Kugelstoßerin Christina Schwanitz setzte zum Auftakt ein Ausrufezeichen

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(Chemnitz/Fayetteville/Krefeld, 26. Januar 2021) Erstaunlich, was sich mit erklärten und von uns berichteten Motivationsproblemen (siehe Link) so alles erreichen lässt. Christina Schwanitz (*1985/W35; im Bild) vom LV 90 Erzgebirge stieß am Sonntag auf ihrer Heimanlage an ihrem Wohnsitz Chemnitz nach längerer Wettkampfabstinenz zum Auftakt in die womöglich olympische Saison formidable 19,11m. Damit brachte sich die 35-Jährige beim weiteren Aufbau für die kurze Saison unter dem Hallendach mit dem (geplanten) Höhepunkt der Europameisterschaften im polnischen Torun vom 05. bis 07.März 2021 mit einem Wink an die kontinentale Konkurrenz schon mal mit einem dicken Ausrufezeichen in Position.
Allerdings: Momentan ist von der Bundesregierung zunächst bis zum 31.Januar für Polen als coronärem Hochrisikogebiet eine Reisewarnung ausgesprochen worden, gilt für die Einreise mit Bus, Bahn, Flugzeug oder Schiff eine zehntägige Quarantänepflicht. Dies auch bei der Rückkehr (Ausnahme Geimpfte). Das würde einen Start so gut oder schlecht wie unmöglich machen. Und ob bis dahin eine Besserung der Seuchenlage eintritt, ist bei der ungünstigen Winterlage höchst unwahrscheinlich. Selbst Spitzensportler/innen (weshalb auch?) gehören nicht zu dem Personenkreis, der bei den eh schleppend verlaufenden Impfungen in der ersten Reihe steht. Warten wir also in gebotener Demut die weitere Entwicklung ab. Alles andere wäre Kaffeesatzleserei.

Kugelstoßer Ryan Crouser verbesserte den 22 Jahre alten Hallen-Weltrekord

Die Meldung des Wochenendes kommt aus dem einstmals gelobten Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Das trifft dann allerdings auf diese erbrachte Leistung noch zu, die bei Insidern Bewunderung und Argwohn gleichermaßen auslösen dürfte. Der 28-jährige Drehstoßer Ryan Crouser aus Portland verbesserte bei einem internationalen Hallensportfest in Fayetteville im US-Bundesstaat Arkansas den 22 Jahre alten Hallen-Weltrekord seines amerikanischen Landsmannes Randy Barnes (er hält mit 23,12m den Freiluft-Weltrekord) um 16 Zentimeter auf 22,82m. Crouser hatte in seiner Serie mit 22,70m noch einen weiteren Versuch über der alten Höchstmarke von griffigen 22,66m. Er ist bereits jetzt der Kugelstoßer mit den meisten Weiten jenseits der 22-Meter-Marke. Das schaffte er im Vorjahr gar mal in allen sechs Durchgängen eines Wettkampfes.
Da kann einem angst und bange werden. Nicht nur wegen der konstanten Leistungen auf extrem hohem Niveau. Ein Schuft, der Böses dabei denkt. Denn es gilt wie immer bis zum Beweis des Gegenteils die Unschuldsvermutung. Den Rest überlassen wir der Fantasie oder Spekulation des geschätzten Lesers mit Sach- und Fachverstand.