Riesiges Fragezeichen überschattet die Olympischen (Nachhol-)Spiele

(Tokio/Lausanne/Krefeld, 13. April 2021) Nicht Freitag, aber der 13. Das werte jeder als wie auch immer geartetes Omen. Denn es soll ja auch Abergläubische geben, die sie als ihre Glückszahl bezeichnen. Füttern wir indes unsererseits getreu der Devise „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ das virtuelle Phrasenschwein. Und das bezogen auf die geplanten Olympischen (Nachhol-)Spiele vom 23.Juli bis 08.August 2021 in der japanischen 38-Millionen-Metropole Tokio, die bereits 1964 Schauplatz gewesen ist. Da war die Welt allerdings noch einigermaßen in Ordnung. Aktuell ist es mehr etwas für unerschütterliche Optimisten aus Profession oder schlichtem Gemüt, dass sie auch tatsächlich ausgetragen werden. Denn, ohne bis ins kleinste Detail zu gehen, gibt es derzeit nach dem olympischen Motto „Höher, weiter, schneller“ immer wieder neue Rekordmeldungen zur Corona-Gemengelage der gastgebenden Nation.

Wann zeigen IOC und japanische Regierung endlich Flagge?

Leider ausnahmslos negativer, geradezu beängstigender Prägung. Noch verheerender wie anderswo. Schwerlich vorstellbar, dass sie sich im Land der aufgehenden Sonne bei der vorherrschenden Aufwärtsspirale in knapp über drei Monaten halbwegs aus diesem Würgegriff befreien können. Stark beeinträchtigend kommt hinzu, dass die im Februar begonnene landesweite Impfkampagne aufreizend langsam vorangeht. Lediglich 0,3 Prozent der 126 Millionen Einwohner des Inselstaates im Pazifik sind momentan vollständig geimpft. Und eine Woche vorher kann ein solch gigantisches Ereignis, selbst ohne Zuschauer aus aller Welt (noch so ein Punkt mit höchst fadem Beigeschmack der Absurdität!), nicht erst abgesagt werden. Wann also zeigen der „Herr der Ringe“ Thomas Bach (im Bild) aus Tauberbischofsheim als Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) mit Sitz in Lausanne/CH und die japanische Regierung in letztinstanzlicher Verantwortung einer Freigabe oder Absage endlich Flagge?
Obschon es gleichermaßen interessant ist, also fiele vor dem Hauptbahnhof in Tokio ein Fahrrad um, würde ich keine müden Euro darauf wetten, dass die Spiele in diesem Jahr stattfinden.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet ein bürgernaher Politiker

(Langenzenn/Hagen/Düsseldorf/Krefeld, 12. April 2021) Geschichten, die das Leben schreibt. Allemal bemerkenswert, sonst würden wir jetzt nicht darüber berichten. Wer ihn kennt, der weiß, dass unser gelegentlicher Gastautor Dieter Krumm (LAC Quelle Fürth) aus Langenzenn in Mittelfranken für so manchen Spaß zu haben ist, ihn vor allen Dingen mitunter selber inszeniert.
Diesmal allerdings unter gütiger Mitwirkung von Wurf-Allrounder Klaus Kynast aus Hagen. Der hatte sich anlässlich der Wahl von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) zum Vorsitzenden seiner Partei am 22.Januar 2021 eine kleine Fotomontage von der Siegerehrung der Deutschen Senioren-Meisterschaften 2006 im schmucken Waldstadion in Aachen erlaubt. Die hatte seinerzeit der Aachener Laschet in seiner Eigenschaft als NRW-Sozialminister vorgenommen. Das ansonsten unverfälschte Fotodokument ergänzte K.K. aus H. auf dem Podium mit dem Schriftzug „Armin Laschet neuer CDU Parteivorsitzender".

