Schier grenzenloser Anglizismuswahn der GAA alias des DLV

Glosse

Neben der Spur

(Darmstadt/Krefeld, 04. Mai 2022)
Bekanntermaßen verstehen wir uns nicht als der Steigbügelhalter unseres „Lieblingsfeindes“ Deutscher Leichtathletik-Verband (DLV). Noch weniger als Hinweisgeber auf Beiträge, die seine Literaten auf dem offiziellen Mitteilungsorgan unter leichtathletik.de so abzusondern pflegen. Doch in diesem speziellen Falle machen wir zu „Erbauung“ unserer geschätzten Leserschaft mal eine Ausnahme.
Ja, wo leben wird denn? Eine rein rhetorische Frage, die indes noch ihre Sinnhaftigkeit bekommt. Mit seinem gestrigen Aufmacher heißt es bereits, ohne An- und Abführung, in der Überschrift: 100 days to go: München läutet den EM-Countdown ein. Und im weiteren Verlauf geht es beim namentlich nicht genannten Autoren-Duo (Kürzel pm und sb) der „German Athletics Association“ (GAA) putzmunter im ganz normalen Anglizismus-Wahnsinn weiter. Das wollen wir jetzt nicht alles zum Schlechten geben und nach Art des Rindvieches widerkäuen.
Nur noch so viel zum wiederholten Male aus ähnlichen Anlässen zum besseren Verständnis: Der „Verein Deutsche Sprache“ hat vor geraumer Zeit verlautbart, dass lediglich etwa neun Prozent unserer Landsleute mit deutscher Herkunft Englisch perfekt in Wort und Schrift beherrschen. Die übrigen 91 von Hundert müssen also Texte der GAA alias des DLV durch ein Übersetzungsprogramm laufen lassen, um sie vollinhaltlich verstehen zu können. LAMPIS empfiehlt deepl.com.
Ganz offen und ehrlich: Mitunter vermag ich nicht derartige Mengen zu essen, die ich mir noch einmal durch den Kopf gehen lassen möchte. Na, ihr wisst schon, welches unerwünschte Wort der Fäkaliensprache eigentlich gemeint ist. Charmante Version: Brechreiz.