,62m in dieser per Saldo enttäuschenden, lediglich von der Spannung lebenden Konkurrenz in einer Zentimeter-Entscheidung um Streichholzlänge für sich.

Gerechter Ausgang sprach zweimal für Weitspringerin Malaika Mihambo

Weitsprung-Weltmeisterin Malaika Mihambo von der LG Kurpfalz war in der umgekehrten Richtung schon einmal Opfer und Leidtragende dieser absurden Regelung. Diesmal war mit 6,86 und 6,83m beides vor der Serbin Ivan Spanovic (6,66/6,61m) deutlich auf ihrer Seite. Was als Krönung fehlte, war der erste 7-m-Sprung der olympischen Saison. Der ist auch in Tokio angebrachter. Bleibt indes als erfreuliches Fazit zu konstatieren, dass die Badenerin ihre Anlaufsicherheit zurück erlangt hat und bei Verzicht auf den vierten Durchgang ausschließlich gültige Versuche produzierte.
Und der verbleibende Rest vom fünfköpfigen deutschen Fest? Der Auftritt von Dreisprung-„Wundertüte“ Max Heß von der LG Erdgas Chemnitz mit mal Top (SBL 17,13m), mal Flop endete als Fünfter mit anspruchslosen 16,45m und war abermals  der Kategorie bescheiden zuzuordnen. 800-m-Läuferin Katharina Trost von der LG Stadtwerke München bewegte sich in etwa im Rahmen ihrer Möglichkeiten (SBZ 1:58,68), schrammte als Sechste in 2:00,02 Minuten denkbar knapp an der Schallmauer vorbei.

Salomonisch: Zufall sorgte für die gute alte Wertung beim Diskuswurf der Männer

Schauen wir mit einem Kuriosum am Rande noch über den eigenen Tellerrand zum Diskuswurf der Männer. Der Schwede Daniel Stahl und der Slowene Kristjan Ceh, beide schon über 70 Meter in dieser Saison, blieben im finalsten aller Durchgänge mit 65,72m weitengleich. So musste die gute alte und zudem gerechte Wertung herhalten, die mit 68,65 zu 66,68n für den kolossalen Mann aus
Schweden-Stahl" sprach. Dritter wurde Lukas „Lucky Luke“ Weißhaidinger aus Österreich mit 65,72m (61,03m).
Alle Resultate, nach eigenen Vorlieben selektierbar nach Disziplinen, unter dieser Verlinkung.