Bundesausschuss der Senioren keine Insel der Glückseligen

Kommentar 

Unter uns gesagt

(Darmstadt/Izmir/Krefeld, 02. August 2014)
Es versteht sich am Rande, dass in der Außendarstellung der schöne Schein gewahrt wird. Immer nur lächeln, niemals betrübt. Doch wie es drinnen aussieht, geht niemanden etwas an. Allerdings wissen wir nicht erst seit der NSA-Äffare, dass Maulwürfe überall auf der Lauer liegen und Grabenkämpfe veranstalten. So kann natürlich auch der Bundesausschuss Senioren nicht alles unter der Grasnarbe halten, lebt nicht auf der letzten verbliebenen Insel der Glückseligen. Da gibt es selbst unter (ehemaligen) Hengsten eine – logischerweise nur im übertragenen Sinne – Stutenbissigkeit. Neuester Stein des Anstoßes ist, dass Seniorensprecher Alfred Hermes (*1946) vom Pulheimer SC erfolgreich für sich einen der fünf Delegiertensitze des DLV bei der Generalversammlung des kontinentalen Dachverbandes EVAA am 26. August 2014 im Rahmen der 19. Senioren-Europameisterschaften im türkischen Izmir reklamiert hat.
Das entbehrt insofern nicht einer gewissen Pikanterie, weil er damit eine/n aus der in der Hierarchie höher angesiedelten langjährigen Offiziellen-Gilde um Vizepräsident Matthias Reick, die BA-Vorsitzende Margit Jungmann, Geschäftsführer Jörg Erdmann, Öffentlichkeitsarbeiter Karl-Heinz „Flunker“ Flucke und Senioren-Statist(iker) Jörg Reckemeier ausbootet. Es wird gemunkelt, dass es Flucke getroffen haben soll, dessen Rolle als „Knipser vom Dienst“ obendrein als entbehrlich angesehen wird. Bleiben wir im tierischen Bilde: Das sorgt für Futterneid. Dies auch unter einem weiteren Aspekt, dass bei Flucke handfeste eigene Interessen im Spiel sein sollen, da er seine vom Verband, mithin den Mitgliedern, bezahlte Dienstreise gerne mal mit Nebengeschäften zu garnieren pflegt. Sprich: Fotos von ihm abgelichtete Aktive an dieselben gegen Bares unters Volk bringt.
Warum jetzt intern so vehement gerungen wird, war wohl in der Vergangenheit augen- und ohrenscheinlich nicht gleichermaßen gefragt. So sickerte über verschiedene Quellen durch, dass für den Fall des Falles der DLV-Masseur als Ersatz-Delegierter für die Generalversammlung der WMA während der Senioren-WM 2009 in Lahti (Finnland) nominiert worden ist. Selbst wenn es letztlich nicht dazu kam, bleibt es ganz starker Tobak. Diese Kenntnis wusste Hermes schon anlässlich der WM im Vorjahr im brasilianischen Porto Alegre taktisch klug für sich zu nutzen. Und nun wieder. Das Druckmittel ist freilich durch diese Veröffentlichung fortan passé.
Für die eingangs erwähnte Versammlung ist den wie auch immer zusammen gesetzten „Fünf Weisen des DLV“ jedenfalls zu wünschen, dass sie ausnahmslos aus Erneuerern bestehen und für die Umbenennung vom völlig überholten, gestrigen European Veterans Athletic Association (EVAA) in European Masters Athletics (EMA) votieren. Die übrigen Tagesordnungspunkte lassen wir hier und jetzt geflissentlich beiseite. Und freuen wir uns, dass Hermes, „Der Göterbote“, anders als in seiner eigentlichen Funktion, diesmal tatsächlich Sitz und Stimme hat.