DLV verschickt auf Nachfrage Senioren-Bestenlisten kostenfrei per Post

  • Drucken

Kolumne

Moment mal

(Darmstadt/Krefeld, 12. Februar 2021)
Nun bin ich mit M75/Risikogruppe auch schon länger kein Frischling mehr. Aber ich hatte bis zu meiner Freistellung nach dem Altersteilzeitgesetz eine Festanstellung (danach bis heutzutage als freiberuflicher Sportjournalist tätig), musste mich also von Berufs wegen mit modernen Kommunikationsmitteln auseinandersetzen. Das Internet (Abkürzung für Internetwork) erlebte erst ab 1993 seinen großen Aufschwung, die Elektronische Datenverarbeitung (EDV) war indes schon vorher 1937 erfunden und weiterentwickelt worden. Was mich betrifft, hatte ich damit ab 1966 zu tun. Es gibt freilich noch ältere Semester. Nicht alle davon sind dermaßen versiert und können manch viel jüngeren auf diesen genannten Gebieten noch etwas vormachen wie der pensionierte Ingenieur für Elektrotechnik Herbert E.Müller (*12.11.1929) vom TSV Bayer Dormagen.

Qua Satzungswidrigkeit eine aus der Zeit gefallene Veröffentlichungsform

Damit können wir gleich die Brücke zu dem etwas älteren „König“ Richard Rzehak (*13.10.1929; links im Bild) vom SC Preußen Erlangen schlagen. Der Mann mit dem verpflichtenden Kürzel „RR“ als Rolls Royce zumindest der deutschen Werferszene (er gewann vorher und nachher unerreicht 1989 bei der Senioren-DM in der M60 mit
14,43m  Kugel, 52,32m Diskus, 53,08m Speer und 56,42m Hammer alle vier Einzeltitel) hat mit EDV und Internet herzlich wenig zu schaffen. Seine alt hergebrachte Devise heißt IBM: gleich „Immer besser manuell“. Also spielte ihm die satzungswidrige „Senioren-Ausnahmeregelung“ einer aus der Zeit gefallenen DLV-Bestenliste für die Ü30-Generation in antiquarisch-historischer Buchform bislang in die Karten. Da wir beide aus alter, gewachsener Verbundenheit häufiger miteinander telefonieren, hat er mich Anfang der Woche gefragt, ob das gebundene Werk für 2020 bereits zu haben sei. Das konnte ich nicht beantworten, versprach aber, mich bei DLV-Seniorensprecher Heiko Wendorf kundig zu machen.

Auftrag so geheim, dass sie selber nicht wissen, was sie tun

Die Antwort kam gestern um 16:03 Uhr via E-Mail über den Äther in mein elektronisches Postfach geflattert: „N
ach erfolgter telefonischer Rücksprache mit DLV-Seniorenreferent David Deister hinsichtlich der Bestenlisten erklärte dieser, dass die käuflich zu erwerbenden Ausgaben (17,50 Euro das Stück, die Redaktion) bereits ausverkauft seien. Jeder, der einen Ausdruck möchte, kann sich unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! melden und erhält (...) als kostenlose Serviceleistung des DLV die entsprechenden Listen per Post.“
Und: Wenn jetzt jemand alle 437 Seiten (Vorjahr 700) haben möchte? Abgesehen davon all jenen schwer zu vermitteln, die nicht an den Segnungen des „World Wide Web“ teilnehmen. Das sagte sich wohl auch diese Gott begnadete, vom Himmel gefallene Dachorganisation aus Darmstadt, die nach dem Motto „Unser Auftrag ist so geheim, wir wissen selber nicht, was wir tun“ erst gar keine Meldung davon in ihrer Senioren-Spielecke auf der Verbandsnetzseite veröffentlichte. Selbstverständlich werde ich Richard die Durchwahl vom Projektmanager Leichtathletik (so nennt sich D.D. selber auf der Plattform Linkedin) mitteilen, die da lautet: 06151 770852.
Bitte, liebe Leser, an in Kenntnis derer weitersagen, denen es wie meinem langjährigen Sportfreund aus dem Frankenland ergeht.