Michael Rückel nunmehr Olympiasieger-Besieger

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(Budapest/Biebertal/Krefeld, 08. April 2014) Es sind häufig die Geschichtchen hinter der Geschichte. Nicht allein, aber gerade bei der herrlichsten Nebensache der Welt – dem Sport. Wurf-Allrounder und Lampis-Mitglied Michael Rückel (im Bild) aus Biebertal in Mittelhessen braucht einen neuen Briefkopf. Den kann der 50-jährige jetzt nämlich nicht nur mit einem WM-Titel bei den Senioren, sondern auch mit der Referenz „Olympiasieger-Besieger“ schmücken. Wie das? Bei seinem klaren Erfolg (61,46 m) im Speerwurf der M 50 bei der Hallen-WM mit Winterwurf in Budapest befand sich, von einer breiteren Öffentlichkeit zunächst unbemerkt (leider auch von uns), ein leibhaftiger Olympiasieger. Konkret der Zweitplatzierte Dainis Kula (57,53 m) aus Lettland. Der hatte 1980 bei den Boykott-Spielen in Moskau noch im Trikot der damaligen Sowjetunion oder UdSSR mit 91,20 m die Goldmedaille gewonnen. So ändern sich nicht nur politisch die Zeiten. Wenn die vielen Weihen einstiger Spitzensportlerförderung eines seinerzeit totalitären Systems nicht mehr greifen (ein Schuft, der Böses dabei denkt), schrumpfen ehemalige Giganten zu ganz normalen Menschen zusammen. Was die Leistung des deutschen Rekordhalters (62,48 m) weder schmälern kann, noch soll. Ganz im Gegenteil.
Ehe wir uns hier mit fremden Federn schmücken: Es war die Gießener Zeitung, die, mit oder ohne Hilfe von Rückel, in freilich spärlicher Aufmachung davon berichtet hat. Auf diesen Text, einschließlich der Etikettierung Olympiasieger-Besieger, kann allerdings der Verfasser Urheberrechte geltend machen. Plagiatoren lauern schließlich überall. Nicht nur bei abgekupferten Doktor-Arbeiten.