Mit Jiří Soukup letzte verbliebene Protagonist von "Herbstgold" verstorben

(Hradec Králové/Krefeld, 22. Mai 2021) Bei den über zweijährigen Dreharbeiten zu dem 2010 in Essen uraufgeführten, später mit 14 internationalen Preisen überhäuften 94-minütigen Dokumentarfilm „Herbstgold“ von Drehbuchautor und Regisseur Jan Tenhaven waren die fünf Hauptdarsteller aus der Senioren-Leichtathletik bereits zwischen 80 und 100 Jahre alt. Nunmehr hat sich nach Ilse Pleuger (*19.11.1923, 19.09.2020; siehe Nachruf) aus Kiel mit dem Tschechen Jiří Soukup (*1927) der letzte Verbliebene aus der fünfköpfigen Altersriege von dieser gerade nicht sonderlich lebenswerten Welt für immer verabschiedet. Der tschechische Masters-Sportler ist vergangenen Donnerstag im Alter von 94 Jahren in einem Seniorenheim in seiner Heimatstadt Hradec Králové recht einsam und allein verstorben. Seine Frau und seinen Sohn vor etwa zwei Jahren durch einen tragischen Autounfall, hatte er schon vorher verloren.

Treppen im Hochhaus als Trainingsstätte genutzt

Ob in Lauf- oder Sprung-Wettbewerben – der vielseitige Jiří Soukup war bei internationalen Masters-Meisterschaften in den jeweiligen Altersklassen stets unter den Finalisten zu finden. Doch weltweit noch bekannter sollte der lebenslustige und fröhliche Tscheche, dem bei unserem Foto förmlich der Schalk aus dem Antlitz blitzt, durch den erwähnten, vielbeachteten und –gepriesenen Dokumentarfilm werden.
In diesen Personen-Geschichten mit lebensbejahendem Charakter über den Österreicher Dr.Alfred Proksch, dem deutschstämmigen, vor den Nazis geflohenen Wahl-Schweden Herbert Liedtke, der italienischen Olympia-Teilnehmerin Gabre Gabric und der Kielerin Ilse Pleuger stellte Soukop stolz seine Trainingsmethoden vor. Darin bezog er auch das von ihm in einem oberen Stockwerk bewohnte Hochhaus mit Treppenläufen und Treppensprüngen ein. Seinerzeit um- und versorgte ihn seine Ehefrau mit Massagen sowie einem speziellen, sportgerechten Ernährungsprogramm.
Wenngleich diese fünf wunderbaren Menschen, die ihre sportliche Heimat in der Leichtathletik gefunden hatten, nicht mehr unter uns sind, so leben sie nicht nur in der Erinnerung derer weiter, die sie leibhaftig gekannt und geschätzt haben, sondern darüber hinaus auch in dem mit dem Prädikat „Besonders wertvoll“ ausgezeichneten Film.
Gewissermaßen ein Denkmal in bewegten und bewegenden Bildern.
Mögen sie in der tröstend-romantischen Vorstellung irgendwo wieder vereint zu sein in Frieden ruhen!