Armin Baumert prominenter Überraschungsgast beim LVR-Verbandstag

(Bad Ems/Krefeld, 18. März 2019) Unverhofft kommt oft. Dieser knackige Spruch ist mehr Reim als Realität. Das schließt Überraschungen freilich nicht aus. Einen nicht erwarteten prominenten Gast aus der Szene ehemaliger Aktiver und Amtsinhaber hatte am Samstagmittag der ordentliche Verbandstag des Leichtathletik-Verbandes Rheinland (LVR) im Gasthaus „Alt Ems“ in Bad Ems. Aus alter Verbundenheit zum LVR kam Armin Baumert (*1943) zu einem Blitz- und Kurzbesuch in den heimeligen Kurort an der Lahn. Der ehemalige Top-Weitspringer von Bayer Leverkusen und einstige Vorsitzende der Nationalen Doping-Agentur (NADA), nur zwei Mosaiksteine seiner prall gefüllten Vita (mehr dazu mit diesem Link), nahm sich eigenes dafür aus seiner Wahlheimat Poing bei München 512 Kilometer (einfache Fahrt) unter die Autoräder. Nach der Veranstaltung und einem gemeinsamen Abendessen „beim Italiener“ mit dem von 1970 bis 1999 als LVR-Geschäftsführer wirkenden Gerhard Paech entschwand er wieder nach Oberbayern. Denn gestern Vormittag musste der spätberufene stolze Papa seine als Cheerleaderin auftretende 17-jährige Tochter nach Bad Tölz chauffieren.
Das sind die kleinen Geschichten, die mitunter das eigentliche Ereignis überstrahlen.

Wiedergewählte Klaus Lotz steht vor einer Herkulesaufgabe

Das wollen wir allerdings nicht gänzlich verschweigen. Die wichtigste Personalie vorweg: Präsident Klaus Lotz wurde bei der sehr harmonisch verlaufenden Veranstaltung von den etwa 200 Delegierten ohne Gegenstimme wiedergewählt. Damit kann er die von ihm ausgerufene beabsichtigte Fusion mit den beiden weiteren Regionalverbänden Pfalz und Rheinhessen aus demselben Bundesland in Angriff nehmen. Eine Herkulesaufgabe, aus drei eins zu machen. Denn wer gibt beim großen Stühle rücken schon gerne Amt und Würde her? Niemand!.

Schwammige Aussage vom DLV-Präsidenten

Das Auditorium war zu brav oder zu uninformiert, dem als Festredner auftretenden DLV-Präsidenten Jürgen Kessing nach seinem Vortrag ein paar unangenehmen Fragen zu stellen. Das besorgte dann auf Bitte von LAMPIS hinterher Gerhard Paech in einem persönlichen Gespräch. Die Antwort des SPD-Mannes und Oberbürgermeisters von Bietigheim-Bissingen darf als stark politische gefärbte, inhaltsleere Aussage gewertet werden. Der DLV wolle „versuchen“, dass die U20 im nächsten Jahr wieder am Hallen-Länderkampf mit Frankreich und Italien teilnehmen kann, die Senioren/innen der M/W40+50 ihrerseits erneut gegen Frankreich und Belgien die deutschen Farben vertreten dürfen. Selbst wenn es dazu kommen sollte, haben speziell die aus der U20 herauswachsenden C-Kader-Athleten gar nix davon. Wenngleich längst nicht so bedeutungsvoll, kann das natürlich auch bei den älteren Semestern passieren.

