McKinsey soll den Wasserkopf des DLV leichtern

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Von Jochen Kern

(Krefeld, 01. April 2014)
Vorweg die frohe Botschaft für all’ jene, die gelegentlich bis häufiger am gesunden Menschverstand von selbstgefälligen, eitlen (Ehren-)Amtsinhabern gezweifelt haben oder gar daran verzweifelt sind. Wie unsereins am Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) in Darmstadt mit seinem riesigen Wasserkopf. Doch nun der Reihe nach: Als am gestrigen frühen Abend die vier Lampis-Gründer Peter Holthuijsen, Henk van Bakel, Axel Hermanns und Jan Titulaer zu ihrer turnusmäßigen, monatlichen Redaktionskonferenz zum Ultimo am runden Tisch saßen, lief vom Sportinformationsdienst (SID) eine brisante Meldung über den Ticker, die noch für reichlich Zündstoff sorgen dürfte.
Danach hat der neue Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Alfons Hörmann, bei der Unternehmensberatung McKinsey eine Studie in Auftrag gegeben, alle große deutschen Sportfachverbände, mit Ausnahme des professionell geführten Deutschen Fußball-Bundes (DFB), auf den Prüfstand zu stellen. Wer McKinsey kennt, der weiß, dass da kein Stein auf dem anderen bleibt, dass Unterste nach oben gekrempelt wird und oft auch kein Auge der für das entdeckte Missmanagement verantwortlichen Personen trocken bleibt. Wenn das in 52 Ländern vertretene Unternehmen mit Hauptsitz in New York etwas angeht, hat das etwas von einer Großrazzia von Staatanwaltschaft, Steuerfahndung, Polizei und Zoll gleichzeitig. Klaus Zumwinkel und Uli Hoeneß lassen in letztgenannter Hinsicht schön grüßen.
Und nun noch eine gute Nachricht für alle, mithin den meisten Senioren-Leichtathleten/innen, die ihrem Dachverband kritisch gegenüber stehen: Wie der SID weiter mitteilte, steht der von Präsident Clemens Prokop geführte DLV auf der Prioritätenliste ganz vorne, hat das ausgesprochen zweifelhafte Vergnügen den Reigen der Prüflinge zu eröffnen.
Was den Schluss zulässt, das ist allerdings die Mutmaßung des Verfassers dieser Zeilen, dass bei ihm, dem DLV, besonders viel Klüngelei, Behördenmief- und –muff aus dem vorvorigen Jahrhundert im unseligen Spiel sein könnte. Eben ein überdimensionaler, uneffektiver Apparat, bei dem die Linke nicht weiß, was die Rechte tut. Der Beispiele davon gab es auch schon auf Lampis zuhauf. Ganz ohne McKinsey.