Sportsch(l)au: Der Stoffwechsel als Grundstein der Gesundheit

(Köln/Krefeld, 12. Januar 2021) Es kursieren eine Menge Sportirrtümer, die so lange kolportiert und transportiert werden, dass sie irgendwann Mythenstatus erlangen, also für bare Münze genommen werden. Der Sport- und Ernährungswissenschaftler Prof.Dr. Ingo Froböse (im Bild) von der Deutschen Sporthochschule Köln, früherer Klasse-Sprinter beim einstmals ruhmreichen ASV Köln, nimmt sich derartiger Vorurteile im WDR2-Hörfunk und ARD-Morgenmagazin unter der Rubrik „Sportsch(l)au“ und anderen Publikationsmedien sowie seinem eigenen Internet-Portal an. Mit seiner freundlichen Genehmigung haben wir nahezu über ein Jahrzehnt hinweg in loser Folge bislang 107 Kapitel zu diesem Themenkomplex veröffentlicht. Kein Reservoir ist auf Dauer unerschöpflich, selbst wenn hin und wieder etwas Neues hinzukommt. Deshalb werden wir gelegentlich frühere, allgemeinverbindliche und zeitlose Beiträge zur Auffrischung oder aber für im Laufe der Zeit hinzugekommene LAMPIS-Leser wiederbeleben. Dieser gehört dazu und ist obendrein bei weithin eingeschränkten offiziellen Trainingsmöglichkeiten für Amateursportler aktueller denn je. A.H.

Muskulatur als Motor der Stoffwechselaktivitäten

„Der Stoffwechsel ist die Grundlage aller lebenswichtigen Vorgänge im Körper. Sie können ihn mit einem Automotor vergleichen. Genau wie das Auto braucht der Körper Energie, die er mit der Nahrung zu sich nimmt. Die Bestandteile der Nahrung werden in den Zellen aufgenommen, transportiert, umgewandelt und zu neuen Produkten verarbeitet. Um den Stoffwechsel positiv zu beeinflussen sind Muskulatur und eine ausgewogene Ernährung wichtige Bausteine. Die Muskulatur ist der wichtigste Stoffwechselaktivator, er entspricht dem Hubraum eines Autos. Je größer der Hubraum, desto mehr Sprit bzw. Energie wird verbraucht. Selbst in Ruhe verbrauchen Muskeln mehr Energie als Fettgewebe. Wenn Muskeln also in Bewegung sind, produzieren und setzen sie Botenstoffe, die so genannten Myokine, frei. Diese Botenstoffe treiben zum einen die Fettverbrennung an und verbessern die Wirkung von Insulin, wodurch sich die Zuckeraufnahme in den Zellen verbessert.

Achtung: Diäten sind kontraproduktiv

Hungern oder Unterversorgung, beispielsweise durch eine Diät, senkt die Stoffwechselaktivität, im Körper wird der Sparmodus eingeschaltet. Viel weniger Energie wird verbraucht, der Grundumsatz sinkt und die Muskeln als der größte Energieverbraucher werden abgebaut. Auch bis zu zwölf Monaten nach einer Diät kann die Stoffwechselaktivität reduziert sein. Strafen Sie Ihren Körper und Stoffwechsel also nicht mit Diäten! Trotz der großen Bedeutung des Stoffwechsels ist er vielen Menschen aus dem Gleichgewicht geraten.
Das Fazit ist also: Bewegung, gesunde Ernährung, Sonne, frische Luft und Sauerstoff!“