Ex-Kugelstoßer Manfred Buchmüller vollendet heute sein 75. Lebensjahr

(Wuppertal-Ronsdorf/Krefeld, 16. April 2018) Es könnte in einer Serie über ehemalige deutsche Weltklasse-Senioren auch heißen „Was macht eigentlich …Manfred Buchmüller?“ Doch es gibt brandaktuell einen gewichtigeren Anlass. Der einstige, spät berufene Kugelstoß-Spezialist mit Wurzeln als Zehnkämpfer jenseits von 7.000-Punkten vollendet just heute sein 75. Lebensjahr. Seinen geliebten Sport kann der mehrfache Senioren- Europa- und Weltmeister aus ab der M55 beginnenden gesundheitlichen Gründen leider nicht mehr ausüben. Aber er hält sich auf dem heimischen Fahrrad-Ergometer und zwei bis drei wöchentlichen Trainingsbesuchen im Fitnessstudio gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Hilde Beyers einigermaßen fit.
Neben dieser allzu menschlichen Leidenschaft zum schöneren Geschlecht ist dem ehemaligen Leverkusener auch die dritte zu schnellen Autos geblieben. Dabei hat er dereinst auf diesem Sektor (fast) alle Klischees bedient. Es begann für „Manni“ mit einem Opel Manta, und seine damalige Freundin hieß passend dazu Karin, war allerdings weder blond noch Friseuse. Die PS-starken Karossen wurden fortan edler bis hin zu einem zusätzlich noch getunten BMW M3, der es bis auf die Titelseite einer Automobilzeitschrift brachte. Dabei bevorzugt(e) der Jubilar die Variante mehr „Sein als Schein“ mit Wölfen im Schafspelz, brachte so manchen Ferrari-, Maserati-, Aston Martin- und Porsche-Fahrer schier zur weißglühenden Verzweiflung. Die sahen ihn nach seinen Überholvorgängen bestenfalls erst auf dem nächsten Rastplatz wieder. Davon kann er so manches Anekdötchen erzählen, von denen ich als sein vier Jahrzehnte langer Freund etliche kenne oder gar live miterlebte.

Lebensbestleistung von 18,74 m als 37-Jähriger gestoßen

Es war schon erstaunlich, woher der ehemalige selbständige Modellschreiner, spezialisiert auf Innentreppen in Ein-Familien-Häusern, überhaupt noch die Zeit für ein halbwegs geregeltes Training und seine vielen nationalen sowie internationalen Wettkämpfe so um die 50 im Jahr nahm. Er verkörperte bei nicht einmal gigantischen 1,85m Größe und austrainierten 115 – 118 Kilogramm wie eben nur wenige Ausnahmekönner die Synthese von einer brillannten (Rückenstoß-)Technik, gepaart mit überdurchschnittlicher Schnell- und Maximalkraft. Dazu war er ein exzellenter Wettkämpfer, der nur da alle Ressourcen auszuschöpfen vermochte. Seine beeindruckenden Bestleistungen durch die Altersklassen: M30: 18,04m (1977); M35: 18,74m (1980, also schon 37-jährig); M40: 18,36m (1980), M45: 17,77m (1989); M50 (6,25 kg): 18,01m (1993). Abgesehen von Andy Dittmar können die verschiedenen heutigen Generationen von solchen Werten nicht einmal mehr träumen.
Freud‘ und Leid liegen häufig dicht beisammen. Erst kürzlich musste Manfred seine geschiedene Frau Rita, die Mutter seines erwachsenen Sohnes Markus, nach heimtückischer Krankheit zu Grabe tragen. Nichts destotrotz oder gerade deswegen auch von dieser Stelle Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, lieber Manfred! Sicherlich auch in Geschäftsführung ohne Auftrag im Namen vieler früherer Sportkameraden.