DM der Männer/Frauen als "Durchlauferhitzer" auf dem Weg nach Tokio?

(Braunschweig/Krefeld, 04. Juni 2021) „Leuchtturm-Projekt 2.0“ des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV). Der Schauplatz ist wie schon im Vorjahr Braunschweig. Nämlich die DM der Männer und Frauen von heute bis Sonntag im Eintracht-Stadion an der Hamburger Straße, in das eine begrenzte Anzahl von 2.000 Zuschauern pro Tag pilgern dürfen. Endlich kann der DLV bei seinen stets „aufgehübschten“ Angaben mal ein ausverkauftes Haus verkünden. Der größten Attraktion sind diese als „Durchlauferhitzer“ für die möglicherweise stattfindenden Olympischen (Nachhol-)Spiele vom 23.Juli und 08.August im von Corona verseuchten Tokio dienenden Titelkämpfe im Rahmen der „Finals 2021“ von 18 Deutschen Meisterschaften allerdings beraubt. Der deutlich die Weltjahresbestenliste mit 96,29m anführende Speerwurf-Überflieger Johannes Vetter von der LG Offenburg verzichtet aufgrund einer leichten Oberschenkelverletzung als reine Vorsichtsmaßnahme auf einen Start.

David Storl und Christina Schwanitz nicht mit von der Kugelstoß-Partie

Und da gibt es schon noch ein paar abwesende Asse vergangener und aktueller Zeiten mehr. Sei stellvertretend der einstige Kugelstoß-Doppelweltmeister David Storl (*1990) vom SC DHfK Leipzig genannt, der seinen überhaupt ersten saisonalen Freiluftstart „wegen Rücken“ absagte. Seine prominente weibliche Kollegin Christina Schwanitz (*1985) vom LV 90 Erzgebirge hat sich gewissermaßen hausgemacht eliminiert. Die Quarantäne-Bestimmungen bei ihrem mit für sie indiskutablen 17,86m reichlich misslungenen Ausflug zur Diamond League nach Gateshead (Großbritannien) nicht beachtend, muss sie diese Sperre noch bis Sonntag aussitzen. Ob sie zu bedauern ist, sei dahingestellt. Bedauerlich ist es in jedem Fall für den Wettbewerb an sich und das nun ausfallende Duell mit der neuen deutschen Nummer eins Sara Gambetta (18,86m) vom SV Halle.

Viel Spannung im Diskuswurf der Männer und Frauen zu erwarten

Im Hinblick auf die zumindest theoretisch wahrzunehmende Olympia-Qualifikation dürfte es in beiden Diskuswurf-Konkurrenzen besonders hoch hergehen. Da haben jeweils mehr als drei Akteure die Normen von 66 Metern bei den Männern und 63,50m bei den Frauen erfüllt. Beim starken Geschlecht ist nach den Vorleistungen kein absoluter Titelfavorit unter den schwergewichtigen Recken auszumachen, bei den „Mädels“ sollte es derweil Kristin Prudenz vom SC Potsdam sein.
Aber nicht nur beim Fußball wird auf dem Platz abgerechnet, Vorschusslorbeeren zu vergeben hat sich schon oft genug als ausgesprochen trügerisch erwiesen.

Ausgerechnet schwacher Stabhochsprung der Frauen als Solo vorgezogen
 
Welch eine – erkenne sie, die Ironie – begnadete Dramaturgie der Wettkampfplanung: Die drei Meisterschaftstage werden heute um 15 Uhr mit dem Solo im Stabhochsprung der Frauen eröffnet. Was den DLV bewogen haben mag ausgerechnet diese Disziplin fernab internationalen Niveaus auszuwählen, wird sein Geheimnis bleiben. Denn Staat ist mit ihm nicht zu machen, wurde die Norm eigens auf 4,15 Meter herabgesetzt, um überhaupt ein achtköpfiges Finalfeld zusammenschustern zu können.
ARD und ZDF berichten in Schnipseln im Fernsehen von der Leichtathletik-DM, dazu in „Livestreams“ im Internet (siehe Link und anschließenden Kommentar).