Hallen-/Winterwurf-DM: "König Fußball" spielt in die Leichtathletik hinein

(Erfurt/Krefeld, 22. Januar 2020) Hallen- und Winterwurf-DM 2020, bei uns Klappe, die 25. (in Worten: Fünfundzwanzig). Bleiben wir zum Thema buchstäblich am Ball, das für die Titelkämpfe vom 28.Februar bis 01.März 2020 in Erfurt (Thüringen) für die Langwürfe Diskus und Speer hinsichtlich der Nutzung des Steigerwaldstadions noch Bedeutung erlangen könnte. Ursprünglich sollte gestern beim Amtsgericht der Landeshauptstadt die Entscheidung darüber fallen, ob der unter einem Insolvenzverfahren stehende Fußball-Viertligist FC Rot-Weiß Erfurt seine Mannschaft vom Spielbetrieb abmeldet und mithin die Heimpartie am 01.März gegen den Berliner AK ausfällt (wir berichteten).
So dieser Termin überhaupt stattgefunden hat, sickerte davon (bislang) nichts durch. Wohl aber aktuell in verschiedenen Medien, darunter der MDR mit „Sport im Osten“ und die Thüringer Zeitung, dass ein heilloses Durcheinander herrsche, der Klub die Dezember-Gehälter schulde und definitiv zahlungsunfähig sei. Ohne neue, sehr zeitnah einspringende Investoren würde es das endgültige Aus für den Verein bedeuten. Angeblich soll nunmehr heute die Frist dafür ablaufen. So viel ist nach entsprechenden Verlautbarungen bereits klar und neutraler Sicht auch nachvollziehbar, dass der Langmut der Stadt erschöpft ist und sie nicht auf Kosten der Allgemeinheit als Melkkuh" einspringen wird.
Wer nach Känguru-Art große Sprünge mit leerem Beutel macht, ist halt selber schuld.    

Ausschreibung und Zeitplan für Hallen-/Winterwurf-DM nunmehr online

(Darmstadt/Erfurt/Krefeld, 21. Januar 2020) Was lange währt, wird eeendlich gut. Selbst beim Synonym für Service- und Informationswüste, dem Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) mit seiner personell aufgeplusterten, jedoch oftmals wirkungslosen Mannschaft am Geschäftssitz in Darmstadt. Irgendwann gestern im Laufe des Tages wurden nach unsäglicher, hausgemachter Schmierenkomödie um diese Titelkämpfe Ausschreibung nebst Zeitplan für die Deutschen Senioren-Hallenmeisterschaften mit Winterwurf vom 28.Februar bis 01.März 2020 in Erfurt auf dessen Netzseite veröffentlicht. Wer unseren verlässlichen Verlautbarungen im Vorfeld nicht getraut hatte, bekommt es nun gewissermaßen offiziell präsentiert: Der Gewichtwurf, mit einer Kann-Bestimmung ab 2020 – als Zweit-Disziplin für Hammerwerfer – neu ins Meisterschaftsprogramm aufgenommene Wettbewerb befindet sich nicht darunter.
Offen ist hingegen vorerst bis zur heutigen Entscheidung beim Amtsgericht der Thüringer Landeshauptstadt über das drohende Aus des Fußball-Regionalligisten Rot-Weiß Erfurt, ob die Langwürfe Diskus und Speer im Steigerwaldstadion oder im sechs Kilometer entfernten Stadion Essener Straße ausgetragen werden (wir berichteten).
Fußnote: Nach übereinstimmender Durchsicht sechs verschiedener Augen von Klaus Kynast, Dieter Krumm und meiner Wenigkeit steht zwar der Diskuswurf der M70 und 75 in der Ausschreibung, fehlt jedoch im Zeitplan. Und damit wären wir wieder, von wegen schlampiger Arbeit, beim zweiten Satz im Vorspann.

