Drastisch formuliert: Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um

(Tokio/Lausanne/Krefeld, 19. Mai 2021) Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Diese uralte Redewendung wird dem jüdischen Gelehrten Jesus Sirach zugeschrieben, der vor Christus in Jerusalem lebte. Selten zuvor kommt diesem drastisch-sarkastischen Spruch eine derartige Bedeutung zu, wie in diesen verdammten Zeiten der Corona-Apokalypse. Das sehenden Auges und bei klarem Verstand zu tun, grenzt nicht nur an, das wäre Harakiri. Eine japanische Erfindung und zugleich höchst unappetitliche Art, sich durch Bauchaufschlitzen selbst aus dem Leben zu befördern. Da fällt mir noch in diesem Zusammenhang mit selber Herkunft das Wort Kamikaze ein. Das waren jene japanischen Selbstmord-Piloten, die sich im zweiten Weltkrieg mit ihren Bombenflugzeugen auf feindliche Ziele und noch x andere in den Tod stürzten.
Und schon sind wir in der Neuzeit, aber immer noch in Japan. Mehrere Nachrichten-Portale berichteten gestern, dass sich nach einer neuesten repräsentativen Umfrage über 80 Prozent der japanischen Bevölkerung mit stetig steigender Tendenz gegen die Ausrichtung der Olympischen (Nachhol-)Spiele vom 23.Juli bis 08.August 2021 in ihrer 38-Millionen-Metropole Tokio aussprechen. Das sind  bei 80 von Hundert hochgerechnet 101 von insgesamt 126 Millionen Menschen. Denn gerade schwappt sinnbildlich die bereits vierte Corona-Welle in dem Inselstaat im Pazifik ans Ufer, wurde der Ausnahmezustand über den 31.Mai 2021 hinaus verlängert.

RTL.de titelte treffend: „NOlympia – Stimmung in Japan“

„NOlympia – Stimmung in Japan“, titelte RTL.de treffend (siehe Link). Dass bei dem verhängnisvollen Interessen-Mix das Internationale Olympische Komitee (IOC) mit Feudalsitz in Lausanne am Genfer See in der Schweiz die Münder wider aller Vernunft geschlossen hält und dem Standort angemessen Neutralität wahrt, ist kaum anders zu erwarten. Aber kann sich die parlamentarisch geführte demokratische Regierung eines Landes, dem als Symbolfigur ein Tenno (Kaiser) vorsteht, dermaßen über den mehrheitlichen Willen seines Volkes und der blanken Angst um die körperliche Unversehrtheit hinwegsetzen?!
Diese Frage wird mit jedem neuen Tag drängender. Es sind nur noch gut zwei Monate bis zur etwaigen Eröffnungsfeier. Und wie positionieren sich aktuell die Bundesregierung und der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) dazu, die schlussendlich in Verantwortung für die rund 400 deutschen Aktiven und des vermutlich genau so großen Begleittrosses stehen?  
Jedenfalls werden wir unsererseits nicht müde, gebetsmühlenartig auf die Interessenkonflikte von Kommerz, Sport, Politik und Gesundheit hinzuweisen. Fortsetzung folgt zwangsläufig. So oder so.