Johannes Vetter wuchtete den Speer auf formidable 96,26 Meter

(Chorzów/Götzis/Krefeld, 30.  Mai 2021) Wo anfangen, wo aufhören? Beginnen wir sukzessive mit den zwei Superlativen fantastisch und bombastisch, versuchen danach das Unmögliche, uns behutsam zu steigern. Der gegenwärtige Speerwurf-Überflieger Johannes Vetter (LG Offenburg) wuchtete in seiner Urgewalt bei der Team-EM im polnischen Chorzów sein sportliches Arbeitsgerät in geradezu verblüffender Konstanz und Brillanz nach einleitenden 94,24m im zweiten Durchgang auf 96,29m. Nur der Tscheche Jan Železný beim Weltrekord von 98,48m vor nunmehr 15 Jahren in Jena und Vetter selbst mit 97,76m am 06.September 2020 kurioserweise am selben Ort des Geschehens haben jemals weiter geworfen.
Aufgrund einer leichten Oberschenkelverletzung verzichtet der 28-jährige Wahl-Offenburger aus Dresden auf eine Fortsetzung des auf vier Versuche gekappten Wettbewerbs. Mittlerweile kann einem ohnehin angst und bange werden, ob der Weitenjäger seine alle weit überragende Form in dieser technisch fragilen Disziplin bis zu den etwaigen Olympischen (Nachhol-)Spielen vom 23.Julis bis 08.August 2021 im von Corona verseuchten Tokio zu halten vermag. Obschon es da bei der momentan abgehängten Konkurrenz (der Weltranglistenzweite wird mit 88,07m notiert) voraussichtlich nicht solcher Knalleffekte bedürfen wird

Damian Warner mit inoffiziösem Halbzeit-Weltrekord im Zehnkampf

Wären wir sogleich beim Stichwort und dem zweiten „Supermann“ dieses Leichtathletik-Wochenendes: Beim weltberühmten Mehrkampf-Meeting im Mösle-Stadion in Götzis (Österreich) stellte Damian Warner aus Kanada mit 4.743 Punkten einen inoffiziösen Halbzeit-Weltrekord im Zehnkampf auf. Der Kanadier steigerte die Bestmarke keines Geringeren als dem Olympiasieger, dreifachen Weltmeister und Ex-Weltrekordler (8.891 Punkte) Dan O’Brien aus den USA um fünf Zähler. Bezogen auf seine Zwischenbilanz zu seiner persönlichen Bestleistung von 8.795 Punkten im Jahre 2018 bei einem seiner fünf Erfolge in Götzis liegt der 31-Jährige 178 Punkte im Plus. Obschon sich Hochrechnungen bei noch ausstehenden 14 Stolpersteinen (der Hürdensprint birgt allein zehn) 
verbieten, könnte er sich nach dem Tschechen Roman Šebrle (9.026 Punkte), Amerikaner Ashton Eaton (9.039 und 9.045) und Franzosen Kevin Mayer (9.126) als Vierter im Bunde emporschwingen, der den 9.000er-Gipfel erklimmt. Noch zwei Dinge am Rande: Warner der Vielseitige würde mit seinen 10,14 Sekunden über 100 Meter und den 8,28m im Weitsprung garantiert unter den Spezialisten kommendes Wochenende Deutscher Meister in Braunschweig. Wetten, dass..

Weltmeister Niklas Kaul pirscht sich allmählich nach vorn

Derweil pirscht sich der amtierende Weltmeister Niklas Kaul vom USC Mainz im für seinen Klub untypischen schwarzen Trikot mit angeblich Flügel verleihende Werbung einer klebrigen Brause aus dem Gastgeberland auf seiner Brust als buchstäblicher Langsamstarter (11,37 sec. über 100m) allmählich nach vorn. Der 23-Jährige ist mit 4.126 Punkten Elfter. Noch vor ihm seine deutschen Mitbewerber Kai Kazmirek (7. mit 4.252) und Andreas Bechmann (9. mit 4.212), hinter ihm Mathias Brugger (15. mit 4.089) und Dennis Hutterer (20. mit 3.911).
Alle Zeiten, Höhen, Weiten bei weiterer deutscher Beteiligung in den Ergebnislisten im Zehnkampf der Männer und Siebenkampf der Frauen sowie von der Team-EM. Für Sehleute geht es in Livestreams um 10 Uhr aus Götzis und ab 13 Uhr aus Chorzów weiter.