Wolfgang Ritte verbesserte den Europarekord der M65 um 17 cm

(Düsseldorf/Krefeld, 08. Januar 2018)  Ein Wettkampf ist kein Wunschkonzert! Diese Erfahrung musste auch Stabhochsprung-Überflieger Wolfgang Ritte (*07.01.1953) vom SC Bayer Uerdingen machen, der bei all seiner Klasse obendrein als Musterexemplar akribischer, punktgenauer Wettkampf-Vorbereitung gilt. Der taufrische 65-Jährige ging gestern an seinem Geburtstag im Rahmen der Hallenmeisterschaften der Nordrhein-Region Mitte der Männer, Frauen und U20 im Arena Sportpark in Düsseldorf auf Rekordjagd in der M65. Dabei reiften nicht alle Blütenträume. Obschon eine Egalisierung des deutschen Rekords (3,40m), zwei Verbesserungen desselben (3,60 und 3,70) und ebenfalls zwei Steigerungen des bisherigen Europarekords (3,53m) immer noch weit mehr als nix sind. Bei 3,80m war dann diesmal noch Endstation, der fünf Jahre alte Weltrekord von 3,86m des US-Amerikaners John Altendorf blieb somit unangetastet. „Es fehlte mir der Mut, zu einem härteren Stab zu greifen“, begründete Ritte sr. das „Scheitern“. Aber aufgeschoben ist bekanntlich nicht aufgehoben.
Ein nicht alltägliches Spektakel war es allemal. Wann sieht man schon mal Vater und Sohn sowie Mutter und Tochter in je demselben Wettbewerb? Die „Ritte-Air“ machte es möglich. Thomas (*1979/M35) gewann mit 4,60m vor seinem Papa, denen mithin ein familiärer Doppel-Erfolg gelang, Christina (*1982/W35) wurde bei den Frauen Zweite mit 3,00m vor Mama Ute (*1952/W65), die 2,50m überwand. Unter diesen neuen Vorzeichen wird es wohl ein inoffizieller Familien-Weltrekord sein, so es weltweit überhaupt noch ein solches Quartett geben sollte. Einfach mal beim Guiness-Buch anmelden.

Kugelstoßer Andy Dittmar feierte mit 18,13m einen Auftakt nach Maß

Einer der ebenfalls in einen Jungbrunnen gefallen zu sein scheint, was sein Haltbarkeitsdatum immer weiter hinaus schiebt, ist Kugelstoß-Gigant Andy Dittmar (*1974) von BiG Gotha. Der 1,96m große und 140 Kilogramm schwere Koloss aus Thüringen knüpfte im  vierten Jahr der M40 stehend unverdrossen da an, wo er im September vorigen Jahres aufgehört hatte. Der Mann macht es von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen nicht unter einer 18 vor dem Komma. Kugel-Andy gelang am Dreikönigstag bei einem TLV-Hallensportfest in Erfurt mit 18,13m ein Jahresauftakt nach Maß. „Das hat mich selbst überrascht, zumal aus dem vollen Training heraus erzielt. Klar, dass ich damit sehr zufrieden bin“, äußerte sich die Mensch gewordene Wundertüte. Bei den Landesmeisterschaften der Männer in zwei Wochen an selber Stelle geht der 43-jährige erneut in die „Bütt“, um sich seinen 49. Titel (inklusive Freiluft) abzuholen. Wer will ihn ernsthaft daran hindern? Eine rein rhetorische Frage.