Beitrag "Fit und flott mit Falten" vom WDR-Fernsehen aufgeschoben

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Kommentar

Nebenbei bemerkt

(Köln/Krefeld, 07. August 2014)  
Bekanntlich fängt der frühe Vogel den Wurm. Wer also vor dem ursprünglich beabsichtigen Sendetermin gestern Abend (18.05 Uhr) im WDR-Fernsehen den Beitrag „Fit und flott mit Falten“ über die Verlinkung am 04. August bei uns oder anderswo angeschaut hat, der traf die richtige Entscheidung. Aus „aktuellem Anlass“ sah sich die Kölner Anstalt der ARD-Kette gezwungen, die vorgefertigte, sehr aufwändige und mithin kostspielige 14-minütige Reportage über die Senioren-Leichtathleten Herbert E. Müller (M 85) vom TSV Bayer Dormagen, Brita Kiesheyer (W 75) und Christa Winkelmann (W 80) vom CSV Marathon Krefeld mit noch unbekanntem Termin zu verschieben und deshalb auch aus der Mediathek zu nehmen. Nun vollführen alle einen Salto rückwärts, wir hiermit inbegriffen, die darauf hingewiesen und sämtliche Völkerstämme aus der großen Leichtathletik-Familie fortgeschrittenen Alters neugierig gemacht hatten. Das ist Künstlerpech und kann in dieser Branche nun einmal leider passieren, dürfen wir unsere Tastaturfinger getrost in Unschuld waschen. Bleibt zu hoffen, dass aufgeschoben nicht gleich aufgehoben bedeutet. 
Immerhin blieb dem DLV (vorerst) die Peinlichkeit erspart, dass er mit seiner Ankündigung vom 04.August in der Überschrift „WDR zeigt Senioren-Beitrag zur DM in Erfurt“ gründlich daneben lag. Das ist das Ergebnis, wenn das „Erdmännchen“ (Autor war Jörg Erdmann) mit hausierendem Halbwissen schnell noch eine Mogelpackung an den Mann und die Frau zu bringen versucht. Vielmehr handelte es sich um eine Reportage-Reihe, die Einblicke in den Alltag von Menschen in NRW geben soll. Dabei wurden mehr beiläufig ein paar Schnipsel während der DM gezeigt. Das war's. Basta!
Ein Kamera- und Redakteursteam des MDR wurde dagegen bei den Titelkämpfen Mitte Juli in Erfurt nicht gesichtet. Der DLV hatte sich vermutlich im vorauseilenden Gehorsam getreu dem Motto „ohnehin sinn- und hoffnungslos“ nicht einmal darum bemüht. Und das bei einer Veranstaltung mit über 1.200 Teilnehmern einer offiziellen Meisterschaft. Schade und eine Chance vertan. Denn was im Osten der Republik beim MDR gleichwohl so alles möglich ist, bewies LSW-Spezialsport. Die konnten die (Un-)Verantwortlichen mit ihrer Europameisterschaft von eigenen Gnaden in 17 teilweise exotischen Wurf-Disziplinen in Halberstadt im nördlichen Harzvorland für einen zeitlich recht aktuellen Beitrag im MDR-Fernsehen unter „Sachsen-Anhalt Heute“ am 03. August, 19 Uhr, mit dem beziehungsreichen Titel „Weit werfen und laut schreien“ erwärmen.
Das war LSW, die keinem nationalen Verband unter dem Dach des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und keiner adäquaten internationalen Organisation angehören, schon vor zwei Jahren bei diesen so genannten Titelkämpfen in Jüterbog (Brandenburg) gelungen. Es sei ihnen von Herzen gegönnt. Aber mit Verlaub und bei genauer Betrachtung, ergo von der MDR-Redaktion miserabel recherchiert, ist es ein absolutes Unding, dass ihnen mit solch einer vogelwilden Kirmes-Nummer Sendezeit bei einer öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalt eingeräumt wird.
Genau so gut (schlecht) könnte ich mit dem Bäckermeister meines Vertrauens Namens Sommer eine Europameisterschaft im Brötchen backen organisieren. Das hätte ungefähr den gleichen sittlichen Nährwert. Allerdings haben wir beide, mein Teigwarenspezialist und ich, den Standort-Nachteil im Verbreitungsgebiet des WDR ansässig zu sein. Den werden wir für solch einen Nonsens kaum begeistern können.