Meldeschluss-Verlängerung untrügliches Indiz für Teilnahmedefizit

(Jesolo/Eraclea/Caorle, Krefeld, 04. August 2019) Nanu! Da haben wir doch vor lauter Fürsorge geflissentlich übersehen auf den ursprünglichen Meldeschluss (31.Juli) für die Senioren-Europameisterschaften vom 05. bis 15.September 2019 in den drei obengenannten Adriaorten hinzuweisen. Und die obligatorische Verlängerung desselben auf den 03.August zugleich mit. Der Nachschlag bei Hallen- und Stadion-Europameisterschaften hat in der unrühmlichen Ägide von EMA-Präsident Kurt Kaschke aus Gütersloh ebenso negative Tradition. Und wer weiß, ob das Ende der Kletterstange schon erreicht ist? Wie dem auch sei: Ein untrügliches Indiz dafür, dass die Meldezahlen der leistungsstarken Sportler/innen und Sporttouristen mit Startpass vom alten Kontinent nicht den hoch gesteckten Erwartungen ab 4.000 Startwilligen aufwärts entsprochen haben. Wobei, eine Binsenweisheit, Masse nicht automatisch Klasse generiert. Aber der Kommerz muss nun mal stimmen, um finanziell alle Beteiligten zufrieden zu stellen. Nicht zuletzt die zum Nulltarif anreisenden und logierenden vielen Würdenträger aus aller Herren Länder. 

Absprungrate deutscher Athleten/innen beträgt 38,67 Prozent

Ein Indikator für mangelnde Quantität ist auch, dass die wettkampf- und reiselustigen deutschen Leichtathleten aus beiden zuvor erwähnten Lagern bei diesen normenfreien Titelkämpfen sich für ihre sonstigen Gepflogenheiten in vornehmer Zurückhaltung geübt haben. Es sind „lediglich“ 498 Männlein und Weiblein an der Zahl. Bei der letzten EM 2017 im dänischen Aarhus waren es derer noch 812. Das entspricht einer Absprungrate von veritablen 38,67 Prozent. Ob da doch so manche eingedenk unserer missionarischen Tätigkeit mit der Aufführung der vielen Risiken und Nebenwirkungen dieser gigantischen Mogelpackung mit Namen EM hellhörig geworden sind und schlussendlich von einer Teilnahme abgesehen haben?

Rechtzeitige Fertigstellung des Stadions in Caorle sehr fraglich

Und ein Damoklesschwert schwebt immer noch über diesen Meisterschaften der Ü35-Generation: Die rechtzeitige Fertigstellung des momentan in einer Generalsanierung befindlichen Stadions in Caorle, das Mitte Mai noch eine Bauruine war (siehe Foto). Erschwerend kommt hinzu, dass derzeit in „Bella Italia“ der Hauptferienmonat „Ferragosto“ ist, an dem so ziemlich alle Räder bei größeren Projekten still zu stehen pflegen.
Da ist eine gehörige Portion Optimismus und jede Menge Gottvertrauen gefragt. Aber vielleicht hat der „Reise- und Sonnenkönig“ Kaschke im Petersdom in Rom eine schöne riesengroße Kerze angezündet. Kann ja nicht schaden, helfen womöglich auch nicht.