NRW "Open": Rund 500 Startwillige beim saisonalen Titel-Aufgalopp

(Düsseldorf/Krefeld, 13. Januar 2018)  Nach gutem Brauch und alter Väter Sitte sorgt das einwohnstärkste Bundesland für den saisonalen Aufgalopp  bei den Titelkämpfen der Ü30-Generation unter dem Hallendach. Bei den Offenen NRW-Meisterschaften im Arena Sportpark in Düsseldorf  werden morgen rund 500 Startwillige ihre mehr oder weniger dekorierte Visitenkarte abgeben. Den Aufrückern in die nächsthöhere Altersklasse mit den Endungen der Jahrgänge drei und acht wird es zudem wie eine Art Kinder-Geburtstag vorkommen. Denn sie sind  nunmehr in der komfortablen Situation, als die jüngsten gegen die älteren ihrer Altersklassen antreten zu dürfen. Dabei profitieren so früh im  Kalenderjahr die meisten von der schizophrenen  liest sich netter als bekloppten – hausgemachten nationalen Regelung, bereits bisweilen weit vor Vollendung des neuen Lebensjahres in der höheren Altersklasse starten zu dürfen. Ob’s wirklich immer und überall hilft, muss sich weisen.

Leichtere Geräte versüßen für einige das schmutzige Geschäft mit der Kugel

Die Kugelstoßer der M50 bis 80, weiblich etwas bedingter, kommen im Zehn-Jahres-Takt zudem in den Genuss, buchstäblich leichtere Geräte an und in die Hand zu erhalten. Das sollte sich normalerweise mit einem Weitenplus von etwa einem Meter bemerkbar machen. Und nun erzähle mir erfahrenem Haudegen mit 52-jähirger Praxis in 1.142 Wettkämpfen in meiner Spezialdisziplin von den Männern bis zur M70 ja keiner, das erfordere eine Eingewöhnungsphase. Papperlapapp! Wer sein schmutziges Handwerk versteht, der hat ohnehin fernab des jeweiligen Wettkampf-Gerätes von jeher mit unter- und übergewichtigen Kugeln trainiert. Sonst hätte er einiges falsch gemacht.

Masse und Klasse lässt sehr zu wünschen übrig

Alles in allem sieht es hinsichtlich Quantität (M30 Fehlanzeige, M65 nur einer, insgesamt 65 Gemeldete in zwölf Klassen) und Qualität in dieser Disziplin ziemlich mau aus.Mit Oliver Schembach (M50) vom LV Essen, Roland Wattenbach (M60) vom TV Eiche Bad Honnef, Rolf Griesberg (M65) vom Pulheimer SC und Ralf Unger (M70) vom TuS Kerpen-Buir, so der Drehstoßer nach einem gerade überstandenen Erkältungsinfekt überhaupt in den Ring gehen kann, ist lediglich ein nationales Spitzenquartett mit von der Partie. Noch düsterer sieht es bei den Seniorinnen (25 in zehn Klassen) aus. Interessant verspricht hingegen in der W50 das Duell zwischen Barbara Gähling vom  LTDSHS Köln und Christine Wenzel von der DJK Blau-Weiß Annen zu werden, die Gold und Silber auch im wahren Wortsinne unter sich ausmachen.
Über den eigenen Tellerrand geschaut sorgt die „Ritte-Air“mit Wolfgang, Ute, Thomas und Christina Ritte vom SC Bayer 05 Uerdingen für prominenten Anstrich. Doch sie müssen wegen des fehlenden Stabhochsprungs diesmal in unmittelbarer Nachbarschaft von Vater Rhein in nicht gerade fremden, jedoch anderen Gewässern fischen. Wobei sich der Senior-Chef als Frischling in der M65 heuer auch wieder den Zehnkampf beim Stendaler Hanse Cup Ende Mai auf die Agenda geschrieben hat. Bekanntlich ist er mit 8.123 Punkten nach wie wor Weltrekordhalter der M60.

LVN ist auch nicht mehr was er einmal war
 
Abgesehen von sich ständig ändernden Adressen verlinken wird die nach dem Zufallsprinzip wild durcheinander gemixte Meldeliste des gastgebenden Leichtathletik-Verbandes Nordrhein (LVN) ganz bewusst nicht, der seinem einstigen hohen Qualitätsmerkmal arg hinterherhoppelt.