Klappe, die 2. zu unserer Vorstellung des Buchs "Reife Leistung"

(Berlin/Krefeld, 23. Januar 2021) Schmieden wir sinnbildlich das Eisen, solange es in unserer schnelllebigen und reizüberfluteten Zeit zumindest noch warm ist. Bekanntlich ist nichts älter als die Zeitung von gestern. Wie soll es da erst bei einem Online-Medium sein?! Also sei unsere Buchbesprechung mit dem Beitrag „Kluger Titel ,Reife Leistung‘ Hommage an 13 Senioren-Sportler/innen“ von vorigen Dienstag in das Gedächtnis des vermeintlich vergesslichen Lesers zurückgerufen.
Vorausgeschickt, dass die meisten bei Wohlgefallen stumm mit den Füßen abstimmen, sich allenfalls via E-Mail mal zu Wort melden, wenn sie sich durch irgendwas beschwert fühlen. Und selbst dann: Aus eigener Anschauung habe ich im Laufe des langen Zeitraumes nach einer Nacht drüber schlafen gefühlt 500 Leserbriefe nicht geschrieben. Eher mehr. Insofern ist eine obschon nicht überbordende positive Resonanz hoch zu bewerten, gewissermaßen x-fach zu multiplizieren. Und die gab es!
Angefangen beim Buchautor Christoph Cöln aus Berlin. Der rief mich an und meinte anerkennend: „Das ist die beste Rezension, die ich über mein Buch gelesen habe. Besonders gefällt mir, dass sie mit Ihrer persönlichen Geschichte verwoben worden ist. Einige Male habe ich herzhaft vor mich hin geschmunzelt. Meiner eher kritischen Freundin hat sie auch sehr gefallen. Diese Besprechung habe ich sofort an die PR-Managerin des riva-Verlages weitergeleitet und auf den Pressespiegel meines Internet-Portals genommen.“ (Siehe Link).

Ein Lichtblick im finsteren Corona-Alltag

Allzu verständlich, dass ich mich darüber selbst als alter Fahrensmann mit bald 55-jähriger Erfahrung im Sportjournalismus gefreut habe. Genauso wie ohne Namensnennung stellvertretend für alle anderen positiven Reaktionen zwei weitere Zitate: „Ein interessanter Hinweis. Das Buch habe ich sofort bestellt“, und „Ein unterhaltsamer Lesestoff gepaart mit vielen Informationen.“
Da Eigenlob ja angeblich stinkt, musste die Wertschätzung Dritter als Lichtblick im finsteren Corona-Alltag einfach mal ge- und benannt werden. Schließlich wird gegen Anerkennung seiner Arbeit niemand immun sein. Und die Moral, der Nebeneffekt und die Quintessenz von dieser heutigen Geschicht‘: Es wurde nochmals auf das lesenswerte Werk hingewiesen, und: „Seid nett zueinander“.  
Kostet nix, kommt aber gut an.

"Schlaraffenland" DLV gibt sich seinem Dornröschenschlaf hin

Kolumne

Moment mal

(Darmstadt/Krefeld, 22. Januar 2021) Mit der Verlegung der World Masters Games (WGM) im westjapanischen Kansai um ein Jahr von Mai 2021 auf den mutmaßlichen Wonnemonat anno 2022 (wir berichteten) haben wir nun den absoluten Super-GAU (= Größter angenommener Unfall). Für die Senioren-Leichtathleten aller drei Sparten von Lauf, Sprung und Wurf wird es weltweit keine gemeinsamen internationalen Meisterschaften geben. Dafür zieht sich der kontinentale Dachverband  European Masters Athletics (EMA) an immer wieder neuen, relativ sinnfreien virtuellen Meisterschaften für eine Minderheit von Langstrecklern hoch. Das hat entschieden den Vorteil, dass der präsidiale Nar(r)zisst Kurt Kaschke (*1955/M65) daran rund um sein Domizil in der Wahlheimat Assafora (Portugal) bei schon angenehmen Temperaturen teilnehmen kann. Das ist natürlich sehr bequem. Aber auch äußerst eindimensional gedacht, statt über Alternativen für alle Aktiven nachzudenken und vor allem solche auch anzubieten. Es zu lassen, ist ein Armutszeugnis allererster Güte des ehemaligen Realschullehrers aus Freudenstadt.

