Gleich zwei Veranstaltungen in der Leichtathletik-Diaspora Nordrhein

  • Drucken

(Ratingen/Sonsbeck/Krefeld, 18. Juni 2021)  Na, da schau an. Wobei die NADA (= Nationale Anti-Doping Agentur; steht im Spanischen übrigens für „nichts“) zumindest an einem Schauplatz garantiert auch aufschlagen wird. Doch zum Ausgangs-Na. Ausgerechnet auf dem Hoheitsgebiet des Leichtathletik-Verbandes Nordrhein (LVN), das seit Corona zur Leichtathletik-Diaspora verkommen ist, finden an diesem Wochenende gleich zwei Veranstaltungen statt. Eine elitäre, mit handverlesener Teilnehmerzahl von 18 Zehnkämpfern und 19 Siebenkämpferinnen sowie einem auserwählten „Premieren-Publikum“ (die wollen meist unterhalten werden und nicht zur Unterhaltung beitragen) von 250 Zuschauern beim traditionellen, im Vorjahr ausgefallenen Mehrkampf-Meeting in Ratingen (Sa./So.).

608 (!) Teilnehmer von Klein bis Groß bei „50 Jahre Golden Moments“

Dazu als Gegenpol morgen von zehn bis 22 Uhr an satten zwölf Stunden in der beschaulichen 8.600-Seelen-Gemeinde Sonsbeck am unteren Niederrein ganz ohne das inzwischen handelsübliche Anforderungsprofil vermeintlicher Spitzen- und Berufssportler sage und schreibe 608 (!) „Normalos“ von Klein bis Groß aus 101 Vereinen. Das wird der dortige Sport-Verein (SV) mit dem Arbeitstitel „50 Jahre Golden Moments“ aus Anlass des Jubiläums der Leichtathletik-Abteilung im Willy-Lemkens-Sportpark“ buchstäblich auf die Beine stellen. Dank günstiger Inzidenzwerte ohne Testpflicht, aber selbstverständlich mit den immer noch unerlässlichen Vorsichtsmaßnahmen.
Ein paar Spitzenathleten*innen verschiedener Bundeskader werden indes auch dabei sein. Stellvertretend sei Kugelstoßerin Julia Ritter vom TV Wattenscheid genannt, die sich bei einer absoluten und saisonalen Bestleistung von 18,14m nicht weniger als die Olympianorm von 18,50m vorgenommen hat. Die haben bislang hierzulande erst Sara Gambetta (18,86m) vom SV Halle und Katharina Maisch (18,51m) vom LV 90 Erzgebirge erfüllt. Da wäre wohl noch Ex-Weltmeisterin Christina Schwanitz (im Bild) aus Dresden in der Hinterhand, die durch eine ziemlich einfältige, sorglose Wettkampfplanung geschlagene 14 Tage in Quarantäne zubringen musste und deswegen die DM sowie anderes mehr verpasste.

Ungünstige Wetterprognose könnte Strich durch die Normen-Rechnungen machen

Apropos Tickets für Tokio: Darum geht es auch für jene national und international, die dazu theoretisch und praktisch bei Normen von 8.350 und 6.420 Punkten in der Lage sind respektive sein sollten. Vorneweg Weltmeister Niklas Kaul (PBL 8.691 Punkte) vom USC Mainz, der in Götzis im langen Schatten von Sechsfachsieger Damian Warner (8.995) aus Kanada noch schwächelte (8.263), und die renommierte Carolin Schäfer (PBL 6.836 Punkte) von der LG Frankfurt, die noch kein diesjähriges Ergebnis vorzuweisen hat. Was die Ambitionen jedoch gehörig ins Wanken bringen könnte sind die für Sonntag prognostizierten Schauer und Gewitter bei warmen 27 Grad.
Die Meldelisten von Ratingen und alles zu Sonsbeck unter dieser Verlinkung.