Deutsche Asse gehen beim Werfer-Europacup auf Normenjagd

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(Split/Krefeld, 07. Mai 2021) Wenn nicht in diesen Disziplinen, wo sonst lässt sich in besch… Zeiten wie diesen recht bedenkenlos, aber natürlich mit größtmöglicher Bedacht eine Leichtathletik-Veranstaltung durchführen? Eine rein rhetorische Frage. Dennoch die Antwort darauf: Der Werfer-Europacup in der idyllischen gelegenen Hafenstadt Split an der kroatischen Adria lockt morgen und Sonntag (Muttertag) 399 Athleten*innen aus 42 Nationen an. Darunter eine große deutsche Delegation, für die es, wie bei allen anderen mit entsprechendem Leistungsvermögen, zugleich um die Normerfüllung für die möglicherweise stattfindenden Olympischen (Nachhol-)Spiele vom 23.Juli bis 08.August 2021 in der von Corona besonders in den Würgegriff genommenen 38-Millionen-Metropole Tokio des Inselstaates Japan geht (große Bedenken und Zweifel sind weiterhin angebracht). Aber es gilt selbstverständlich für den Eventualfall gerüstet zu sein.

Kugelstoßer David Storl fehlt im DLV-Aufgebot

Die geschlechterübergreifende derzeitige deutsche Galionsfigur der Fraktion Stoß/Wurf hat dieses Thema bereits in eindrucksvoller Manier abgehakt. Speerwerfer Johannes Vetter von der LG Offenburg warf zum Saisoneinstand an seinem Wahl-Wohnsitz mal „eben“ mit 91,50m Weltjahresbestleistung (wir berichteten). Auf den 28-jährigen „Goldjungen“ in Lauerstellung werden in Kroatien nicht nur deutsche Augen gerichtet sein.
Ein ehedem Großer der Zunft wurde bereits vorher vergeblich in der Meldeliste gesucht. Der einstige Kugelstoß-Wunderknabe und zweifache Weltmeister (2011 und 2013) David Storl vom SC DHfK Leipzig fehlt im zwölfköpfigen DLV-Aufgebot. Wieso, weshalb, warum? Dem Verband ist es in einer riesigen, epischen Vorschau nicht mal eine Randnotiz wert. Leider auch ein Indiz dafür, dass sich der Stern des inzwischen 30-jährigen immerwährenden „Storli“ im Sinkflug befindet.
Die Werfer-Szene von jung bis sehr erwachsen, mich eingeschlossen, leidet mit. Dass in seinem
„Alter" noch ordentlich was möglich ist, hat gerade erst der 31-jährige US-Amerikaner Joe Kovacs mit formidablen 22,72m bewiesen, die nur 19 Zentimeter unter seiner Bestleistung liegen (wobei ich nicht übersehe, dass heutzutage sehr große Weiten auch Argwohn auslösen). Dazu müsste der sportlich einstmals frühreife Storl 22,01m stoßen. Doch bei ihm geht's seit 2015 (22,20m) mehr oder weniger stetig bergab bis runter knapp über 20 Meter.