Keine Idee, keinen blassen Schimmer für Alternatives

Genauso wie beim Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV). Zeichnen wir vorausschauend mal ein tiefschwarzes Horrorszenario: Es wir auch in 2021, dem Jahr zwei von Corona, keine Deutschen Meisterschaften für Senioren geben. Sie werden in ihrem Darmstädter Wolkenkuckucksheim immer einen vorgeschobenen Grund finden, auf der faulen Haut liegen zu bleiben. Keine Idee, keinen blassen Schimmer, wie man eben etwas anderes machen könnte. Die wohl besten Disziplinen in Zeiten wie diesen Veranstaltungen zu bewerkstelligen kommen aus den Bereichen von Sprung und Wurf. Stattdessen wird auf Läufe gesetzt (siehe auch EMA), die auf Gedeih und Verderb durchgezogen werden. Warum keine Ausschreibung von der Corona-Situation angepassten unkonventionellen Meisterschaften? Und weshalb werden Vereinsvertreter und Senioren/innen nicht in die Planspiele einbezogen? 
Ausrichter werden sich finden lassen, wenn die ungeheuer hohe Messlatte des über 70-seitigen Anforderungsprofils mit VIP-Parkplätzen, VIP-Bewirtung, überdachten Tribünen, abgeklebter Werbung einer runtergedimmten Amateur-Meisterschaft für „Fortgeschrittene“ auf ein angemessenes, vernünftiges Maß niedriger gelegt wird. Allerdings schwierig, wenn auch bei den bezahlten Machern der Dachorganisation überwiegend Hobbyisten am Werke sind.

„La dolce far niente“ beim nationalen Dachverband

Und diese (un-)verantwortlich handelnden Personen sollten sich bewusst machen, wofür dieser Verband eigentlich installiert worden ist: Nämlich die vielen Sportler/innen und nicht für jene „über 50 hauptamtlichen Kräfte“ mit ihrem ehrenamtlichen Vorgesetzten Jürgen Kessing. Dieses riesige Orchester ohne wirklichen Dirigenten liefert momentan eine außerordentlich dürftige Leistung für seine mitgliederstärkste Fraktion ab. Einmal ausgeklammert, dass seit Oktober 2020 allmonatlich der obligatorische Anti-Doping-Brief in der Senioren-Spielecke der Verbandsnetzseite veröffentlicht wird und zwei nachgeschobene, die Ü30-Generation nicht tangierende Meldungen, um den dürren Aufguss ein wenig aufzupeppen. Ganz so, also gäbe es über rein gar nichts zu berichten. Der Gegenbeweis wird auf dieser Welle und an dieser Stelle angetreten. Wenngleich bisweilen mit kleinen, indes thematisch allgemeinverbindlichen Anleihen. 
Es steht zu befürchten, dass sich das isolierte Schlaraffenland der Geschäftsstelle in Darmstadt weiterhin seinem Dornröschenschlaf hingibt. Denn wer nicht arbeitet, macht auch keine Fehler. Diese per Saldo traurige Zeit der Verarmung sozialer Kontakte und zwischenmenschlichen Beziehungen wird durch das „La dolce far niente“ (Das süße Nichtstun) des DLV in seiner Tristesse unnötigerweise noch verstärkt.

Menschheit ab heute zumindest schon mal von einer Geißel befreit

(Washington/Krefeld, 20. Januar 2021) Zuerst die gute Nachricht rund um den Erdball. Womöglich wird sogar eines Tages der 20.Januar von den Vereinten Nationen (UN) mit Hauptsitz in New York zum weltweiten Feiertag ausgerufen. Denn mit der heutigen Amtseinführung seines Nachfolgers Joe Biden als neuen US-Präsidenten verlässt Mr. „America First“ Donald „Duck“ Trump nach vierjähriger Schreckensherrschaft das „Weiße Haus“ in Washington. Lange Zeit sah es danach aus, dass er es nicht freiwillig tun würde und ihm eine Zwangsräumung droht. Egal: Die Menschheit ist damit eine Geißel schon mal los.

