Respektable Weiten beim "Sommer-Schlussverkauf" der Senioren-DM

(Leinefelde-Worbis/Krefeld, 15. Juli 2019) Sommer-Schlussverkauf am gestrigen letzten Vormittag bei den Deutschen Senioren-Meisterschaften der Ü35-Generation in Leinefelde-Worbis. Was ausdrücklich nicht despektierlich zu verstehen ist. Es sind bei der von uns bestimmungsgemäß bevorzugten Fraktion Stoß/Wurf trotz Nieselregen der im reinen Wortsinne insgesamt verwässerten dreitägigen Titelkämpfe in Thüringen durchaus noch einige recht ansehnliche Leistungen von den wasserfesten Athleten/innen geboten worden. Das freilich unter sehr unterschiedlichen Vorzeichen. Die Felder bei den Senioren waren durchweg sehr spartanisch besetzt. Nur zwei Teilnehmer im Speerwurf der M35, je drei mit dem Hammer der M35 und Diskus der M40. Allein beim Speerwurf der M45 (9) wurde einer nach dem Vorkampf aussortiert. Das sah bei den sonst meist zahlenmäßig unterbelichteten Wettbewerben des angeblichen schwachen Geschlechts überwiegend anders aus. Mit Ausnahme des Terzetts beim Hammerwurf der W40.. Besonders gut gefüllt waren Diskus W45 (12) und Hammer W50 (13). Wobei Masse nicht automatisch Klasse generiert.

Namentliches Verwirrspiel um die Hammerwurf-Siegerin der W40

Denn insbesondere die Wettbewerbe der Seniorinnen wurden von etlichen turmhoch überlegenen Siegerinnen geprägt. Dabei müssen wir gleich mit einem Verwirrspiel beginnen. Den Hammerwurf der W40 gewann mit 51,75m und dem gewaltigsten aller Spannen von 14,74m Kirsten Münchow (im etwas älteren Archiv-Foto). Der Verein VfR Evesen ließ es erahnen, dass es dieselbe Dame gewesen sein muss, die unter dem zweiten Ehenamen Hilbig im März im polnischen Torun mit 54,81m noch Winterwurf-Weltmeisterin wurde. Also, Statistiker, aufgepasst: Kirsten Hilbig, geborene Münchow, geschiedene Klose und nach vermutlich neuerlicher Scheidung nun wieder unter ihrem Mädchennamen firmierend, ist ein und dieselbe Person. Was lehrt uns das? Vorsicht nicht nur bei der Berufswahl!

Rumpf, Engelhardt und Suhling ebenfalls mit Riesenvorsprung

Drei mit Riesenvorsprung haben wir noch: Sabine Rumpf von der LSG Goldener Grund mit 12,52m im Diskuswurf (49,28m) der W35, Gabriele Engelhardt vom LC Breisgau mit 9,84m im Hammerwurf (50,60m) der W50 und Dagmar Suhling vom TuS Huchting, ein Vorort von Bremen, mit 8,78m im Speerwurf (40,46m) der W40. Knapper ging es indes auch. Die DLV-Chefliteratin der Seniorenspielecke auf der Verbandsnetzseite, Bettina Schardt von der MTG Mannheim, genügten bei 42,53m im Diskuswurf der W45 vergleichsweise winzige 26 Zentimeter zum Erfolg über Martina Greithammer vom TSV Münnerstadt, die 42,27m warf. Just diese Weite hatte Schardt tags zuvor bei ihrem Hammwerwurf-Sieg erzielt. Zufälle gibt’s…

Gehandicapte Andy Dittmar glänzte mit der „Schnapszahl“ 17,77m

Wenn man(n) schon kein
Glück hat, kommt bisweilen noch Pech hinzu. Kugelstoß-Gigant Andy Dittmar (im Bild) von BiG Gotha kann ein garstig Lied davon singen. Kaum hatte der inzwischen 45-Jährige seine Entzündung am rechten Handgelenk auskuriert und als Thüringer Meister bei den Männern mit 18,04m wieder eine Glanzleistung abgeliefert, zog er sich eine Schnittverletzung der linken Hand zu. Aus der „kalten Hose“, wie er es selber nannte, und stark eingedampfter Erwartungshaltung ging er zum Titelabräumen gestern Morgen um 10.30 Uhr in den Ring. Und es kam auch diesmal anders als von ihm gedacht. Mit einer bis auf die eins vorne „Schnapszahl“ von 17,77m überraschte Big-Andy lediglich sich selber. Kuriosum am Rande: Der Zweitplatzierte Heiko Sandig von der LG Neiße tat es dem Meister zumindest beim Zahlen-Cocktail bei einem Rückstand von 3,33m mit 14,44m gleich. Nach fünfjähriger Alleinherrschaft von Dittmar in der M40 durfte nun „Kronprinz“ Sören Voigt vom TSV Erding ran. Dazu reichten dem Bayern nicht allein an seinem Vorgänger gemessen, was eingedenk eines solchen Ausnahmekönners mit irre langem Verfallsdatum unanständig wäre, bescheidene 13,45m.

Prima Darbietung von Speerwerfer Mario Lohmann

Obwohl es eine ziemlich einsame Darbietung mit nur einem direkten Konkurrenten war, bot der im letzten Jahr der M35 stehende Speerwerfer Mario Lohmann (*1980) von der LG Mittweida mit 61,07m und einer blitzsauberen Sechserserie eine prima Leistung.
Tragen wir noch nach, was der Live-Ticker zu später Abendstunde am Samstag noch nicht hergab. Ed-Burke-Bezwinger Hermann „Herminator“ Albrecht (*1940) von der SpVgg Satteldorf warf den Hammer bei seiner DM-Abschiedsvorstellung in der M75 42,79m weit und hatte bereits auf den ersten Verlierer einen Vorsprung von 5,02 Meter. - Alle Resultate unter diesem Link.