Reaktion gar ins "feindliche Söder-Land"

Den nächsten Schritt machte dann Krumm, der „krumme Hund“. Er schickte das Foto mit ein paar Zeilen via E-Mail an die NRW-Staatskanzlei in Düsseldorf zur Weiterleitung an Laschet, ohne jede Erwartungshaltung einer etwaigen, wie auch immer gearteten Reaktion. Obendrein wohlwissend, dass den Landesvater von Nordrhein-Westfalen (NRW) momentan andere Sorgen und Probleme umtreiben. Hinzu kommt, dass er, Krumm, aus dem „feindlichen bayerischen Söder-Land“ stammt. Doch siehe da: Der Wahl-Bajuware aus dem Westerwald in Rheinland-Pfalz erhielt zu seiner großen Überraschung und Freude am 09.April 2021 vom „Kanzler-Kandidaten in Lauerstellung“ eine Antwort nebst Unterschrift: Der Original-Text:

Anschauungsunterricht für Anstand, Stil und Klasse

Sehr geehrter Herr Krumm,
vielen Dank für Ihre E-Mail vom 13.März 2021, Ihre freundlichen Worte und das beigefügte Foto.
Ich kann mich noch gut erinnern an unseren Termin damals und hoffe, dass Sie alle wohlauf sind. Das Foto ist für mich – und ich denke auch für Sie – eine Erinnerung an ein geselliges Miteinander, zu dem wir hoffentlich bald zurückkehren können.
Bis dahin wünsche ich Ihnen in diesen schwierigen Zeiten alles Gute und vor allem Gesundheit.
Mit freundlichen Grüßen
Armin Laschet
Das hat Anstand, Stil und Klasse, von dem sich so manche „Häuptlinge“ in der Leichtathletik eine gaaanz dicke Scheibe abschneiden könn(t)en. Wunschdenken, ich weiß.

Senioren-Sechs-Länderkampf muss erneut aufgeschoben werden

(Leibnitz/Krefeld, 10. April 2021) Es gibt in diesen immer noch anhaltenden, sich weithin mit so genannten dritten Wellen gar verschlimmernden Zeiten der elendigen Corona-Seuche einen Standardsatz, der in Endlosschleife vorangestellt werden könnte: Meine Name ist Hiob, ich habe eine Botschaft zu überbringen. Nur gut, dass die Überbringer schlechter Nachrichten dafür nicht mehr mit ihrem Leben bezahlen müssen. Sonst hätte ich nicht erst bei dieser Meldung längst passen müssen. Wieder mal getreu dem Motto „Und täglich grüßt das Murmeltier“ ist die Absage einer Leichtathletik-Veranstaltung fällig. Und das selbst im auf diesem Sektor gelobten Land Österreich, das allen Widrigkeiten zum Trotz gerade für seine Masters und willkommenen ausländischen Gäste – anders als hierzulande – einiges möglich gemacht hat. Diesmal sind allerdings den gastgebenden Machern des sechsfachen, jedoch 2019 entthronten Seriensiegers „Austria“ um den hammerwerfenden „Playing Captain“ Gottfried Gassenbauer (*1958) aus Wien förmlich die Hände gebunden.

Ersatzweise vielleicht Offene Steierische Masters-Meisterschaften

Die bereits aus demselben Grund im Vorjahr ausgefallene neunte Auflage der „Interstate Masters“, ein Senioren-Sechs-Länderkampf zwischen Erstausrichter und Titelverteidiger
Tschechien, Ungarn, Kroatien, Slowenien, Österreich und der Schweiz, und für den 21./22.August 2021 in Leibnitz in der Steiermark geplante Vergleichskampf muss auf das Frühjahr 2022 verschoben werden. Weniger wegen der erschwerten Organisation mit allen einhergehenden Konzepten, sondern mehr einer stark eingeschränkten Trainings- und Wettkampfvorbereitung der vielen Teilnehmer/innen aus sechs Nationen. Hinzu kommen die momentan nicht absehbaren Ein-/Ausreisebestimmungen, die Zulassung der Logis/ Beköstigung der Gäste vor Ort in der 12.437-Seelen-Gemeinde und dem zuckersüßen Nachtisch einer rauschenden Abschlussfeier bei, bitte nicht missverstehen, Wein, Weib, Mann und Gesang. Ganz zu schweigen davon, ob bis dahin allen Beteiligten, bei den Protagonisten*innen beginnend mit der M/W35, flächendeckend durchgeimpft sind. Da ja heutzutage notgedrungen Nostalgie angesagt ist, erinnern wir mit den Verlinkungen an die Vorschau und die Reportage von der achten Auflage im August 2019 im ungarischen Zalaegerszeg.
Abschließend noch eine gute Nachricht: Komplett vom Tisch ist an diesem August-Wochenende zumindest ein Leichtathletik-Meeting noch nicht. Es sollen, Stand jetzt, die Offenen Steierischen Masters-Meisterschaften ausgetragen werden. Also zugleich ein Hinweis für die reise- und wettkampflustigen Germanen*innen. LAMPIS bleibt selbstverständlich dran und wird zu gegebener Zeit berichten.

