Wer war zuerst da: Die Osterhäsin oder das Osterei?

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Kolumne

Das Wort am Oster-Sonntag

(Krefeld, 04. April 2021)
Nun wird sicherlich heute am hoch-heiligen Oster-Sonntag niemand siedend-heiße Nachrichten aus der – nicht von uns – stiefmütterlich behandelten Senioren-Leichtathletik erwarten, die laut dem Phrasen dreschenden, heuchlerischen DLV-Vizepräsidenten Matthias Reick aus Achim bei Bremen beim Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV)  zwischenzeitlich angekommen sein soll. Nur weil es jetzt für die Ü35-Generation (die M/W30 wurde gekappt) endlich unter unermüdlicher, ein Jahrzehnt langer flankierende Mitwirkung von LAMPIS die satzungsmäßig verbriefte Online-Bestenlisten gibt? Selten dermaßen gelacht, wenn’s nicht so traurig wäre!
Ein bisschen heiß wird es allerdings im weiteren Verlauf schon.

3,5 Milliarden Hennen weltweit versorgen uns mit Eiern

Bei der als Brauchtum gepflegten Eier-Flut in allen möglichen Schattierungen zum Fest (das abgebildete hat meine Angetraute, eine ehedem selbständige Textil-Designerin, freihändig bemalt) die Hänsel- und Gretel-Frage was zuerst da war: Die Osterhäsin oder das Osterei? Papperlapapp! Gleichwohl: Die immer noch gelegentlich gestellte Mutter aller Fragen, mit der sich ganze Völkerstämme und Herden von Wissenschaftlern beschäftigt haben, ob das Huhn oder Ei, die ist nämlich längst beantwortet. Knackig mein angelesenes Wissen an die Leser gebracht: Evolutionsforscher haben herausgefunden – das Ei kam vor dem Huhn (siehe Link). Wer immer die so genau gezählt haben will, soll es weltweit 3,5 Milliarden Hühner, also Hennen und Hähne, geben. Damit würde es sich um die zahlenmäßig größte Vogelart handeln. Das ist wohl auch bitter vonnöten, um als beliebtes Nahrungs- und Genussmitteln in allen möglichen Variationen zu dienen. Nicht nur, aber eben insbesondere zum Osterfest.

Guter Rat war diesmal nicht teuer

Als gewohnheitsmäßiger Frühaufsteher habe ich meiner ganz persönlichen Regierungschefin heute Morgen vor meiner täglichen Fleißarbeit für meine Internet-Spielwiese ein gestern im Großhüttenhof gelegtes ultrafrisches Gänse-Ei kredenzt. Das hat den Inhalt von drei Hühnereiern, ist aber eineinhalb Mal so teuer wie zehn Bio-Eier von der Henne bei ALDI-Feinkost. Das nur nebenbei bemerkt, ehe Missverständnisse vom Knause-Peter der da Axel heißt aufkommen. Meine Herzdame ist mir das schon wert. Aber so ein Teil koche ich halt auch nicht alle Tage. Wie lange braucht es, um auf den Punkt gar und bekömmlich zu sein? Keinen blassen Schimmer! Aber es gibt ja glücklicherweise Frau und Herrn Google (wie haben die das bloß früher gemacht, so sie nicht alle nützlichen Ratgeber in Buchform im Hause hatten?).

Wissenschaftlich fundierte Zubereitung eines Gänse-Eies

Dass es vom Gewicht her unterschiedlich lange dauert, leuchtet ein. Aber dann kommt es noch auf die Temperatur des Eies an: Kühlschrank oder im Körbchen in der Küche bei 22 Grad. Das ist ebenfalls nachvollziehbar. Doch jetzt wird es richtig interessant. Entscheidend ist weiterhin in welch mehr oder weniger luftigen Höhe es zubereitet wird. Kurzum: Ein 200 Gramm schweres Gänse-Ei aus dem Kühlschrank braucht 39 Meter über dem Meeresspiegel in Krefeld 9:32 Minuten. Und siehe da: Es war auf den Punkt, meiner Liebsten hat es gemundet, und ich durfte mir zehn Pluspunkte auf mein reichlich abgearbeitetes Guthabenkonto schreiben.

Ein bisschen Spaß muss und darf in Zeiten wie diesen sein

Was mich hinsichtlich der Nahrungsaufnahme betrifft, bin ich nicht so sehr der Eiermann. Da wir ja eine Netzseite für ausgewachsene bis hin zu sehr erwachsenen Mannsbildern sind („Der Herr hat mir das Können genommen, nun nehme er mir auch noch das Wollen“), in eh schon ziemlich trostlosen Zeiten wie diesen ein weiteres kleines halbseidenes Späßchen aus einer Epoche, als wir hierzulande noch verreisen durften: Die Wirtin einer schnuckeligen Pension in der Altstadt von Xanten am tieferen linken Niederrhein, bekannt und gepriesen für ein stets frisch zubereitetes Frühstück, fragte ihren neuen männlichen Gast: „Wie haben sie die Eier denn am liebsten?“ Er: „Wenn Sie mich schon so zuvorkommend fragen: Gekrault!“
In diesem Sinne einen trotz aller Einschränkungen schönen Oster-Sonntag, einen ebensolchen morgigen Feiertag und eine abwechslungsreiche verkürzte 14.Kalenderwoche bei was auch immer! Und bleibt vernünftig, gesundheitlich „negativ“ und lasst euch impfen! In NRW können seit gestern ab 60-Jährige Termine buchen (siehe Link).
Darauf ein bis drei Corona!