Verlagerung ins Ausland: Ein Schildbürgerstreich aller übelster Sorte

(Hamburg/Enschede/Krefeld, 08. April 2021) Kaum zu glauben, aber wahr. Auf der DLV-Netzseite wurde gestern berichtet, dass der für den 11.April geplante Hamburger Elite-Marathon auf den 18.April 2021 ins zu Deutschland grenznahe Enschede in die Niederlande (nicht Holland; so heißen mit Nord und Süd davor lediglich zwei der zwölf Provinzen) verlagert wird. Insbesondere die Argumentation „aufgrund steigender Corona-Zahlen“ ist geradezu abenteuerlich. Als ob es sich bei unseren westlichen Nachbarn um eine Insel der Glückseligen handeln würde. Mal vom bei in- und ausländischen Touristen sehr beliebten Texel abgesehen, dass bei 13.657 Einheimischen teilweise wochenlang keine Neuinfektionen zu verzeichnen hatte. Das zur Provinz Overijssel gehörende Enschede (159.703) meldete indes gestern 24 Neu-Infektionen mehr als in der Vorwoche. Im gesamten Königreich gilt zunächst bis 20.April 2021 ein verschärfter „Lockdown“ (Abriegelung).

Angeblich weltweite Strahlkraft hat wieder mal kläglich versagt

Also kommt man hier im Vergleich zum weitläufigen Stadt-Staat Hamburg (1,841 Millionen) eher so vom Regen in die Traufe. Mehr noch: Die Niederlande sind erst gestern von der Bundesrepublik zum Hochinzidenzgebiet (272,7; Hamburg „nur“ 134,7) erklärt worden. Wenngleich ohne Aus-/Einreiseverbot. Wer allerdings aus dem Nachbarstaat (zurück-)kommt, muss bei verschärften Grenzkontrollen einen Testnachweis vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden zu sein hat. Das ganze Manöver darf demzufolge getrost als Schildbürgerstreich und Coronavirus-Spektakel aller übelster Sorte gebrandmarkt werden. Und überhaupt: Ein originärer Hamburg-Marathon kann nicht beliebig nach sonst wohin transplantiert werden. Ein Schwein, das im Kuhstall geboren wurde, ist deshalb ja auch keine Kuh.
Konsequenterweise hätte diese elitäre Veranstaltung ersatzlos gestrichen werden müssen wie ungerührt so manches andere auch. Zumal ebenfalls nachzulesen ist, dass die meisten Asse ohnehin ins italienische Siena (11.April) pilgern werden.
Erneut keine Ruhmestat vom schlussendlich genehmigenden „Deutschen Leuchtturm-Verband“ (DLV) mit selbst ernannter weltweiter Strahlkraft.