Posthum widmete SPORT1 Ferdinand Schladen eine große Story

(München/Bonn/Krefeld, 11. April 2021) Aufgrund einer zwangsläufig anonymisierten Analyse der Aufrufzahlen unseres „Webhosters“ IONOS by 1 & 1 liegt es in der Natur der Sache, dass uns die vielen täglichen Besucher jenseits der 1.000er-Marke weder von Namen, noch weniger von Person bekannt sind. Umso überraschter bin ich als Netzbetreiber und Autor bisweilen bei irgendwelchen Rückmeldungen auf bestimmte Beiträge, wo wir mit unserem bescheidenen, indes enthusiastischen Nischenengagement überall wahrgenommen werden.
Konkretes jüngstes Beispiel: Johannes Fischer hatte als Online-Redakteur des Spartensenders SPORT1 mit Sitz in München bei uns den noch am Todestag erschienenen Nachruf und den Link zur Geburtstags-Laudatio über den verstorbenen einstigen Weltklasse-Kugelstoßer Ferdinand „Fred“ Schladen (*24.05.1939, †29.03.2021) aus Bonn gelesen. Fischer fand, wie er mir zunächst per WhatsApp schrieb und später bei einem Telefonat erzählte, die Lebensgeschichte dermaßen spannend, dass sie ihn zu einer großen Story für das Online-Medium seines Dienstherrn inspirierte.

Titelzeile: „Der Star, der keiner sein durfte“

Dafür benötigte er, damit sie auch seine Handschrift trug und kein Abklatsch mit eigenen Worten würde, noch mehr Hintergrund-Informationen über den Sportler und Menschen Ferdinand Schladen. Obwohl ich als ehemaliger, nur unwesentlich jüngerer Kugelstoßer der zweiten Reihe Fred bereits seit 1967 kannte, unsere Wege sich bei Wettkämpfen im westdeutschen Raum bis hin zu den Deutschen Meisterschaften 1972 in München als Testveranstaltung für die Olympischen Spiele und danach immer wieder kreuzten, wir untereinander bis kurz vor seinem Tod auch privaten Kontakt pflegten, ich sogar die Freude und Ehre hatte zusammen mit meiner Frau Elke zu seinem „Achtzigsten“ vor rund zwei Jahren eingeladen gewesen zu sein, gab es jedoch einen der noch näher an ihm dran war: Nämlich sein langjähriger Klubkamerad, Freund und Arzt Dr.Wolfgang Knüll (*1946) aus Rösrath. Also stellte ich auch im wörtlichen Sinne die Verbindung zwischen Fischer und Knüll her, die ein ausführliches, tiefschürfendes Telefongespräch führten. Herausgekommen ist dabei der verlinkte, reichlich bebilderte Beitrag mit der ebenso treffenden wie beziehungsreichen Titelzeile „Der Star, der keiner sein durfte“.

Ein lesens- und empfehlenswerter kurzweiliger Artikel
 
Nicht nur für die Fraktion Stoß/Wurf ein lesens- und empfehlenswerter Artikel von kurzweiligen acht Minuten Dauer. Da Diplomatie eh nicht mein Ding ist und ich mein Herz auf der Zunge zu tragen pflege (Stammbesuchern von LAMPIS geläufig), handelt es sich als ehedem kugelstoßender Sportjournalist keineswegs um eine kollegiale wohlfeile Lobeshymne.
Kurzum: Lesen und zur eigenen An-/Einsicht gelangen. Höchst bedauerlich allerdings, dass es dem Hauptdarsteller verwehrt bleibt. „Wirklich schade, dass ich ihn nicht persönlich kennen lernen durfte“, schrieb mir Fischer. „Diese Geschichte hätte man natürlich genauso zu seinen Lebzeiten veröffentlichen können.“
Bleibt die romantische und zugleich tröstende Vorstellung, dass Fred  in seiner verschmitzten, positiv spitzbübischen Art wohlwollend aus dem Himmel darauf und zu uns allen, die ihn sehr gemocht und geschätzt haben, herabblickt.