Möglicherweie Diskus und Speer doch im Steigerwaldstadion

(Erfurt/Krefeld, 19. Januar 2020) Es bleibt wohl vorerst ein Dauerbrenner, das Thema Hallen- und Winterwurf-DM vom 28.Februar bis 01.März 2020 in Erfurt. Als Sportler durch und durch wünscht keiner zum eigenen Vorteil einem Dritten irgendein Ungemach. Aber mitunter wird einem ohne eigenes Dazutun in die Karten gespielt. Möglicherweise können die derzeit noch ins Stadion Essener Straße auszulagernden Disziplinen Diskus und Speer doch im gleich an die Leichtathletik-Halle angekoppelten Steigerwaldstadion ausgetragen werden. Der MDR berichtet auf seiner Netzseite unter „Sport im Osten“, dass der bereits unter Abwicklung eines Insolvenzverfahrens agierende Fußball-Regionalligist Rot-Weiß Erfurt kurz vor dem Aus und der Abmeldung seiner Mannschaft stehen würde. Die Entscheidung darüber wird voraussichtlich übermorgen (21.Januar) vor dem Amtsgericht der Thüringer Landeshauptstadt fallen. Sollte es tatsächlich dazu kommen, wird auch die für den 01.März 2020, 13.30 Uhr, angesetzte Heimpartie gegen den Berliner AK hinfällig, wäre das Stadion mithin für die erwähnten beiden Wettbewerbe verfügbar.
Ehe wir uns noch mit fremden Federn schmücken, was wir so alles in den unendlichen Tiefen des Internets zum Vorschein bringen, sei einmal stellvertretend für viele andere Informanten nicht verschwiegen, dass wir den Hinweis auf den nachfolgend  verlinkten MDR-Beitrag Lampis-Stammbesucher Stefan Münch vom TV Niederwürzbach verdanken. Übrigens selber ein passionierter Werfer, der ab dieser Saison in der M50 mit den leichteren Geräten ran darf.

Gute Leistungen bei Hallen-Landesmeisterschaften von Sachsen-Anhalt

(Halle an der Saale/Krefeld, 20. Januar 2020) Wenngleich keinerlei Besitzstandsansprüche geltend gemacht werden können, sind wir schon bestrebt so umfassend wie eben möglich und machbar zu berichten. Mitunter läuft dann doch so manches unter dem Radar durch. Aber es gibt ja glücklicherweise freundliche „Kiebitze“, die uns etwas zu pfeifen. Diesmal in Person von Gerhard Schroeder vom ausrichtenden USV Halle. Der Mann mit dem bekannten Namen (liest sich anders, hört sich jedoch genauso an, wobei er noch ein Dr. davor schreibt) hat uns auf die Offenen Hallen-Landesmeisterschaften der Ü30-Generation von Sachsen-Anhalt am vergangenen Samstag passend zum Ereignis in Halle (an der Saale) hingewiesen.
Dazu lieferte er uns aus seiner fachlich geprägten Sicht gleich noch eine kleine Auswahl nennenswerter Leistungen mit: M35, Hoch: Thomas Wagner (SV Halle) 1,77m; Kugel: Steffen Fricke (USV Halle) 14.11m; M45, 60/200m/Weit: Jörg-Uwe Sparenberg (USV Halle) 7,47, 24,83sec., 6.04m; M50, Kugel: Holger Fettke (Union Schönebeck) 13,51m; M55, Weit/Drei: Ralf Berlin (LG Altmark) 5,39, 11,01m; M70, 200m: Horst Beige (USV Halle) 32,05sec.; M80, Weit: Karl Schmid (SV Weiden) 3,59m; M85, Hoch: Walter Matthes (USV Halle) 1,08m. - W40, 800m: Anett Fischer (USV Halle) 2:32,56min.


