Sieben Personen im DLV-Tross nach Hallen-EM Corona-positiv

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Kolumne

Moment mal

(Torun/Darmstadt/Hilversum, 18. März 2021)
Es wäre ja auch zu schön gewesen um wahr zu sein, dass ausgerechnet die Leichtathletik Neuseeland (Inzidenzwert 0,5) und in Europa - noch - Mallorca (21) gleich in Sachen Corona eine Insel der Glückseligen wäre. Nun wird teelöffelweise bekannt, und das ist wie zumeist nur die Spitze des Eisberges, dass es auch bei der Hallen-EM vom 04. bis 07.März 2021 im polnischen Torun Neuinfektionen unter Aktiven und Offiziellen gegeben hat. Ein infizierter leibhaftiger Wanderpokal reicht eben, um bei solch einer Massenveranstaltung (allein 733 Teilnehmer) eine Kettenreaktion auszulösen.

Namen werden geheim gehalten

Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) mit selbst ernannter weltweiter Strahlkraft (erhält jetzt eine neue Deutung) berichtet gestern auf seiner Netzseite, dass aus dem Tross von 48 Startern und 19 (!) Betreuern sieben Personen bei Corona-Nachkontrollen hierzulande positiv auf das Virus getestet worden seien. Mit Hinweis auf die ärztliche Schweigepflicht werden keine Namen genannt. Da sind sie in professionelleren Sportarten wie Fußball (unter anderem Müller, Goretzka) und Ski-Springen (Geiger, Kraft) sowie in der hohen Politik-Szene (Merkel, Macron, Trump) nicht so pingelig. Denn: Namen sind Nachrichten und haben bei den vielen restlos durchgeknallten Corona-Leugnern eine abschreckendere Wirkung als durch eine Anonymisierung.

Acht Infizierte im Team der Niederlande

Unsere westlichsten Nachbarn blieben bei der EM ebenfalls nicht verschont. Der Radio-/Fernsehsender NOS meldet in seinen Nachrichten und seinem Internet-Portal gar acht Geschädigte der erfolgreichsten Nation in Polska. Die Niederländer hätten sicherlich liebend gerne darauf verzichtet, auch diese negative Wertung anzuführen. Wobei nach dem erwähnten Eisberg-Prinzip garantiert längst nicht alles bekannt und manches mit dem Mantel des Stillschweigens zugedeckt wird.

Sport treiben oder gesund bleiben

Die Moral von der traurigen Geschicht‘: So lange durch flächendeckende Impfungen keine Herdenimmunität hergestellt ist, werden Veranstaltungen aller Art, also auch im Sport, ein erhöhtes Gesundheitsrisiko in sich bergen. Olympische (Nachhol-)Spiele in Tokio passé und adé?
Was machen wir uns da noch die Köpfe heiß für die sportliche Bewegungstherapie von Senioren*innen im Wettkampf-Modus? Da trifft der sarkastische Spruch „Sport treiben oder gesund bleiben" ausnahmsweise mal zu!