„Lockdown“ verschärft und bis zum Valentinstag verlängert

Die noch schlimmere, in ihren Ausmaßen für Leib und Leben, tobt derweil noch. Den vielen Maskenmuffeln, Corona-Leugnern, (Ver-)Querdenkern, Ignoranten und Verschwörungstheoretikern (wie einfältig muss man dafür eigentlich sein?) ist es zuzuschreiben, dass hier zu Lande der „Lockdown“ (Abriegelung) unter verschärften Bedingungen über den 31.Januar hinaus bis zum 14.Februar 2021 verlängert wird. Also nix mit einem Valentinstag bei einem aushäusigen Essen in einem schönen Restaurant zusammen mit dem Partner des Herzens. Allerdings sollte auch das im Sinne der Herkulesaufgabe zur Eindämmung des vermaledeiten Virus‘ zu verschmerzen sein. Mit durchgängig mehr Disziplin und Verantwortungsbewusstsein kann jede/r seinen Beitrag dazu leisten, dass über die Impfungen hinaus alsbald wieder Normalität einkehrt. Andere Länder machen es uns bereits vor.

Sprinter Daniele Biffi hat den Kampf mit dem Krebs endgültig verloren

(Berlin/Krefeld, 21. Januar 2021) Als Don Quijote wider Willen erzielte er beim Kampf gegen die Windmühlenflügel des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) in Darmstadt und dem mühseligen Gang durch die Instanzen bis hinauf zum Europäischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg City einen großartigen Erfolg. Doch den mit einer heimtückischen Krebserkrankung hat er endgültig verloren. Der italienischstämmige Sprinter und Trainer Daniele Biffi (im Bild) von TopFit Berlin verstarb vergangenen Samstag im Alter von erst 48 Jahren. Dies teilte vorgestern in einem Nachruf der Berliner Leichtathletik-Verband auf seiner Internetseite mit.
Zur Erinnerung: Der DLV hatte in einer Nacht- und Nebelaktion mit Wirkung zum 1.Januar 2017 das Ausländer-Startrecht bei Deutschen Senioren-Meisterschaften für EU-Bürger mit Lebensmittelpunkt in Deutschland und Mitgliedschaft in einem deutschen Leichtathletik-Verein von jetzt auf gleich ohne Vorlaufzeit und Besitzstandswahrung abgeschafft. Dagegen klagte der Wahl-Berliner Biffi im Schulterschluss mit seinem Anwalt und befreundeten Klubkameraden Gerald Kornisch.

Neben dem Gedenken ein Platz in den Geschichtsbüchern sicher

Den gesamten Werdegang über drei Jahre hat Lampis in etlichen, überwiegend exklusiven Beiträgen mit dem jeweiligen Stand des Verfahrens bis zum Abschluss begleitet. Schlussendlich konnte im Februar 2020 die Rückkehr zur alten Regelung von den betroffenen Athleten/innen gefeiert werden (siehe Link) und trat für die Senioren-Hallen-DM mit Winterwurf vom 28.Februar bis 01.März 2020 in Erfurt erstmals wieder in Kraft. Biffi konnte seinen Triumph über die verschiedenen Verhandlungstische hinweg leider nicht vor Ort in der Thüringer Metropole auf der Kunststoffpiste auskosten, da er damals bereits erkrankt war.
Neben dem Gedenken derer die ihm nahe standen, hat er für immer einen Platz in den deutschen Geschichtsbüchern der ehedem olympischen Kernsportart sicher.

Kluger Titel "Reife Leistung" Hommage an 13 Senioren-Sportler/innen

(Berlin//Krefeld, 19. Januar 2021) Nicht gesucht, dennoch gefunden. „Kommissar Zufall“ wollte es so. Auf meiner Internet-Spielwiese hatte ich nebst Verlinkung auf den interessanten Artikel Deutschland vor der Bewegungsinsolvenz" des inzwischen freiberuflichen Sportjournalisten und Buchautoren Christoph Cöln (im Bild spitzbübisch lächelnd von Herbert E.Müller eingefangen) aus Berlin in der Online-Ausgabe von „Die Welt“ hingewiesen. Der weitaus jüngere, 42-jährige Kollege aus der Bundeshauptstadt „outete“ sich zu meiner großen Freude als gelegentlicher LAMPIS-Leser und rief mich bezogen auf den genannten Beitrag (siehe Link) an. Bei dem ersten lebhaften 40-minütigen Gedanken- und Erfahrungsaustausch, mittlerweile folgten zwei weitere längere Telefonate, stellte sich schnell heraus, dass wir im übertragenen Sinne Brüder oder altersgemäß richtiger Vater und Sohn im Geiste sind, beide ein großes Herz für Senioren-Sportler/innen haben. Kurzum: C.C. aus B. schickte mir zu meiner Überraschung mit der Widmung „Machen Sie weiter so!“ sein im Juni 2020 erschienenes Buch „Reife Leistung“ zu. Einfach so. Bar des Hintergedankens einer Buchbesprechung.

