Hallen-EM: Zeitplan-Gestaltung lässt abermals viel Wünsche offen

(Madrid/Krefeld, 15. Februar 2018)  Was lange währt, wird endlich gut. Pustekuchen! Bezüglich des verheißungsvollen Wortes gut" sind mehr als nur erhebliche Zweifel angebracht. Ein Meisterwerk der Zeitplan-Gestaltung haben die Organisatoren der 12.Hallen-Europameisterschafen der Ü35-Generation vom 19. bis 24.März 2018 im spanischen Madrid jedenfalls nicht zustande bekommen. „Lange haben sie daran geknobelt und dann die volle Tagesspanne ausgenutzt. An meinem Wettkampftag 20.März erstrecken sich die Starts von 8:30 Uhr bis 23:12 Uhr", gibt Kugelstoßer Oliver Schembach (M50) aus Essen zu bedenken. Selber bin ich im letzten Wettbewerb des Tages ab 19:50 Uhr an der Reihe. Bei 29 Teilnehmern, darunter gut die Hälfte Sport-Touristen unter der DM-Norm, wird sich das Unternehmen wohl bis 22 Uhr hinziehen.“ Streng genommen ist nach internationalem Regelwerk bei mehr als 18 Teilnehmern eine Ausscheidung der besten Zwölf erforderlich.

Warum wird das Programm nicht entzerrt?

Es ist nun einmal die uralte Leier bei internationalen Senioren-Titelkämpfen, dass, um beim genannten Beispiel zu bleiben, von 9 Uhr an insgesamt acht Klassen von M50 – 85+ über die Anlage „geprügelt“ werden. Nachtschicht eingeschlossen. Und das ist für lupenreine Amateure kein Normalzustand. Dabei stehen sechs Veranstaltungstage zur Verfügung, um das Programm  zu entzerren. Mithin darf also abermals getrost von Zeitplan-Verunstaltung gesprochen und geschrieben werden. Hoch lebe die Vorlage. Selbst wenn sie nichts taugt. Nennen wir das hässliche Kind beim Namen: Dieses sich ständig wiederholende Prozedere ist dem Kommerz, sprich: der wunderbaren Startgeld-Vermehrung, geschuldet, um den nimmersatten Vielstartern einen größeren Handlungsspielraum zu ermöglichen. 
Aber immerhin haben die wirklichen Klasse-Athleten/innen jetzt gut einen Monat vorher Planungssicherheit, können sich in mehreren Trainingseinheiten simulierend auf die hier und da für sie sehr ungewöhnlichen Startzeiten einstellen. Bleibt zu hoffen, dass es weitestgehend gelingen möge.