18-jährige Lucie Kienast sprang 6,48m weit

Werfen wir über unsern Mikrokosmos hinaus noch einen Blick zu einer Seniorin von überübermorgen, so sie denn ein ähnliches Durchhaltevermögen wie Heike Drechsel (sie wurde mit fast 36 noch zum zweiten Mal nach 1992 Olympiasiegerin) an den Tag legen sollte. Die 18-jährige Lucie Kienast vom SV Halle sprang bei den parallel ausgetragenen U20-Meisterschaften außergewöhnliche 6,48m weit. Und das war in einer sehr konstanten Serie von fünf gültigen Versuchen (6,25, 6,33, x, 6,48, 6,42, 6,37) keineswegs ein veritabler Ausreißer nach oben.– Alle Resultate unter diesem Link.

Deutsche Handballer treten bei der EM nicht als Kulturverleugner auf

Kolumne

Moment mal

(Trondheim/Malmö/Wien/Krefeld, 18. Januar 2020)
Schau’n wir mal über den Zaun. Denn gerade Leichtathleten sind häufig sportlich vielseitig interessiert und talentiert, nicht nur an „König Fußball“. Bisweilen sogar „Wanderer zwischen den Welten“. Ein besonders prominentes Beispiel aus diesen beiden Lagern ist Hans-Peter Briegel (*1955) aus Kaiserslautern, „die Walz aus der Pfalz“. Der war als Jugendlicher erfolgreicher Weit-, Dreispringer und Mehrkämpfer, gewann 1972 bei den Deutschen Jugend-Mehrkampf-Meisterschaften in Rheinhausen (ich war als Berichterstatter für die Rheinische Post live dabei) den Titel im Fünfkampf. Seinerzeit Durchgangsstation als erster Tag des Zehnkampfes. Briegel wechselte später zum Fußball, brachte es als 1,88m großer Abwehrrecke von vermutlich über 90 Kilogramm Abtropfgewicht auf 72 Länderspiele und den EM-Titel 1980.
Soweit das Vorspiel zum Handball und einer erfreulichen Begleiterscheinung der momentan laufenden Europameisterschaft der Männer in Norwegen, Schweden und Österreich. Die DHB-Auswahl hat sich und ihr Land bislang nicht sonderlich mit Ruhm bekleckert. Darunter eine derbe und herbe Lehrstunde gegen Spanien, die einem sportlichen Offenbarungseid sehr nahe kam. Aber sie tritt wenigstens nicht als Kulturverleugner auf, die am Rande der Bande deswegen jeden Vorteil nutzt. Einige schon. Denn beim professionellen Handballsport ist national wie international Werbung am Mann erlaubt.

Spieler als bewegliche Litfaßsäulen

Insbesondere das Team von Bundestrainer Christian Prokop tritt als bewegliche Litfaßsäule neben dem (deutschen) Ausrüstungssponsor Kempa mit vielen weiteren Trikotsponsoren auf. Da ist vorne noch so eben Platz für den Bundesadler auf der Herzseite. Rückwärtig der Spielername und die –nummer, oftmals nach eigener Wahl und nicht wie ehedem durchnummeriert anhand der Kaderanzahl mit der 1 angefangen beim Stammtorhüter. Andreas Wolff, der noch nicht allzu viele Bälle an die Finger bekam (außer beim Herausholen aus dem Netz), bevorzugt die 33. Heute Abend (ab 20.15 Uhr live im ZDF) wartet Kroatien als nächste Nagelprobe auf dem sehr beschwerlichen Weg ins Halbfinale.
Kommen wir jedoch nach diesem langen Dreisprung-Anlauf zum Wesentlichen: Der Trainingsanzug und die Shirts werden vom Schriftzug „DEUTSCHLAND“ geziert. Gut zu wissen, dass es das in Zeiten der allgemeinen Vergermanisierung auch noch gibt. Hoffähig ist es allemal, am Wiedererkennungswert scheitert es auch nicht. Leider sind es vornehmlich die schlechten Beispiele, die allenthalben und allerorten Schule machen.