Höchst unübersichtliche Gemengelage nicht nur, aber auch beim Sport

Kolumne

Das Wort am Sonntag

(Bonn/Radolfzell/Krefeld, 23. Mai 2020)
Ein bisschen sonntäglichen Lesestoff auf LAMPIS aus hohler Hand geschrieben, da in Zeiten wie diesen der Corona-Krise eines normalerweise prall gefüllten Terminkalenders trotz so mancher Lockerungsmaßnahmen noch keine aktuelle (Senioren-)Leichtathletik stattfinden darf. Das verstehe bei aller gebotenen, vernünftigen Vorsicht wer kann und will? Der Fußball in den beiden Top-Ligen rollt bereits als – je nach Sichtweite – erstes oder letztes Lagerfeuer der Nation wieder. Und das als Kontakt-Sportart wie sie näher kaum sein kann. Wenngleich noch ohne echte Zuschauer, dafür gestern in Mönchengladbach mit sinnfreien 13.000 Pappkameraden. Welch ein immenser Aufwand für nichts. Dazu einer maßlosen und massenvollen Geldvernichtung, die besser für karitative Zwecke gespendet worden wäre.

„König Fußball“ lässt Ball und Euro bei den Profis wieder rollen
  
Ja, ja und klar, es ist eine riesige, professionelle, in Deutschland unvergleichbare Unterhaltungsmaschinerie, bei der Kommerz mit einem für Außenstehende unübersichtlichen Geflecht von zu erfüllenden Verträgen im Vordergrund steht. Die Schau muss weitergehen, der Euro irgendwie rollen. Die Millionaros in kurzen Hosen und der gigantische Apparat davor wie hinter wollen bezahlt werden. Egal wie. Und sei es als Stimmungskiller via Glotze mit den Protagonisten und 326 zugelassenen lebenden Personen im Stadion. Vergessen wir die stummen, auf Pappe aufgezogenen Figuren im Borussiapark. Geholfen hat es nicht bei der 1:3-Niederlage gegen die Farbenstädter aus Leverkusen, dem so genannten Werksklub. Als hätten die vielen anderen Wirtschaftszweige und vor allem Klein-Unternehmer keine Sorgen, Nöte und Existenzängste?!

Beim Tennis in NRW sind bei Amateuren Medenspiele ebenfalls gestattet

Doch bleiben wir bei der vermeintlich herrlichsten Nebensache auf diesem derzeit besonders schnöden Erdball. Denn auch Amateure, zumindest in den oberen Altersklassen ab Ü30 reinsten Wassers, dürfen ihren ge- und beliebten (Ball-)Sport wieder in Wettkampfform ausüben. Jedenfalls sind beim Tennis in Nordrhein-Westfalen und möglicherweise anderswo (da steigt eh keiner mehr durch, was wo in den 16 verschiedenen Bundesländern bereits erlaubt oder noch verboten ist) Medenspiele wieder gestattet. Das sind Mannschaftsmeisterschaften von der Kreis- bis zur Regionalliga aufwärts. Doppel inklusive, bei denen sich man(n)/frau bei fehlender Absprache indes höchstens versehentlich ins Gehege kommen können. Lediglich bei der gemeinsamen Anreise heißt Vorsicht weiterhin das Gebot der Stunde. Fünf in einem Fahrzeug, es sei denn es wäre eine Reisebus, sind bei Auswärtsspielen um von A nach B zu kommen nicht zulässig. Auf das obligatorische Händeschütteln am Netz nach dem Match muss ebenfalls verzichtet werden. Auf das Duschen der verschwitzten Körper auch. Nicht auf den Cappuccino oder das Bier in der Clubgastronomie zum krönenden Abschluss. Eine gewisse Geruchsunempflindlichkeit oder Deo sollten vorhanden sein.

Leichtathletik übt sich ohne jede Not (?) in Zurückhaltung

Derweil ruht bei der einstigen olympischen Kernsportart die da Leichtathletik heißt noch flächendeckend der Wettkampfbetrieb. Wenigstens darf unter bestimmten Direktiven auf öffentlichen Anlagen meist der Kommunen wieder trainiert werden. Kleinere Klubs, der meinige traditionsreiche mit Preussen Krefeld Leichtathletik als übersichtlicher Einsparten-Verein eingeschlossen, sehen sich aufgrund einer sehr dünnen Personaldecke an Ehrenamtlichen dazu jedoch außer Stande. Vorerst heißt es auf der schmucken Hubert-Houben-Kampfbahn auf dem Appellweg ganz in der Nähe des Krefelder Stadtwaldes, der grünen Lunge (heute ist auch Tag des Parkes), bis 31.August, zunächst dieses Jahres, Ende im Gelände mit offiziellen Trainingseinheiten von Jung bis Reif. Allerdings, so ich denn noch könnte und wollte, wäre es für mich während der werktäglichen amtlichen Öffnungszeiten schon möglich, ein wenig die Kugel zu stoßen. Denn die großen Rasenflächen wachsen weiter, Unkraut auch, wollen durch den Platzwart gehegt, gepflegt respektive entfernt werden.

Fred Schladen und Felix Mohr feiern heute Geburtstag

So ist sie nun mal, die allgemeine Gemengelage der Nation. Hübsch-hässlich unübersichtlich in unserem keineswegs nur begnadeten föderalistischen System der weitreichenden Gestaltungs- und Verwaltungshoheit von elf alten und fünf längst nicht mehr neuen Bundesländern. Nichtsdestotrotz oder gerade deswegen in diesem Sinne einen schönen Sonntag bei was auch immer und eine geschmeidige 22.Kalenderwoche bis Pfingsten, ehedem auch das hohe Fest der Leichtathletik! Und das Allerwichtigste zum Finale: Bleibt alle miteinander gesund, munter und zuversichtlich!
Halt, dies noch: Den bekannten, erfolgreichen Werfer-Urgesteinen Fred Schladen (*24.05.1939) aus Bonn und Felix Mohr (*24.05.1943) aus Radolfzell am Bodensee ein schönen Geburtstag sowie mit einem virtuellen Blumenstrauß ein herzlicher Glückwunsch von diesem speziellen Online-Medium! Stellvertretend für die große Zunft und persönlich.