Olympiasieger Martin Lauer im Alter von 82 Jahren verstorben

(Lauf an der Pegnitz/Krefeld, 08. Oktober 2019) Einer der ganz Großen der Leichtathletik-Zunft der 1950- und ’60-er Jahre ist für immer von uns gegangen. Ironie des Schicksals: Der frühere Alleskönner Martin Lauer (*02.01.1937 in Köln) vom einstmals ruhmreichen ASV Köln ist am Schlusstag der Weltmeisterschaften in Doha 82-jährig im Kreis seiner Familie an seinem Wahl-Wohnsitz im mittelfränkischen Lauf an der Pegnitz verstorben.

Drei Weltrekorde innerhalb von 53 Minuten

Ein paar Eckdaten aus seiner überaus erfolgreichen Karriere in den Stadien dieser Welt, die durch eine „versaute“, nicht sterile Spritze, die eine Blutvergiftung auslöste, jäh beendet worden ist: Gemeinsam mit seinen Teamkameraden Bernd Cullmann (heute 77), Armin Hary (79) und Walter Mahlendorf (81) gewann er als Schlussläufer der 4x100-m-Staffel bei den Olympischen Spielen 1960 in Rom in Weltrekordzeit die Goldmedaille. Ein Jahr zuvor unterstrich er bei den Deutschen Mehrkampf-Meisterschaften in Düsseldorf seine Vielseitigkeit mit dem deutschen Rekord im Zehnkampf (7.955 Punkte). Seine große sportliche Leidenschaft galt jedoch dem Hürdensprint. Da erlebte der seinerzeit 22-jährige Kölner am 07.Juli 1959 in nur 53 Minuten im Züricher Letzigrund seine absolute „Sternstunde“ mit den drei Weltrekorden in zwei Rennen über 110 Meter (13,2 sec.), 120 Yards und die eher selten gelaufenen 200 Meter Hürden (22,5). In dem Jahr wurde er auch als erster und bis Dato immer noch einziger Deutscher zum Welt-Leichtathleten gekürt, dazu als Sportler des Jahres in Deutschland gewählt.

Als Western-Sänger fast sechs Millionen Tonträger verkauft

Der Überlieferung nach soll bei der so genannten „Blauen Stunde“ der Nationalmannschaft sein sängerisches Talent wohl schon aufgefallen sein, wenn Lauer zur Laute oder Gitarre griff und Lieder dazu intonierte. Das hat er nach seiner unfreiwillig beendeten Laufbahn auf der Laufbahn noch auf roter Asche semi-professionell ausgeübt. Seinen bekannten Namen vermarktend, verkaufte er mit Western-Liedern, Sacramento und Taxi nach Texas waren die bekanntesten, fast sechs Millionen Tonträger. Einer wie er hatte selbstverständlich auch einen „ordentlichen Beruf“ als diplomierter Maschinenbau-Ingenieur.
Martin Lauer hinterlässt seine Ehefrau Christa, zwei Kinder und drei Enkelkinder.