Neuer Volkssport: Mitglieder laufen ihren Vereinen davon

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(Frankfurt am Main/Darmstadt/Krefeld, 09. Januar 2021) Wann reduziert sich Corona (steht spanisch für Krone) endlich wieder auf die mexikanische Biermarke mit Kultstatus? Das fragen sich losgelöst von dieser Gerstenkaltschale Milliarden Menschen auf diesem seit Monaten besonders schnöden Erdball aus vielerlei wichtigeren, überlebenswichtigen Gründen. Dagegen nur eine Nebenrolle, allerdings mit für die Volksgesundheit nicht unwesentlichem Aspekt, spielt der (Amateur-)Sport. Er ächzt und stöhnt unter dieser Last der mannigfaltigen negativen Begleiterscheinungen.
Wie aktuell die Zahlen auch immer sein mögen: Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) mit Sitz in Frankfurt am Main und seinem unternehmerisch agierenden Präsidenten Alfons Hörmann vertritt 27 Millionen Menschen in 89.000 Sportvereinen mit 65 Spitzenverbänden und 20 Verbänden für besondere Aufgaben. Das ist immerhin rund ein Drittel der Bevölkerung in Deutschland, die dem uralten Werbeslogan – wir wiederholen uns – folgen „Sport ist im Verein am schönsten“.

Es sind etwa 2,7 Millionen Bundesbürger

„Folgten“ und „war“ muss es richtiger heißen. Denn fast der gesamte offizielle Sportbetrieb, die Profis mal ausgenommen, liegt noch oder wieder nahezu lahm. Ergo buchstäblich am Boden. Die Zeche bezahlen die Vereine. Nach ersten Erhebungen, aber noch nicht genau zu beziffernden Zahlen haben zehn bis zwölf Prozent der Mitglieder ihre Klubs mangels Betätigungsfelder zum 31.Dezember 2020 verlassen.
Das sind mit dem untersten Wert gemessen 2,7 Millionen Bundesbürger. Da kommt in Jahresbeiträgen und wegbrechenden Verbandsabgaben ein hübsch-hässliches Sümmchen zusammen. Demnach wird der ohnehin schon seit Jahren im steten Sinkflug befindliche Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) in Darmstadt auf einen Schlag etwa 80.000 seiner bislang 799.205 Schutzbefohlene verloren haben (siehe Bestandserhebung 2020, also nicht 01.Januar 2021).
Nicht nur deshalb bemühen wir die lateinische Phrase „Quo vadis?“ Wohin gehst du, ehedem schöne und ruhmreiche deutsche Leichtathletik? Ob es die beschlossene Strukturreform zu richten vermag, darf bei dem ehrenamtlichen Präsidenten und „Vorgesetzten von über 50 hauptamtlichen Kräften “ namens Jürgen Kessing füglich bezweifelt werden. Die verwalten sich nämlich einem trägen, schwerfälligen Behördenapparat gleich überwiegend selber.