Margit Jungmann mit großem Kino in den Ruhestand verabschiedet

Kolumne

Moment mal

(Saarlouis/Rehlingen/Krefeld, 09. April 2021)
Ganz großes Kino für Margit Jungmann aus Rehlingen im Saarland. Allerdings nicht in ihrer einer bestimmten Öffentlichkeit bekannten Eigenschaft als Präsidentin des globalen Senioren-Fachverbandes World Masters Athletics (WMA) mit Sitz in Monte Carlo im Fürstentum Monaco. Vielmehr wurde die 65-Jährige in Lauerstellung (*25.Mai 1956) als Kreisdezernentin des Landratsamtes Saarlouis in den Ruhestand verabschiedet. Der dortigen Lokalausgabe der „Saarbrücker Zeitung“ war das vorigen Dienstag einen „Riesenschinken“ (so heißt das im Zeitungsjargon) eines fünfspaltigen Artikels mit jede Menge Text und einem eingeblockten aktuellen dreispaltigem Foto vom Anlass wert. Leider maskiert und mithin ziemlich sinnfrei. Aber festangestellte Fotografen wollen in Zeiten wie diesen schließlich auch beschäftigt werden. Doch in diesem speziellen Falle wäre für den optisch-visuellen Wiedererkennungswert ein Archivfoto (wie bei uns) angemessener gewesen.

„Man müsste Dir ein Denkmal setzen“

Noch mal leider: Der Beitrag lässt sich nicht durchgängig verlinken und steht lediglich Abonnenten vollinhaltlich als „Online-Paper“ zur Verfügung. Also berichten wir ein wenig aus dem Inhalt, der Margit Jungmann zur Zierde gereicht und unseren dereinst für sie auserkorenen Beinamen „Saarperle“ nachträglich in anderem Glanz erscheinen lässt. Die Überschrift in An- und Abführung passt gleich zu ihrem hauptsächlich in englischer Sprache ausgeübten internationalem Ehrenamt: „Eine Teamplayerin, fordernd aber fair“. Die Zwischenüberschrift:
Lehrerin, Sportlerin, Kreisdezernentin: Kollegen und Weggefährten haben Margit Jungmann in den Ruhestand verabschiedet" (siehe da: ganz ohne Gender-Gedöns, obwohl sicherlich auch Frauen darunter waren). Gleich der Vorspann mit einem Zitat hat es in sich: „Du brauchst nicht unter Dich zu schauen. Was gesagt wurde ist alles wahr. Man müsste Dir ein Denkmal setzen“, betont Landrat Patrick Lauer in seiner Lau(er)datio. Wow! Und weiter: „Du warst die beste Chefin, die ich je hatte“, ergänzt er mit einem Augenzwinkern und spielt auf ihre Durchsetzungskraft an. Donnerschlag: Das ist fürwahr was fürs Poesiealbum.

Gibt es 2022 auch einen Abschied aus der Funktionärsriege?

Genug des überlieferten Lobes, das für unsere Leser (mich ebenfalls) in ihrem bezahlten Amt eh nicht nachempfunden werden kann. Womit keineswegs ausgedrückt werden soll, dass dort im verklärten Rückblick geschmeichelt wurde, dass sich im großen Sitzungssaal des Landratsamtes nur so die Balken bogen. Geben wir noch ein Kernzitat der taufrischen (Un-)Ruheständlerin wieder: „Ich gehe mit sehr viel Wehmut, aber mit einem Gefühl der Dankbarkeit.“
Immerhin bleibt sie der Senioren-Leichtathletik noch ein bisschen erhalten. Und da hat sie sich im Krisenmanagement mit dieser vermaledeiten Corona-Seuche nach meiner bescheidenen Meinung durchaus bewährt und klare Kante gezeigt. Anders als so manche sinnbildlichen und buchstäblichen „Eiertänzer“ aus den Chef-Etagen (na, ihr wisst schon!).
Mindestens bis zur nächsten Generalversammlung anlässlich der aufgeschobenen Weltmeisterschaften der Ü35-Generation vom 29.Juni bis 10.Juli 2022 im finnischen Tampere wird die „Frontfrau“ in administrativer Funktion weiterhin die Geschicke leiten. Allerdings stünde sie nach dem durchgesickerten Vernehmen aus der Szene nicht für eine Wiederwahl zur Verfügung. Schlussendlich gibt's auch noch mit Ehemann Lutwin ein Leben neben dem Sport. Wenn nicht alsbald, wann dann?
Doch – was sonst (?) – warten wir es in aller Ruhe und Gelassenheit ab. Denn bis dahin wird noch gaaanz viel Wasser die Saar herunterfließen und an die Mittelmeerküste in Monaco gespült.