Kugelstoßer Peter Holthuijsen geht an Karnevals-Samstag in die "Bütt"

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(Apeldoorn/Leipzig/Krefeld, 22. Februar 2020) Sturmtief Sabine hat mit ihren gewaltigen Orkan-Böen einiges durcheinander gewirbelt und partiell ziemlichen Schaden angerichtet. Weniger dramatisch auch auf den Sport bezogen. Ihretwegen ist so manche Veranstaltung gänzlich abgesagt oder vorzeitig beendet worden. Mal abgesehen vom Spiel der Fußball-Bundesliga zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1.FC Köln wird nicht alles nachgeholt werden, sondern ist schlechterdings ersatzlos gestrichen worden.
Diese Befürchtung hatten auch die niederländischen Masters, bei deren Titelkämpfen unter dem Hallendach vor zwei Wochen im Omnisport in Apeldoorn frühzeitig vier Wettbewerbe nach 16 Uhr gekanzelt worden sind (wir berichteten). Aus Pech ist in diesem Fall allerdings, man lese und staune, Glück geworden. Die – übersetzt – Königliche Niederländische Athletik Union zeigt ihrer Bezeichnung angemessen ganz Royal und Loyal ein Herz für Senioren, lässt ihre vom Wetter geprellten „ewigen Talente“ heute im Rahmen der nationalen Meisterschaften der Männer/Frauen, ebenfalls in Apeldoorn, im Vorprogramm nacharbeiten (hier zu Lande ein völlig undenkbarer Vorgang).

Danach freie Fahrt auf die Teilnehmer-Tribüne zum Zuschauen

Darunter befindet sich auch der in Erkelenz wohnhafte und für den AV Unitas Sittard startende Lampis-Gründervater Peter Holthuijsen  (*07.11.1961), der an Karnevals-Samstag in die
Bütt" mit 2,135 Meter Durchmesser darf. Der 58-Jährige gehört als „Stubenältester“ in der gemeinsamen, indes getrennt gewerteten Kugelstoß-Konkurrenz der M50/55 zum engeren Favoritenkreis im handverlesenen achtköpfigen Feld. Dazu wird mit dem 6-Kilo-Gerät eine 13 vor dem Komma nötig sein, die er sich freilich zutraut. Anschließend haben alle Nacharbeiter freie Fahrt auf die Teilnehmer-Tribüne zum Zuschauen. Zusätzlich eine feine Geste.

Einstige deutsche Premium-Sportart Leichtathletik nicht im Fernsehen

Ach ja, an diesem Wochenende finden auch von einer größeren Öffentlichkeit unbemerkt die Deutschen Hallen-Meisterschaften der vermeintlichen Elite in Leipzig statt. Die einstige Premium-Sportart in unserer Republik hat mächtig an Stellenwert eingebüßt. Die Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk- und Fernsehanstalten zeigen ihr die kalte Schulter. Das ZDF, mit dem man angeblich besser, aber längst nicht alles sieht, überträgt heute und morgen den lieben langen Tag Wintersport bis der Arzt kommt. Offen gestanden wird da auf internationalem Terrain deutlich mehr geboten, als, bis auf wenige Ausnahmen, Zweitklassiges bei der Leichtathletik-DM. Zumal auch noch einige wahrhaftigen Asse wegen einer gezielten Olympia-Vorbereitung fehlen.
Moderate Korrektur: Die ARD ist an diesem Wochenende an der Reihe. Allerdings ebenfalls Fehlanzeige im TV. Dafür muss der Live-Stream herhalten, der einen Internet-Zugang bedingt. Das ist bei häufig wackligem,
eingefrorenem" Bild per Saldo alles andere als ein Genuss ohne Reue. Mehr so Schmalspur und -kost.