Kleine kollegiale Schützenhilfe

Was ich jedoch in Geschäftsführung ohne Auftrag (wer wollte es verhindern?!) nun doch mache. Denn in Zeiten von Corona, wo so ziemlich alles auf der Strecke geblieben ist, kann ein bisschen PR als Anschubhilfe für einen beruflich gleichgesinnten Artgenossen schließlich nicht schaden. Zumal das gebundene Werk von 208 Seiten, im Mittelteil mit Farbfotos der Protagonisten, genau auf den Leserkreis der engagierten Senioren/innen dieses Internetportals abzielt. Darauf deutet bereits der sehr klug gewählte, doppeldeutige Titel „Reife Leistung“ hin, spätestens jedoch die Unterzeile „Mit Sport dem Alter trotzen. Inspirierende Geschichten von Menschen über 70.“ Es sind in elf eigenständigen Kapiteln 13 an der Zahl. Allesamt lesenswert, aufwändig mit Besuchen der „fitten Alten“ recherchiert, interessant, amüsant und unterhaltsam zu Papier gebracht. Obendrein das Schöne daran: Für viele Leichtathletik-Senioren/innen mit einem hohen Wiedererkennungswert.

Ein paritätisch besetztes Quartett aus der Senioren-Leichtathletik

Gleich ein Quartett, hübsch paritätisch verteilt je zwei fortgeschrittenes Mädels und Jungs, gehören der gemeinsamen Zunft an. Als da wären: Ingrid Holzknecht (*1940), die unverwüstliche, kernige „Köllnflocke“ aus Elmshorn, die Gevatter Tod schon von der Schippe sprang, die „blaublütige“ Rosy Gräfin von Westerholt (*1939) aus Herten, die „nebenbei“ den Golfschläger schwingt, der sportlich dreispurig fahrende Dieter Wolf (*1937) aus Neuss mit seiner als früherem Geheimdienstler und Bundeswehr-Oberstleutnant a.D. besonders spannenden Vita (Dieter schreibt derzeit seine dreiteiligen Memoiren) sowie der laufende Allesrenner und Dauerbrenner Herbert E.Müller (*1929) aus Grevenbroich, beide für den TSV Bayer Dormagen startend. Daher mir bestens über Jahrzehnte hinweg vertraut und sportfreundschaftlich verbunden. Insofern sind mir gerade die ihnen gewidmeten Zeilen durchaus bekannt. Schön und lehrreich zudem für einen alten, neugierig gebliebenen Fahrensmann, das mal in einem anderen Sprachduktus zu lesen.

73-Jähriger als Michelangelo am eigenen Körper
 
Klar und Ehrensache, dass ich nicht der Reihenfolge nach diese vier Porträts aus der „Oldiethek“ zuerst gelesen habe. Anschließend das über Bodybuilder Hans-Willi Neubauer (*1947) aus dem historischen Krefelder Stadtteil Linn. Lokalpatriotismus war nicht der einzige Grund. Den Michelangelo am eigenen Körper kenne ich vom nicht gemeinsamen, freilich häufig gleichzeitigem Training im „Power Gym“ in Krefeld-Uerdingen. Dort haben wir bisweilen in kleinen Ruhephasen zwischen den Einheiten beim „Eisenfressen“ oder an der „Proteinbar“ des Fitness-Studios ein paar Sätze miteinander gewechselt.

Summa summarum ein lesenswertes Gesamtkunstwerk

Ehe ich noch meine subjektive, ein wenig voreingenommene Wahrnehmung resümierend zum Besten gebe, lasse ich lieber mit Herbert E.Müller einen der 13 Auserkorenen zu Wort kommen: „Christoph Cöln ist es zusammen mit dem Fotografen Miguel Brusch gelungen, in eindrucksvollen Berichten und mitreißenden Fotos jeden einzelnen Athleten als Persönlichkeit darzustellen. Bleibt zu h
offen, dass möglichst viele das spannende, kurzweilige Buch lesen und daraus die erforderlichen Schlüsse ziehen.
Weitere Appetitmacher in Schrift und Bildern auf der eigenen Netzseite www.reifeleistung.com bis hin zur Bestellmöglichkeit. Mehr Service für den Autor und potenzielle Interessenten geht nicht.