Viele rühmen sich als Sportstadt, nur wenige haben es fürwahr verdient

Kolumne

Das Wort am Sonntag

(Krefeld, 17. März 2019)
Manche schmücken und rühmen sich mit dem Attribut „Sportstadt“, längst nicht alle haben es wirklich verdient. Bei aller Voreingenommenheit – meine Mutter-, Vater- und Heimatstadt Krefeld schon, wobei ich allerdings den Kriegswirren geschuldet mehr zufällig im westfälischen Bad Oeynhausen das seinerzeit häufig flackernde Licht der Welt erblickte. Die Perle am linken Niederrhein mit ihren rund 225.000 Einwohnern ist in Nordrhein-Westfalen die Stadt mit den meisten Landes- und Bundesstützpunkten, dazu ein Mekka der Randsportarten. Da Sport im Verein ja angeblich am schönsten sein soll, ist etwa jeder dritte Krefelder, also über 70.000, einem Klub angeschlossen. Da wird von A wie Angelsport bis Z wie Zirkeltraining bei einer 143 verschiedene Sparten umfassenden Bandbreite so ziemlich alles geboten. Selbst so Exoten wie Unterwasserrugby (kein vorzeitiger April-Scherz, die haben sogar eine Bundesliga) und Video-Club-Dancing befinden sich darunter.
Ganz zu schweigen vom in den vielen Studios betriebenen Fitness-Training und sonstiger freier Aktivitäten in den so genannten Fun-Sportarten. Wohl einzigartig für eine Stadt dieser Größenordnung und darüber hinaus sind jeweils drei (!) Golfplätze, Eishallen (eine mit einem Fassungsvermögen für 8.031 Zuschauer) und Kunstrasenplätze für Feldhockey (die Herren des Crefelder HTC spielen in der Bundesliga, waren schon Europapokal-Sieger).

600 geladene Gäste bei der Sportgala im historischen Stadtwaldhaus

Und alle Jahre wieder feiert sich die vermeintlich herrlichste Nebensache der Welt in der einstigen Samt- und Seidenstadt selber. Der Stadtsportbund lud vorigen Freitagabend rund 600 Gäste zur Sportgala ins historische Stadtwaldhaus inmitten Krefelds „Grüner Lunge“ und ehrte die Besten unter lauter Besten. Und wirklich alle kamen. Durch das mit einem Dinner kulinarisch angereicherten bunten Programm führte gekonnt und gewandt der in Krefeld wohnhafte frühere ARD-USA-Korrespondent Michael Heussen vom WDR in Köln, heutzutage für Politik zuständiges Mitglied der Tagesschau-Redaktion.

Sina Mai Holthuijsen fachsimpelte mit früherem NHL-Star Christian Ehrhoff
 
Mittendrin und nicht nur dabei die für den SC Bayer 05 Uerdingen startende Deutsch-Niederländerin Sina Mai Holthuijsen (im Bild), hübsche und zudem erfolgreiche Tochter von LAMPIS-Gründervater Peter Holthuijsen. Dank ihrer zwei Pässe kann die 23-jährige Hammerwerferin in zwei Ländern abräumen. Herausragend im Vorjahr ihre Titelgewinne bei den niederländischen Meisterschaften der Frauen und U23.
Sina hatte neben der öffentlichen Ehrerbietung die große Freude am Tisch gleich neben Christian Ehrhoff zu sitzen und munter zu plaudern. Der aus dem Krefelder Eislauf-Verein (KEV) hervorgegangene einstige Eishockey-Star der berühmtesten Liga der Welt, der NHL, und mit der deutschen Nationalmannschaft Silbermedaillen-Gewinner der Olympischen Spiele 2018 in Südkorea, glänzt derzeit als Allround-Talent jeden Dienstag ab 20.15 Uhr bei „Ewigen Helden“ auf VOX. Prädikat sehenswert! Nicht nur wegen ihm. Denn noch mit von der Partie sind die früheren Hochkaräter Matthias Steiner (Gewichtheben), Sven Hannawald (Skispringen), Kevin Kuske (Bob), Britta Heinemann (Fechten), Andrea Burke-Henkel (Biathlon), Nadine Krause (Handball) und Susi Kentikian (Boxen).
In diesem Sinne noch einen zauberhaften Sonntag bei jede Menge Wintersport via TV und eine geschmeidige 12,Kalenderwoche mit dem Frühlingsanfang am Mittwoch!

Mit ganz viel bla, bla, bla um den heißen Brei herum fabuliert

Kommentar

Nebenbei bemerkt

(Darmstadt/Krefeld, 15. März 2019)
Steigerungsform von Finanznot? Klamm, klammer, DLV!  Mit ganz viel bla, bla, bla und Zitaten Dritter versucht Senioren-Referent David Deister auf der Netzseite des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) dem vermeintlich dummen Leser einigermaßen plausibel zu erklären, weshalb der zehnmal ausgetragene Senioren-Drei-Länderkampf der U40/50 mit Frankreich und Belgien fortan ohne deutsche Beteiligung stattfinden wird. Er hätte wissen müssen, dass dieses Thema bereits bei der Hallen-/Winterwurf-DM am ersten März-Wochenende in Halle/Saale kursierte und stundenlang diskutiert worden ist, Aktive sogar bereit waren zur Kostenminimierung Eigenanteile zu leisten. Denn: Es fehlt schlicht am lieben Geld, an vergleichsweise überschaubaren 8.000 Euro. Da wurde dann kurzerhand der Rotstift angesetzt, im besagten Beitrag höchst unzulänglich um den heißen Brei herum fabuliert, statt das Kind frank und frei beim Namen zu nennen.

