Eine Bilanz nach untrügerischen Fakten von der Hallen-EM in Polen

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(Torun/Krefeld, 10. März 2021) Greifen wir noch einmal unseren Kommentar von Montag zum Abschneiden der 50 vom DLV ursprünglich nominierten und letztlich 48 gestarteten Athleten (23 Männer, 25 Frauen; 400-m-Läufer Constantin Preis und Langstreckler Mohamed Mohumed fehlten aus uns nicht bekannten Gründen) bei den Hallen-Europameisterschaften im polnischen Torun auf. Lassen wir also untrügerische und unbestechliche Fakten sprechen. Dabei arbeiten wir das Vorzeigbare im angehängten Ergebnisblock von Disziplin zu Disziplin in der bewährten Reihenfolge von Lauf, Sprung und Stoß aus, um es nicht bereits im Textteil einem Börsenbericht gleich mit der bloßen Aneinanderreihung von Zahlen entarten zu lassen. Vorab noch einmal die bereits vorgestern erwähnte, ganz pauschal und oberflächlich betrachtet positive Gesamtbilanz von zwei Silber-, vier Bronzemedaillen und elf weiteren Endkampf-Platzierungen in den per Saldo beschickten elf Wettbewerben bei den Männern und neun der Frauen.

Jeweils ein Plus der Frauen an der Gesamtausbeute

Wenngleich es selbstverständlich kein interne Auseinandersetzung der Geschlechter dieses deutschen Leichtathletik-Teams mit der Mannschafts- und Wortführerin Christina Schwanitz war, gab es mit 4:2 Medaillen-Ausbeute bei einem Kräfteverhältnis von 9:8 in den 14 erreichten Finals bei je zwei Teilnehmern/innen mit Endergebnis im Hochsprung der Männer,1.500 Meter und Kugelstoßen der Frauen jeweils ein Plus für die weibliche Fraktion. Allerdings war über 4x400m der Frauen die Teilnahme mit nur sechs eingeladenen Staffeln quasi geschenkt und mithin auch der letzte Platz nach armseliger Darbietung. Deutlich besser jedoch die Bilanz nach Saison- oder persönlichen Bestleistungen zum Jahres-Höhepunkt unterm Hallendach mit 7:3 für die „Mädels“ (je zweimal vertreten Burkhard und Eckhardt-Noack). Oder im Umkehrschluss negativ formuliert: Insgesamt 40 Aktive blieben mit bisweilen desaströsen Vorstellungen teilweise erheblich hinter ihrem eigenen Leistungsvermögen aus 2021 zurück. Und daran muss sich immer noch jede/r messen lassen dürfen.

Drei Totalausfälle

Gar Totalausfälle waren Sprinterin Yasmin Kwadwo (LC Paderborn) mit einem Fehlstart im 60-m-Vorlauf, Siebenkämpfer Kai Kazmirek (LG Rhein-Neuwied) mit der Aufgabe nach zwei Disziplinen und Stabhochspringer Bo Kanda Lita Baehre (TSV Bayer 04 Leverkusen) mit dem berüchtigten „Salto nullo“ im Finale über die Anfangshöhe von 5,50m, die er in der Qualifikation (5,60m) noch übersprungen hatte. Weit hinter seinen anno 2021 größer gewordenen Möglichkeiten blieb dessen Klubkamerad Torben Blech (SB/PB 5,86m) zurück, der mit 5,60m als Neunter vorzeitig ausschied.  Im weiteren Verlauf im genauen Überblick die Medaillengewinner und Platzierten mit ihren Leistungen.
 
Männer

60m: 2. Kevin Kranz (Sprintteam Wetzlar) 6,60 sec. Saisonbestzeit 6,52; 3.000m: 10. Marcel Fehr (LG Filstal) 7:54,48 min., Vorlauf 7:48,06 PB; Weitsprung: 5. Maximilian Entholzner (LAC Passau) 7,87m, Qualifikation 7,91m, SB 7,97m; Hochsprung: 4. Tobias Potye (LG Staddtwerke München) 2,26m PB eingestellt; 7 . Mateusz Przybylko (TSV Bayer 04 Leverskusen) 2,19m, SB 2,28m; Stabhoch: 4. Oleg Zernikel (ASV Landau) 5,70m, SB 5,72m; Dreisprung: 3. Max Heß (LAC Erdgas Chemnitz) 17,01m SB, bisher 17,00m; Siebenkampf: 6. Andreas Bechmann (Eintracht Frankfurt) 5.995 Punkte, SB 5.995.

Frauen

60m: 7. Jennifer Montag (TSV Bayer 04 Leverkusen 7,29 sec., Vorlauf 7,25, SB 7,19; 1.500m: 3. Hanna Klein 4:20,07 min., Vorlauf 4:09,35, SB 4:06.86; 8. Gesa-Felicitas Krause (Silvesterlauf Trier) 4:24,26, VL 4:09,92 SB, zuvor 4:11,68; 3.000m: 7. Elena Burkhard 8:51,09 PB, Vorlauf 8:56,56 SB, zuvor 8:59,02; 4x400m: 6. Deutschland (Schwab, Müller, Brenda, Spelmeyer-Preuß) 3:31,47 min.; Weitsprung: 2. Malaika Mihambo (LG Kurpfalz), 6,88m SB, vorher 6,77m; Dreisprung: 3. Nele Eckhardt-Noack (LG Göttingen) 14,52m PB, Qualifikation 14,12m SB, zuvor 13,94m; Kugelstoßen: 3. Christina Schwanitz (LV 90 Erzgebirge) 19,04m, SB 19,11m; 6. Sara Gambetta 18,34m, Qualifikation 18,43m PB, 18,12m SB.

Redaktioneller Hinweis auf einen weiteren Beitrag zum Thema im Fenster Flurfunk.