Russischer Sportsender macht dem Anglizismuswahnsinn den Garaus

Glosse

Neben der Spur

(Moskau/Darmstadt/Krefeld, 16. Januar 2021)
Na, da schau her oder hin! Wer hätte das gedacht, dass wir in Sachen Sport noch etwas halbwegs Gescheites von den Russen lernen könn(t)en? Und sei's „lediglich“ in der pfleglichen Anwendung der Muttersprache. Beim russischen Sportsender Match TV sind die Kommentatoren vergattert worden, fortan auf englische Begriffe zu verzichten. Da wurden beispielsweise Worte und Bezeichnungen wie Loser, Play-Off, Coach, Performance, Derby, Restart und Shortlist auf den Index gesetzt und sind künftig ins Russische zu übersetzen. „Sudden death“ (plötzlicher Tod) bei der vom allmächtigen Staatschef Wladimir „Der Schreckliche“ Putin bevorzugten Sportart Eishockey steht nicht auf der „Shortlist“ (engere Auswahl). Mag natürlich sein, dass es die Herren Reporter nicht benutzt haben.

Augenkrankheit mit drei Buchstaben? Auflösung später!

Egal wie: Die vom Anglizismuswahnsinn heimgesuchten Sprachpanscher beim Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) sollten sich wenigstens auf diesem Gebiet ein leuchtendes Beispiel an den – um sich ihres kulturverleugnenden Wortschatzes zu bedienen – „Bad Boys“ (böse Jungs) aus Putin-Land ein leuchtendes Beispiel nehmen. Es würde diesen Rahmen bei Weitem sprengen, die vielen Verfehlungen aufzuzählen. Einfach mal auf deren Internet-Portal umschauen. Es springt einem beginnend bei
Flash-News des Tages" an allen Ecken und Enden förmlich in die danach entzündeten Augen.
Noch ein kleines Quiz in dem Zusammenhang: Augenkrankheit mit drei Buchstaben? DLV!