Nicht nur die Senioren werden vom Rotstift getroffen

Nun denke allerdings keiner, mit den Senioren/innen kann man’s ja machen. Es handelt sich schlicht um die konsequente Fortsetzung radikaler, restriktiver Sparmaßnahmen. Über die sozialen Netzwerke wurde nämlich seinerzeit bekannt, dass der DLV den geplanten U-20-Länderkampf (Halle/Winterwurf) gegen Italien und Frankreich und schon frühzeitig die Teilnahme am Europäischen Olympischen Jugendfestival 2019 in Baku (Aserbaidschan) aus Geldmangel abgesagt hat. Halten wir uns vor Augen, dass es um C-Kader-Athleten und damit die Elite von morgen geht. Unverantwortlich! Da kann getrost vernachlässigt werden, dass es nunmehr auch die Talente von gestern und vorgestern getroffen hat.

Andererseits macht der DLV nach Känguruart große Sprünge mit leerem Beutel

Allerdings das Schlimme daran hier wie da, dass der DLV auf allen anderen Ebenen nach Känguruart große Sprünge mit leerem Beutel zu machen pflegt. Das fängt bei dem gigantischen Wasserkopf der Beschäftigten in der Darmstädter Geschäftsstelle mit lauter Häuptlingen von Direktoren, Vize-Direktoren und Referatsleitern an, dazu Bundestrainern für alles und jedes, teure Dienstreisen von Offiziellen und ehrenamtlichen Funktionären sowie überbordenden Begleittrossen zu internationalen Meisterschaften aller Art, die von Senioren bis zu sieben meist völlig überflüssigen Personen eingeschlossen. Die Verhältnismäßigkeit ist hier fatalerweise, indes hausgemacht komplett aus dem Gleichgewicht geraten.   
Genau da überall wäre der Hebel zuerst anzusetzen, bevor überhaupt über die Streichung von Fördermaßnahmen und der Beteiligung an Länderkämpfen klammheimlich im stillen Kämmerlein nachgedacht wird. Offenbar ist den Großkopfeten nicht klar, dass sie schlussendlich munter die Komfortzone demontieren, in der sie es sich nach Gutsherrenart über Jahre hinweg so gemütlich eingerichtet haben.
Da der DLV beträchtliche öffentliche Fördermittel erhält, wäre eine knallharte Revision doch mal eine lohnenswerte Aufgabe für den Bundesrechnungshof und den Bund der Steuerzahler...

DLV-Präsident Jürgen Kessing beim LVR-Verbandstag als Gastredner

(Bad Ems/Krefeld, 16. März 2019) Auf zu neuen Ufern – und das am Rande der Lahn nicht nur sinnbildlich. Der inzwischen 70-jährige Leichtathletik-Verband Rheinland (LVR) lädt heute um 14 Uhr ins Gasthaus „Alt Ems“ im feinen Kurort Bad Ems zu seinem ordentlichen Verbandstag ein. Herausragend im 15 Tagesordnungspunkte umfassenden offiziellen Teil die Neuwahlen des Präsidiums. Der erneut kandierende Präsident Klaus Lotz aus Koblenz will im Falle seiner Wiederwahl die längst überfällige Fusion mit den Verbänden Pfalz und Rheinhessen vorantreiben. Eine weise Entscheidung. Auf das die Umsetzung alsbald gelingen möge.
Der vorgeschaltete festliche Teil bietet ein tatsächliches „Schmankerl“ mit zwei musikalischen Beiträgen von Corina Hamm und ein mutmaßliches mit einem Vortrag des schon vor seiner Inthronisierung nicht unumstrittenen DLV-Präsidenten Jürgen Kessing (im Bild). Die beiden Themen, was immer ihn dazu befähigt, des hauptamtlichen Oberbürgermeisters von Bietigheim-Bissingen: „Vereine in der heutigen Struktur der Gesellschaft“ und „Der DLV nach der EM 2018“.

