Ex-Kugelstoßer Heinfried Birlenbach erlebt "Achtzigsten" nicht mehr

(Siegen/Krefeld, 21. November 2020)  Niemand ist allwissend. Und schon gar kein Chronist durchforstet auf bloßen Verdacht hin das Netz auf Sterbeanzeigen. So „verabschiedet“ sich manch einstiges Leichtathletik-Ass unbemerkt von einer interessierten Öffentlichkeit heimlich, still und leise von dieser momentan besonders schnöden Welt.
Erst mit ziemlicher Verspätung, uns eingeschlossen (der DLV berichtete bisher nicht), ist bekannt geworden, dass ein hochkarätiger westdeutscher Kugelstoßer der früheren Generation aus dem seinerzeit noch zweigeteilten Deutschland an Karnevalserwachen (11.November) verstorben ist.
Heinfried Birlenbach (*07.12.1940; im Bild) von den Sportfreunden Siegen erlebt die Vollendung seines 80.Lebensjahres nicht mehr. Er hinterlässt Ehefrau Rita sowie mit Sohn Lars und Tochter Kerstin zwei naturgemäß erwachsene Kinder.

Mit 20,37m Lebensbestleistung als Olympia-Siebenter von München erzielt

Ein paar Eckdaten aus der sportlichen Vita des ehedem austrainierten 135 Kilo schweren und 2,04m großen Hünen aus dem Siegerland: Teilnehmer an drei Olympischen Spielen hintereinander von 1964 in Tokio, 1968 in Mexico City und 1972 in München; sechsfacher Seriensieger von 1966 – 1971 bei den Deutschen Meisterschaften; 46 A-Länderkämpfe; hielt vorübergehend mit 20,18m den Europarekord, aufgestellt beim Sechs-Länderkampf 1968 in Brescia (Italien); Lebensbestleistung  20,37m, die noch dadurch erheblich an Wert gewinnt, da er sie als 31-Jähriger als Siebter beim „Heimspiel“ am 09.September 1972 im Finale der Olympischen Spiele erzielte.

Ein Klasse-Typ aus der heimeligen, einstmals großen Werfer-Familie

Noch eine kleine persönliche Attitüde. Als vier Jahre jüngerer Feierabend-Kugelstoßer von 1,87m und 92 Kilo der Leichtgewichtsklasse habe ich, wie er Schütze-Geborener, so manchen Wettkampf mit Birlenbach gemeisam absolviert. Freilich im respektvollen Abstand von bis zu drei Metern. Dabei habe ich ihn als ruhigen, bescheidenen, trotz seiner körperlichen und sportlichen Größe kein bisschen abgehobenen Vertreter unserer Zunft wahrgenommen. Fernab der Leistung eben ein Klasse-Typ aus der heimeiligen, gegenüber heutzutage viel größeren Werfer-Familie. Die dazu gehör(t)en, wissen, was ich meine.
Ein ausführlicher Nachruf ist unter folgender Verlinkung in der Siegener Zeitung erschienen.