EMA versus WMA: Rette sich wer kann, jeder ist sich selbst der Nächste

(Lausanne/Monte Carlo/Krefeld, 20. Mai 2020) Es war einmal… So fangen alle Märchen an. Das hier ist jedoch alles andere als märchenhaft. Vielmehr ist es der intrigante Machtkampf von „Rette sich wer kann“ und „Jeder ist sich selbst der Nächste“. Ausgelöst durch die globale Coronavirus-Apokalypse mit dem Ausfall der diesjährigen kontinentalen und weltweiten Titelkämpfe in der Senioren-Leichtathletik (wir berichteten mehrfach). Das normale alljährliche Wechselspiel von Hallen-EM und Stadion-WM in einer Saison sowie umgekehrt im Jahr darauf wurde ausgehebelt. Verschieben oder gänzlich ausfallen zu lassen war die Gretchenfrage der Macher in den jeweiligen federführenden Verbänden im Zusammenwirken mit den örtlichen Organisatoren.

Kleine Dienstweg wäre möglich gewesen

Dies hätte freilich zunächst der Abstimmung der European Masters Athletics (EMA) in Lausanne/CH und World Masters Athletics (WMA) im monegassischen Fürstentum Monte Carlo untereinander bedurft. Beide mit Margit Jungmann (WMA) und Kurt Kaschke (EMA) sinniger- oder fatalerweise unter deutscher Leitung, sodass auch in unverfänglicher, eigentlich unmissverständlicher Landessprache vorab schon mal der kleine Dienstweg hätte gewählt werden können. Versteht sich, dass sie keine einsamen Entschlüsse fassen könn(t)en, es der Abstimmung mit den jeweiligen Präsidien bedurft hätte.

„Einsame Entscheidung“ von Kaschke…

Wahl-Portugiese Kaschke traf jedoch nach unseren Informationen in Absprache mit der Stadtverwaltung von Braga die „einsame Entscheidung“, die ausgefalle Hallen- und Winterwurf-EM 2020 in den Januar 2021 zu verlegen. Mit diesem Termin kommt er allerdings in die Nähe der Hallen-WM im kanadischen Edmonton (06. – 12. April 2021), die er quasi torpedierte und versenkte. Sie soll nach 2022 verlegt werden, da die Veranstalter um die Teilnahme vieler Europäer fürchteten. Es sei daran erinnert, dass die Hallen-WM 2011 in Kamploops (Kanada) auch ohne Corona und Termingezerre mehr so nordamerikanische Meisterschaften mit ein bisschen internationaler Beteiligung waren. Sie lockten lediglich etwas über 1.300 Startwillige an, hinterließen ein finanzielles Fiasko.

…löste vermutlich „Retourkutsche“ von Jungmann aus

Kaschkes „genialer Schachzug“ kostet ihm jedoch voraussichtlich die Stadion-EM vom 03. bis 10.Juli 2021 in Tampere (Finnland). Die will Jungmann gemäß ihrer Verlautbarung vom 18.Mai 2020 in einer Art Retourkutsche (?) nunmehr als Stadion-WM veranstalten, da sich Toronto (Kanada) für die ausgefallenen Titelkämpfe dieses Jahres ersatzlos zurückgezogen hat.
Ehe wir an dieser Stelle weiterhin in Halbgarem herumstochern, werden wir uns zu dieser Thematik in Zurückhaltung üben, bis in „belastbaren Absichtserklärungen“ (bürokratische Wortschöpfung von David Deister vom DLV) hieb- und stichfeste Termine festgezurrt worden sind. Es sei denn, dass wieder einmal Hanebüchenes von den Verantwortlichen aufgetischt wird.