Nanu: Winterwurf gleich nebenan parallel zu NRW-Hallenmeisterschaften

(Düsseldorf/Krefeld, 13. Januar 2020) Na, da schau an und wundere dich! Gleich neben dem Leichtathletik-„Tempel“ im Arena-Sportpark in Düsseldorf fand gestern auf den Außenanlagen parallel zu den Offenen NRW-Hallenmeisterschafen der Ü30-Generation eine vom TV Angermund ausgerichtete Winterwurf-Konkurrenz statt. Dazu sei vorrausgeschickt, dass sich die selbst ernannte Sportstadt – die sich vor allem für die kickende Fortuna als ihr liebstes Kind sinnbildlich alle verfügbaren Beine ausreißt – vor Jahren im vorauseilenden Gehorsam einer etwaig fallenden Schneeflocke (eher die Seltenheit am Niederrhein) außer Stande sah die Sicherheit für die bis dahin bei den Hallen-Titelkämpfen angedockten Winterwurf-Konkurrenzen (Diskus, Speer, Hammer) zu gewährleisten. Seither wurde dieses „Anhängsel“ als eigene Meisterschaft jeweils im November in Kooperation mit dem LVN dankenswerterweise vom rührigen Leichlinger TV durchgeführt.Und nun das? Wer hat da bei wem eine Leiche im Keller liegen? Und: Wieso genehmigte der gastgebende Leichtathletik-Verband Nordrhein (LVN) bei der Vorgeschichte auf seinem Hoheitsgebiet in unmittelbarer Nachbarschaft diese Parallel-Veranstaltung? Das verstehe wer will? Gebe meinerseits unumwunden zu, dass dies meinen Horizont übersteigt, weiß mich jedoch zu meiner Beruhigung in großer Gesellschaft.

Notgedrungen eng getakteter Zeitplan beim Kugelstoßen

Nicht weil es so schön wäre und diebischen Spaß machen würde, müssen wir mit der Schelte unvermittelt fortfahren. Anders als in den Vorjahren wurde seitlich neben der stationären keine ambulante Kugelstoß-Anlage eingerichtet. Das war bei dem notgedrungen eng getakteten Zeitplan eine große logistische Herausforderung für Organisationschefin Gisela Stecher, drohte er zumindest zwischenzeitlich schon beim zweiten Wettbewerb der M70 aus dem Ruder zu laufen. Das pendelte sich jedoch später wieder ein.

Messungenauigkeiten ein großer Ärgernis

Das größere Ärgernis waren freilich in der M70 zum großen Unmut der Teilnehmer und fachkundigen Schaulustigen am rechten Sektorenrand (der Autor war ebenfalls Augenzeuge) die vielen Messungenauigkeiten auf dem zugegeben kaum sichtbare Abdrücke hinterlassenden festen, grünen Kunststoffuntergrund. Immerhin bilden die weiß lackierten Metermarkierungen im Radiusverlauf bei hoher Aufmerksamkeit und keinem Knick in der Optik einen guten Anhaltspunkt. Auf Intervention der Aktiven beim Schiedsrichter Wurf wurde schließlich der Feld-Kampfrichter, sonst für die Gerätekontrolle zuständig, ausgetauscht, ohne dass bei seiner Ablösung eine wesentliche Besserung eingetreten wäre. Das nennt sich dann wohl vom Regen in die Traufe zu gelangen.

Fünften Versuch zweimal wiederholen dürfen

Die absolute Krönung bei dieser unfreiwilligen Posse: Jung-Siebziger Hans Perpeet (*1950) von Mettmann Sport durfte aufgrund für Außenstehende offensichtlicher Messfehler und ihrer lauthalsen Proteste seinen fünften Versuch zweimal wiederholen, also dreimal absolvieren. Geschadet hat es ihm indes nicht. Er sollte in seinem da insgesamt schon siebten Durchgang mit 11,60m seine Tagesbestweite erzielen. Zuvor waren es mit Fragezeichen zu versehende 11,34m zum Auftakt, die aber zumindest in etwa stimmten.
Ehe uns ein paar Rosinen herauszupicken, überantworten wir alles Weitere der verlinkten Online-Ergebnisliste. Die präsentiert sich selbstverständlich in dem von uns schon in der Vorschau beschriebenen wilden, nicht einmal chronologischen Seltec-Geschlechtermix der Meldeliste. Schlechterdings ein wahr gewordener Alp- oder Albtraum!