Allerlei Skurriles sprießt in Zeiten wie diesen aus den Köpfen

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(Lausanne/Assafora/Krefeld, 15. Mai 2020) Ein geflügeltes Wort aus Volkes Mund besagt „In der Not frisst der Teufel fliegen“. Soll heißen, dass in Zeiten wie diesen der Corona-Krise (noch) untersagter Wettkämpfe in allen möglichen Sportarten, auch in der Leichtathletik, virtuelle, imaginäre Wettbewerbe im stillen Kämmerlein oder allein auf weiter Flur zwischen den Ohren aus den Hirnen sprießen und dem Boden gestampft werden. Über die Sinnhaftigkeit oder Sinnfreiheit derartig teilweiser sehr skurriler Maßnahmen ließe sich trefflich streiten. Aber jeder halt nach seinem Gutdünken. Es ist ja keine Verpflichtung, daran teilzunehmen.
„Eisenmann“ Jan Frodeno spulte zu Hause in seiner Wahlheimat im spanischen Girona unter Labor-Bedingungen gar in seinem Pool mit Gegenstromanlage, auf dem Laufband und der Rennrad-Rolle eine komplette Ironman-Distanz (3,8/180/42,195 km) im Triathlon allein gegen den inneren Schweinehund in 8:33,33 Stunden ab. Damit lag der dreimalige Hawaii-Sieger lediglich 57 Minuten über seiner realen Weltbestzeit (7:35,39 Std.) von 2016 in der freien Natur und im friedlichen Wettstreit mit leibhaftigen Konkurrenten in Roth bei Frankfurt. Immerhin tat er es nicht nur für sich und der öffentlichen Wahrnehmung (das ZDF berichtete darüber in Ausschnitten, versteht sich), sondern einen guten Zweck, bei dem knapp über 200.000 Euro an Spendengeldern zusammenkamen.

EMA-Präsident Kurt Kaschke inszenierte sich mal wieder selbst

Das war natürlich alles ein paar Nummern kleiner, was da der europäische Senioren-Dachverband European Masters Athletics (EMA) mit Sitz in Lausanne zum „Europatag“ am 09.Mai 2020 in Kooperation mit drei Dienstleistern aus dem Sport ersann und veranstaltete: Eine virtuelle „Challenge“ (Herausforderung) für Masters über eine selbst gewählte 5-km-Strecke vor welcher Haustüre auch immer. Und EMA-Präsident Kurt Kaschke (*1955/M65) mit Dritt-Wohnsitz in Assafora (Portugal) rechtfertigte einmal mehr seinen narzisstischen Ruf, nutzte diese Gelegenheit zur Selbstinszenierung, schlüpfte ganz wichtig ins die deutsche Kultur verleugnende Germany-Trikot und lief die fünf Kilometer in 29:29 Minuten (siehe verlinktes Foto).
Alles in allem war es nicht der große Brüller. Es beteiligten sich nur 125 „Schattenboxer/innen“ aus aller Herren Länder. Der Schnellste war David Hudson (GB) aus der M35 in dem überhaupt britisch dominierten „Luftgitarren-Wettbewerb“ in 15:35 Minuten. Die deutsche Flagge taucht in der Ergebnisliste erstmals an Position 49 in Gestalt von Olga Köppen (W 40) in 19:34 Minuten auf. Kaschke wurde 114. Dabei sein ist alles für ihn, wirken im Hintergrund einfach nicht sein Ding. Und sollte es noch so peinlich ausgehen wie schon so manches Mal zuvor, wenn er die Sportschuhe schnürte.
Dennoch besten Dank für den Lückenbüßer in der anhaltenden Phase der Verknappung wirklicher Nachrichten!