Ein Lichtblick in trüben Zeiten durch die Französin Claude Hemmer

Kolumne

Moment mal


(Roussy/Krefeld, 03. April 2020)
Wer nicht wirbt, der stirbt. Diese plakative Botschaft von Werbeagenturen hat nicht nur zur Ankurbelung des eigenen Geschäfts in allen möglichen Bereichen ihre Gültigkeit. Auch für ein Online-Medium wie dem unsrigen, das schließlich mit der informierenden und kommentierenden täglichen Berichterstattung meist zur Senioren-Leichtathletik viele Leser erreichen möchte. Die nackte Quote spiegelt die von unserem „Webhoster“ Ionos ständig fast in Echtzeit zur Verfügung gestellte Analyse wieder. So richtig interessant wird es allerdings erst, wenn aus der anonymen Masse jemand heraustritt und sich zu irgendeinem Thema an den Verfasser wendet. Das ist gewissermaßen „in Rede und Gegenrede“ das Salz in der Suppe.

Es rauschte zum Kaschke-Willkürakt nur so im digitalen Blätterwald

Bisweilen staune ich dann schon, wo mein bescheidenes Nischenengagement überall wahrgenommen wird. Und das nicht nur in den geografisch überschaubaren deutschsprachigen Ländern. Hohe Wellen hatte zuletzt europaweit die beabsichtigte 50-prozentige Einbehaltung der Meldegelder durch EMA-Präsident Kurt Kaschke zu den drei ausgefallenen Senioren-Europameisterschaften in seiner Wahlheimat Portugal geschlagen. Es rauschte nur so im digitalen Blätterwald bis in die sozialen Medien hinein, und eben auch bei uns, die wir darüber rauf und runter kommentiert haben.
Und siehe da, erhielt ich gestern Mittag in geschliffenem Deutsch zu dieser leidigen Thematik eine E-Mail von der mit einem Doktor-Titel ausgestatteten, zudem äußerst attraktiven französischen Sprinterin Claude Hemmer aus Roussy im
Département Moselle. Es geziemt sich der Vertraulichkeit wegen auch bei einem elektronischen Brief nicht, das 1:1 auszubreiten. Außer er wäre für eine Veröffentlichung freigegeben worden. Aber so viel darf ich dann im O-Ton schon verraten: „Ich lese Ihre Kolumnen stets mit regem Interesse.“

Zunächst war das Geschlecht zu klären

Obwohl ich ein alter Fahrensmann mit bald 54-jähriger journalistischer Erfahrung bin und – ein Anachronismus – die Eitelkeit gemeinhin mit zunehmendem Alter abnimmt, habe ich mich darüber riesig gefreut. „Naturellement“ (Natürlich) habe ich höflich geantwortet. Wobei ich bei dem sowohl männlichen wie weiblichen Vornamen Claude zunächst nicht wusste, wie ich sie/ihn anreden sollte. Daraus entspann sich sodann ein kleiner, amüsanter elektronischer Briefwechsel.
Danke, Claude! Fürwahr ein Lichtblick in diese trüben Zeiten der Corona-Krise.