M55-Senior Gottfried Gassenbauer Vierter bei den Staatsmeisterschaften

(Linz/Wien/Krefeld, 13. Juli 2017) Schauen wir südwärts über den nicht mehr vorhandenen nachbarlichen Grenzzaun. Er ist die österreichische Antwort auf den kugelstoßenden deutschen Dauerbrenner Andy Dittmar (*05.07.1974) aus Gotha, der vergangenen Samstag bei der DM der Männer/Frauen in Erfurt als M40-Senior mit 17,72m den zehnten Platz belegte. Da geht es im Falle von Hammerwerfer Gottfried Gassenbauer (*17.08.58) aus Wien allerdings noch satte drei Altersklassen (M55) höher zu. Der „ewige Gassenhauer“ (kein Schreibfehler, das "h") hatte eigentlich nur zu den Österreichischen Staatsmeisterschaften im weltberühmten Stadion Gugl in Linz (es beherbergte ehedem ein Internationales Abendsportfest von Rang und Namen) gemeldet, um seinen 25-jährigen Schützling Matthias Haydek (2. mit 59,87m) hautnäher betreuen zu können. Doch einmal dabei, pflegt bei „Gassi“ der Ehrgeiz zu erwachen. Der 58-Jährige in Lauerstellung, der seinem Sternzeichen Löwe mal wieder alle Ehre machte, ergatterte mit für ihn exzellenten 49,63m mit dem ungewohnten 7,26 Kilogramm schweren Gerät in dem acht Teilnehmer starken Feld den vierten Platz. Das spricht für den Wiener, aber halt nicht für, sondern eher gegen die Konkurrenz.

Ziemlich tote (Sport-)Hose in Ösi-Land bei Stoß und Wurf

Überhaupt lehrt ein Blick in die Ergebnisliste, dass bei unseren alpenländischen Nachbarn momentan in Sachen Stoß und Wurf ziemlich tote (Sport-)Hose herrscht. „Ja, das ist leider so, da gibt’s nix zu beschönigen“, konstatiert auch Gassenbauer. „Wenn dann Lukas Weißhaidinger stattdessen beim Diamond League Meeting in London wirft (8. mit 61,10m, die Redaktion), schaut es beim Diskus auch traurig aus. Mit meiner Leistung bin ich natürlich mehr als zufrieden.“ Kann er auch objektiv betrachtet. Wenngleich er so nahe dran sich wohl insgeheim ein wenig geärgert haben dürfte, die 50-Meter-Marke knapp verpasst zu haben. Zumal er als personifizierte Zuverlässigkeit noch 49,44m, aber eben auch drei Ungültige in seiner Serie hatte. Letzteres ist für ihn recht ungewöhnlich und womöglich der Jagd nach der Fünf vorne geschuldet.

Bandbreite beim Kugelstoß-Sextett von 15,45 bis 9,43 Meter
 
Lediglich ein Sextett von ursprünglich neun Gemeldeten war beim Kugelstoßen am Start. Der Sechste und Letzte stieß 9,34m (Norm 14 Meter). Er hatte sich kürzlich die Hand gebrochen (Vorjahr 14,04m) und trat allein wegen der Cupwertung für seinen Verein an. Ob er ihm, sich und der Sache damit wirklich einen Dienst erwiesen hat, sei dahingestellt, darf eher füglich bezweifelt werden. Doch auch vor ihm sah es von 15,45 bis 13,92m zwischen Rang eins und fünf mehr nach einem Senioren-Wettbewerb aus. Der kugelstoßende Sportjournalist und Lampis-Betreiber Axel Hermanns (*1944) wurde am 27.August 1989 am selben Schauplatz bei den „Austrian Masters Open“ in der M45 mit 14,90m hinter seinem Leverkusener Sportfreund Manfred Buchmüller (15,80m) Zweiter. Vier Tage später stieß er bei einem Abendsportfest in Villmar mit 15,11m Saisonbestleistung (zuvor 15,06m), belegte damit in der offenen Klasse den vierten Rang. Allerdings sei der fairnesshalber erwähnt, dass sich auch hier zu Lande dieses Niveau nicht nur in der M45 in Spitze und Breite längst erledigt hat. Konkret: Der Deutsche Meister 2017 von Zittau durfte für vergleichsweise bescheidene 13,48m die Goldmedaille in seinen Besitz nehmen.
Mitunter war früher zwar nicht alles, doch sportlich gesehen so manches besser.