Olympiamachern gingen rund 10.000 ehrenamtliche Helfer laufen

(Tokio/Krefeld, 03. Juni 2021) Eingedenk der allgemeinen Nachrichtenlage (meine unmaßgebliche klare Haltung ausgeklammert) fällt es schwer für die Sportler/innen aus aller Welt und die Sehleute an den Bildschirmen Optimismus zu verbreiten, dass die Olympischen (Nachhol-)Spiele auch tatsächlich vom 23.Juli bis 08.August 2021 in der japanischen 38-Millionen-Metropole Tokio nach 1964 ein zweites Mal stattfinden werden. Über 80 Prozent der Bevölkerung (126,3 Millionen) des Inselstaates im Pazifik haben sich wegen der Corona-Apokalypse für eine Absage ausgesprochen, erst jüngst plädierten auch der Ärztebund und die Krankenpfleger/innen der Hauptstadt dafür (wir berichteten). Das alles stieß (bislang) bei der japanischen Regierung, den zuständigen örtlichen Behörden und dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) mit seinem deutschen Präsidenten Thomas Bach in geradezu unglaublicher Ignoranz auf taube Ohren. Das Motto hieß vielmehr mit einem anderen Sinnesorgan: „Augen zu und durch“, hoch lebe der Kommerz.

Wann bekommen die ersten Aktiven bei heißem Herzen kalte Füße?
 
Wenn dir nicht geholfen wird, dann hilf der eben selbst, lautet offenbar die Devise der um ihre Gesundheit besorgten Bürger. Denn nun gibt es einen weiteren Rückschlag für die uneinsichtigen Olympiamacher: Einer Meldung des japanischen Fernsehsenders NHK von gestern zufolge haben bislang rund 10.000 der 80.000 für die Wettkampfstätten vorgesehenen „Volunteers“ (ehrenamtliche Helfer) ihre Dienstbereitschaft zurückgezogen. Der Herdentrieb könnte für weitere Vervielfältigung sorgen. Dann droht Schicht im Schacht. Wie prekär die Lage ist, zeigt auch dies: Zuletzt wurde der Corona-Notstand in Tokio bis zirka einen Monat vor dem mutmaßlichen Beginn der Spiele verlängert. Wann bekommen die ersten Aktiven aus aller Herren Länder eingedenk dieser unheilvollen Gemengelage bei heißem Herzen kalte Füße?