Dieser Frühlingsanfang steht leider unter besonderen Vorzeichen

(Krefeld und Republik, 20. März 2020) Kaum hat es einer bemerkt, so er nicht an seniler Bettflucht leiden sollte, sondern es regelrecht verschlafen: Heute Nacht um 4.49 Uhr (MEZ) hatten wir alle miteinander den kalendarischen Frühlingsanfang. Das war den Kois, Goldfischen, Shubunkins, Graskarpfen, Rotflossen und Moderlieschen in unserem Gartenteich herzlich egal. Sie tauchten bereits vorgestern nach langem Winterschlaf wieder an die Oberfläche auf und sperrten bei Sichtkontakt zu meiner persönlichen, angetrauten Chefin Elke oder mir im Kollektiv ihre Mäuler auf. Prima, dass wenigstens sie putzmunter (geblieben) sind.

Allzu viele werden dem Begriff „Krone der Schöpfung“ nicht gerecht

Ansonsten ist für die vermeintliche Krone der Schöpfung, den homo sapiens, umgangssprachlich unter dem Begriff Mensch bekannt, die Gesamtgemengelage freilich nicht dazu angetan, diesen jährlich wiederkehrenden Tag in vollen Zügen zu genießen. Viele befinden sich in Quarantäne. Und wenn trotz der aus allen politischen Lagern positiv aufgenommen Brandrede unser aller Kanzlerin Angela Merkel nicht auch noch bei der immer noch viel zu großen Anzahl von Ignoranten die Einsicht mit dringend gebotenem Verhalten Einzug hält, soziale Kontakte tunlichst zu meiden, Abstand zu halten und alle weiteren Vorsichtsmaßnahmen zu befolgen, schlittern wir auch hier zu Lande unweigerlich auf eine allgemeine Ausgangssperre bis auf das Nötigste (Einkäufe, Arzt, Apotheke et cetera) hinaus.

Auch hier zu Lande droht eine Ausgangssperre

Noch streiten die Gelehrten darüber, ob das Sinn macht. Frage zwei Virologen und du erhältst, überspitzt formuliert, drei Meinungen dazu. Für all‘ die Vernünftigen, die alle Regeln beachten und sich nicht in Gruppen in Mutter Natur zur Stärkung ihres Immunsystem zu Spaziergängen, zum Joggen und Radfahren aufhalten, wäre es ein moralischer Schlag ins Gesicht und zudem der Gesundheit nicht dienlich. Gleichwohl ist es noch nicht soweit. Aber leider ist zumindest am Niederrhein auch die Großwetterlage bei um zehn Grad und schauriger Schauerneigung, Regen eben, nicht dazu angetan, sich vor die Haustüre in die Freiheit zu begeben. Der Puls des Lebens ist auf ein Minimum herunter gefahren. Doch die Vernunft gebietet es nun einmal während dieser pandemischen Seuche.

Alles wird gut – irgendwann
 
In diesem Sinne bleibt gesund oder werdet es wieder, so ihr krank sein solltet! Was fast in Vergessenheit geraten ist, dass es nicht nur den Coronavirus mit seinen möglichen Auswirkungen von Atemwegserkrankungen ( = COVID – 19) gibt. Hoffen wir mal auf den berühmten Schlusssatz der früheren ZDF-Moderatorin Nina Ruge bei ihrer „Leute heute“-Sendung „Alles wird gut“. Das wird allerdings noch eine momentan nicht zu bestimmende Zeit dauern und, ohne hier Blinde Kuh spielen zu wollen, weitere Todesopfer kosten. Trotzdem oder gerade deswegen ist Trübsal blasen unangebracht. Für diese Erkenntnis bedarf es keines Psychologen.
Als Signal und Fanal spielten heute um 08.45 Uhr alle Radiosender in Europa den Musiktitel
You'll never walk alone" (Du gehst nie alleine). Gänsehaut pur!