Besuch im Spielcasino zur Aufbesserung der maroden Kassenlage

Letzteres sieht seither noch finsterer aus, wie in unserem gestrigen Kommentar nach zu lesen ist. Durchaus angebracht, wenn dem Steuermann des Dachverbandes nach seinem so bezeichneten Festvortrag aus dem Auditorium von lauter wirklichen Fachleuten der Basis mal ein paar unangenehme Fragen zur radikalen Streichung von Mitteln der DLV-Nachwuchsförderung und dem Ausklinken beim Senioren-Drei-Länderkampf gestellt würden. Es könnte ihm auch der Tipp gegeben werden, seine Aufwandsentschädigung (oder kommt er auch finanziell umsonst?) später im nahen Spielcasino zur Aufbesserung der maroden Kassenlage beim Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) einzusetzen.
Wäre zumindest ’nen Versuch wert.

WMA leistet sich während der WM höchst zweifelhafte Veranstaltung

Kolumne

Moment mal

(Torun/Krefeld, 14. März 2019)
Offenbar müssen da noch irgendwelche Fördermittel zur Erwachsenenbildung einigermaßen sinnfrei „verbraten“ und unters Fußvolk gestreut werden. Nicht wenige halten das allerdings für blinden Aktionismus. Wobei zunächst noch offen bleibt, ob es sich lediglich um pure Geldvernichtung oder eine lupenreine Geldbeschaffungsmaßnahme handeln wird. Das hängt schlussendlich vom (Miss-)Erfolg ab. Konkret: Der von Präsidentin Margit Jungmann (im Bild) aus Rehlingen geführte Senioren-Weltverband World Masters Athletics (WMA) hat auf seiner Netzseite die potenziellen Startwilligen an der Senioren-Hallen-Weltmeisterschaft mit Winterwurf vom 24. bis 30.März 2019 im polnischen Torun zur 1.IAAF & WMA World Masters Conference „eingeladen“. Die Anführungszeichen deshalb, da es keine wirkliche Einladung ist, der Spaß vielmehr pro Person und Modul nach Voranmeldung 20 Euro kostet, limitiert auf jeweils 300 Teilnehmer/innen.

Hochkarätiges, indes weitgehend unbekanntes Dozenten-Duo

Die fraglos hochkarätigen, indes erst recht einer weltweit breiteren Öffentlichkeit weitgehend unbekannten Dozenten Prof.Dr.Dr.h.c. Dietmar Schmidtbleicher (Frankfurt) und Prof. Dr. Ulrich Hartmann (Leipzig) werden an zwei Tagen (26. und 27. März) von 16 bis 17.45 Uhr in englischer Sprache zu verschiedenen Themen der Masters-Leichtathletik referieren. Die Herren werden aus Deutschland eingeflogen, agieren garantiert nicht für Gottes Lohn, sondern ein üppiges Honorar, verursachen weiterhin Kosten für Unterbringung und Verpflegung in einer Nobelherberge. Obendrauf wird noch ein Moderator mit Namen Günter Lange gesattelt.

Es dürfte auf ein veritables Zuschussgeschäft hinauslaufen

Da stellt sich schon die Frage von Aufwand und Ertrag, sprich: Nutzen. Denn welchen Aktiven soll das während einer solch komprimierten Meisterschaft interessieren, wo sie mehr als genug mit sich zu tun haben? Zumal Spezialistentum gerade in der Ü35-Generation verpönt und etwas für Weicheier ist. Die meisten von ihnen hecheln also Tag für Tag von einem Wettbewerb zum nächsten. Einmal abgesehen vom dafür fehlenden Faktor Zeit wird den „Oldies but Goldies“ doch schon für das ganze Drum und Dran genug Geld aus der Schatulle geleiert. Und dann noch so was. Erschwerend und verhindernd kommt hinzu, dass auch global betrachtet nicht jede/r dem Englischen in Perfektion mächtig ist. Womöglich nicht einmal die beiden Referenten und der Conferencier.
Kurzum sei die These gewagt: Es dürfte alles in allem auf den berühmt-berüchtigten Griff ins Klo, nämlich ein veritables monetäres Zuschussgeschäft nach dem Motto „Was lacostet die Welt?“ hinauslaufen.