Lebenslicht von Zehnkampf-Olympiasieger Willi Holdorf erloschen

(Achterwehr bei Kiel/Krefeld, 06. Juli  2020, 13.30Uhr) Auf hoher See feierte Zehnkampf-Olympiasieger Willi Holdorf am 17. Februar erst die Vollendung seines 80. Lebensjahres, konnte querbeet durch den analogen und digitalen Blätterwald so manche Laudatio (theoretisch auch bei Lampis) über sich lesen. Nicht einmal fünf Monate später erlosch gestern Abend nach schwerer Krankheit sein Lebenslicht, werden nun die Nachrufe über ihn verfasst. Die traurigste aller Chronistenpflichten.
Ohne die Einzelheiten seines Ablebens zu kennen, war für ihn wissend schon vorher ein Traum geplatzt. Allzu gerne wäre der einstige „König der Athleten“ 56 Jahre nach seinem größten sportlichen Triumph bei den Olympischen Spielen 1964 in Tokio als Zuschauer, viel besser noch – unsere Interpretation – Ehrengast, an die Stätte seines erfolgreichen Wirkens zurückgekehrt, hätte vielleicht mit ansehen können, wie der amtierende Weltmeister Andreas Kaul vom USC Mainz womöglich an selber Stelle in seine Fußstapfen tritt.
Das verhinderte jedoch schon vor seinem Tod die globale Corona-Apokalypse. Die ursprünglichen Olympischen Spiele vom 24.Juli bis 09.August 2020 im Land der aufgehenden Sonne in der japanischen Metropole werden bestenfalls 2021 (23.Juli bis 08.August) nachgeholt. Wenn nicht dann, überhaupt nicht.
Noch kein Jahr nach Graf Werner von Moltke (*24.04.1936,
30.07.2019) verliert die deutsche Leichtathletik, und nicht nur die, mit Willi Holdorf einen ganz Großen der damaligen glorreichen Zehnkämpfer-Ära aus den „Goldenen Sechziger“. – Mehr über ihn auf NDR.de.