Durchweg schwaches Grundniveau bei Hallen-DM der Männer/Frauen

(Leipzig/Apeldoorn/Krefeld, 23. Februar 2020) Mit diesen Deutschen Hallen-Meisterschaften der Männer/Frauen in Leipzig war zumindest am gestrigen ersten Tag durchweg kein Staat zu machen. Gemessen am internationalen Standard, und woran sonst, fehlte es allzu oft in der Spitze, noch viel mehr in der Breite in den häufig kleinen Feldern. Das Gefälle war selbst unter den acht Finalisten/innen teilweise riesengroß. Nur zwei, drei Beispiele: Beim Weitsprung der Männer reichte eine gutes Resultat für Zehnkämpfer von 7,81m zum Titel, für den Endkampf genügten 7,32m, der Elft- und Letztplatzierte wurde mit 7,17m notiert. Allenfalls Niveau auf Kreisebene, sofern es kein ganz starker ist. Die mal in anderer Bedeutung Miss-Wahl bei den Frauen fällt etwas schwerer. Nicht etwa, weil es da überragender zugegangen wäre.

Knappe Entscheidung um die virtuelle Zitrone

Meinerseits konnte ich mich nicht so recht für die Vergabe der virtuellen Zitrone zwischen Drei- und Stabhochsprung entscheiden. Da klafften in der genannten Abfolge nach zwischen der Ersten (14,09m) und dem Schlusslicht (12,04m) satte 2,05 Meter. Aufgrund der geringeren Ausgangswerte ging es beim Stabhochsprung rein metrisch betrachtet nicht gar so krass zu. Aber eine Offenbarung war es auch nicht. Mehr so der in dem Zusammenhang genannte Eid. Einer Etablierten wie Lisa Ryzih langten bescheidene 4,45 zum Erfolg. Hinter ihr ging es bis zu Rang acht auf 4,00m runter.

Alina Kenzel 18,14m, David Storl 20,58m

Und unser originärer Bereich? In Abwesenheit von Kugelstoß-Ass Christina Schwanitz nutzte Alina Kenzel mit respektablen 18,14m die Gunst der Stunde. Allerdings gab es auch hier eine Talfahrt bis auf 15,33m. Milde muss beim einstigen „Wunderknaben“ David Storl (im Bild) nach seinem Seuchenjahr 2019 walten. Die 20,58m des 29-jährigen Sachsen waren ein ordentlicher Wieder-Anfang. Mehr auch nicht. Hinter ihm kamen noch M30er Tobias Dahm (*1987) mit 20,13m und Dennis Lewke (20,03m) über die national begehrte, jedoch in der Linierung (bis 19m) nicht vorhandene 20-m-Marke. Ein Lichtblick der von seinem in der Senioren-Szene bestens bekannten Vater Tilman Northoff trainierte und gecoachte 20-jährige Filius Timo (*2000), der sich in seinem ersten Jahr bei den Männern als Sechster auf den „Hausrekord“ von 18,69m kreiselte.
Immerhin erfreulich, dass im Rahmen der eigenen Möglichkeiten ziemlich viele persönliche oder saisonale Bestleistungen geboten wurden (siehe Ergebnisliste).

Rabenschwarzen Tag erwischt

Werfen wir wie schon in unserer Vorschau noch einen Blick über den imaginären Grenzzaun. Peter Holthuijsen (*1961) erwischte beim Nachhol-Wettbewerb der Niederländischen Masters-Meisterschaften gestern in Apeldoorn einen rabenschwarzen Tag, hätte vermutlich nicht mal einen Hering über den Teller ziehen können. Trotz für ihn ansprechender Trainingsleistungen und einer zuvor an sich gefühlt guten Tagesverfassung musste sich der Mit-Favorit im Kugelstoßen der M55 rund einen Meter unter Wert als Zweiter mit 12,20m  geschlagen geben. Der Titel war in seiner eigentlichen Reichweite für 13,14m zu haben. Alle Resultate, auch von den nationalen Meisterschaften der Männer/Frauen (heißt in den Niederlanden Senioren).