Wettkampf-Angebot: Heilloses Durcheinander quer durch die Republik

(Duisburg/München/Regensburg/Krefeld, 20. Juni 2020) Wer im Zuge der sich stetig ausweitenden Lockerungsmaßnahmen in der einstigen olympischen Kernsportart Leichtathletik endlich wieder Wettkämpfe bestreiten möchte, muss schon im „richtigen“ der insgesamt 16 Bundesländer beheimatet sein. Als außenstehender Berichterstatter, selbst vom Fach, bedarf es da schon eines Kompasses oder einer äußerst akribischen, zeitaufwändigen Recherche, was wo geht oder eben auch (noch) nicht. Das ist nicht allein deshalb schwer vermittelbar. Schlussendlich finden die Sportfeste/Werfertage in Nord, Süd, Ost und West stets unter freiem Himmel an der mehr oder weniger gleichen frischen Luft statt. Besonders unersprießlich ist die Situation am Nordrhein mit seinen 72.509 registrierten Mitgliedern in 533 Leichtathletik-Vereinen oder -Abteilungen.

LVN ruderte lediglich ein Stück zurück

Der Regionalverband mit Sitz in der Montanstadt Duisburg hat in Anmaßung – natürlich nicht vorhandener – hellseherischer Fähigkeiten sehr vorschnell ein rigides und restriktives Wettkampf-Verbot bis 31.August 2020 ausgerufen. Nachdem die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen (NRW) Schritt für Schritt die Auflagen wegen des Corona-Virus‘ lockert, theoretisch Wettkämpfe wieder gestattet, rudert der rechtsrheinisch angesiedelte LVN lediglich ein Stück bis 31. Juli zurück. Derweil sind viele andere Sportarten, sogar im Kontaktbereich, seit Mitte Juni und teilweise früher bereits gestattet. Wer soll das verstehen? Erst recht bei einem Blick in andere Bundesländer. Ganz abgesehen übergreifend von den Profis im Fuß- und Basketball, die längst ihre
Geisterspiele" austragen.

In Regensburg werden demnächst schon 3.000 Meter gelaufen

Exemplarisch schauen wir zum Freistaat Bayern, dessen Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sich in Sachen Corona lange Zeit als Vorzeigebremser der Republik profilierte. Da werden zum morgigen Sommeranfang im Dantestadion der Landeshauptstadt für einen bestimmten Teilnehmerkreis die anglizistisch angehauchten „Munich Opend“ (= München öffnen; obwohl eigentlich nicht „offen“; geht’s noch einfältiger?). Bei der Telis-Challenge – die Umgangssprache in Bayern scheint jetzt Englisch zu sein – am 04.Juli 2020 in Regensburg stehen gar 3.000 Meter für alle Altersklassen im Mittelpunkt (siehe jeweils blv-sport).

Derweil rätselt der DLV noch an den 1.500m im Zehnkampf herum

Andererseits rätselt das vom abschließenden 1.500-m-Lauf im Zehnkampf völlig überraschte DLV-Präsidium noch daran herum, wie sie das Rennen nun elegant und kontaktfrei am Schlusstag der Deutschen Mehrkampf-Meisterschaften am 23.August 2020 im Sportzentrum Vaterstetten über die sportliche Bühne bringen (siehe Kolumne). Für jene, die geografisch nicht so bewandert sind: Der Schauplatz liegt ebenfalls im südlichsten Bundesland, unweit von München. So schaut’s aus! Die verschiedene Handhabung verstehe wer kann und will?
All jene, die verständlicherweise schon ungeduldig mit den Hufen scharren, wieder an den Start, Ablauf und die verschieden großen Ringe möchten, sollten sich in der umfangreichen Termin-Datenbank von ladv.de oder ihrem eigenen Landesverband orientieren und informieren.