ue30leichtathletik: Ein Abgang auf Raten von "Götterbote" Hermes

Kolumne

Moment mal

(Jülich/Krefeld, 03. Januar 2019)
„…weitgehend schließen“ wird Alfred Hermes (*1946), Allein-Redakteur, das Internetportal „ue30leichtathletik“. Er ließ seine Leser zu Silvester wissen, dass es mit Beginn des neuen Jahres lediglich noch sporadisch Nachrichten auf dieser Seite geben wird. Oder wie soll man – allein schon sprachlich – verstehen, dass jemand seine Pforten weitgehend schließt? Die Nachrichtenwelt für die Senioren-Leichtathletik ist mithin zumindest um ein Angebot ärmer (?). Oder anders ausgedrückt: reicher (?). Gerade mal einen Altersklassenzeitraum von fünf Jahren hat „Götterbote“ Hermes durchgehalten, hat versucht, „SeLa-Netz“ zu ersetzen und ist letztendlich gescheitert.

Blendende Rahmenbedingungen schlicht verschlafen

Genau in diesen Zeitraum nach dem SeLa-Netz-Ende fiel die Amtszeit von Hermes als Sprecher der Senioren im DLV. Der Jülicher saß in Best-Position an der Quelle, konnte aus dem Vollen schöpfen, was Informationen, Nachrichten, Neuigkeiten und vieles mehr anging. Genutzt hat es ihm nicht viel und genutzt hat er es auch nicht viel. Stattdessen hat er verlinkt und abgekupfert, kamen Foto-Galerien aus der Florawelt und zuletzt in epischer Breite der Strichmalerei aufs virtuelle Tapet, dazu Nachrichten aus Afrika und den Staaten, sonderte er seltsame Aphorismen ab (unter anderem „Die Möwe kennt den Weg“). Informationen also, die hierzulande niemanden vom Hocker gerissen haben, da zu irrelevant, uninteressant und nichtssagend für die heimische Szene.
Nachbetrachtend im Stil der DLV-Vertreterin für die Senioren-Leichtathletik, Margit Jungmann, ist festzuhalten, dass Hermes eine Riesenchance vertan hat, die von ihm in der Internet-Adresse geführte Ü30-Generation zu unterhalten und zu informieren. Dass er nie den Mut hatte, auch kritische Beiträge abzusetzen, ist insofern nachvollziehbar, freilich nicht gutzuheißen, da er sich „His master‘s voice“, also die Sprache seines Verbandes zu sprechen, in devoter Haltung und Willfährigkeit verpflichtet sah. Drastischer kann es auch als Feigheit bezeichnet werden.

Für die Politik und irgendwelche Pseudo-Pöstchen gibt’s keine Altersgrenze

Der Verdacht liegt nun nahe, dass er beim europäischen Seniorenverband European Masters Athletics (EMA), seinem neuen „Arbeitgeber“, die Sprache seines Meisters Kurt Kaschke spricht, da dieser nicht mehr in deutschen Landen, sondern in Portugal lebt, per Scheinadresse in „Gütersloh“ erreichbar ist. Er wird Hermes gern dessen Fahrten zu den internationalen Meisterschaften finanzieren, damit die EMA-Homepage wieder Schwung bekommt und nicht überwiegend von den selbstverliebten Reiseberichten des Präsidenten leben muss.
Überhaupt will sich der 72-Jährige nach seiner Silvester-Botschaft „neuen Aufgaben und Herausforderungen stellen“ (es soll auch ein Angebot von Präsidentin Jungmann zur Mitarbeit beim Weltverband WMA geben). Doch merke: Für die Politik und irgendwelche Pseudo-Pöstchen gibt es bekanntlich keine Altersgrenze. Tröstlich daran: Wo (noch) nix ist, kann auch nichts kaputt gemacht werden.

Einen Aufschrei des Bedauerns wird es nicht auslösen

Wie indes der Abgang auf Raten von den ue30-Lesern mit angeblich millionenfachen Klicks (er machte einmal die kühne Aussage, 5.000 Besucher täglich zu haben) verkraftet wird, werden die kommenden Monate zeigen. Einen millionenfachen Aufschrei des Bedauerns wird die Aufgabe von Hermes aber an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bei der breiten Masse nicht auslösen. Jede Wette!