Sportsch(l)au: Simpel, aber effektiv - Muskeltraining mit eigenem Körper

(Köln/Krefeld, 10. Dezember 2018)  Es kursieren eine Menge Sportirrtümer, die so lange kolportiert und transportiert werden, dass sie irgendwann Mythenstatus erlangen, also für bare Münze genommen werden. Der Sportwissenschaftler Prof. Dr. Ingo Froböse (im Bild) von der Deutschen Sporthochschule Köln, früherer Klasse-Sprinter beim einstmals ruhmreichen ASV Köln, nimmt sich derartiger Vorurteile im WDR2-Hörfunk und ARD-Morgenmagazin unter der Rubrik „Sportsch(l)au“, anderen Publikationsmedien sowie seiner eigenen Netzseite an. Mit seiner freundlichen Genehmigung werden wir in loser Folge diese Beiträge veröffentlichen, wobei wir aus Platzgründen gelegentlich den Sinn wahrende Kürzungen vornehmen. Das ist nunmehr das 104. Kapitel zu diesem Themenkomplex.   A.H. 

Das lateinische Wort musculus heißt übersetzt Mäuschen. Ein niedliches Wort für die Kraftbündel, ohne die wir absolut unbeweglich wären. Sie übernehmen in unserem Organismus viele wichtige Funktionen, die dabei weit über die reine Bewegung hinausgehen:

  • Muskeln beeinflussen den Stoffwechsel.
  • Muskeln verbrennen Nährstoffe und erzeugen Energie für alle Bewegungen.
  • Muskeln wärmen.
  • Muskeln produzieren Botenstoffe.
  • Muskeln regulieren die Gehirnfunktion.
  • Muskeln fördern die Immunabwehr.
  • Muskeln schützen innere Organe.

Es lohnt sich also, mit einem gezielten Krafttraining in die wichtige Hauptrolle unseres Körpers zu investieren. Unsere Muskulatur ist außerdem ein sehr emotionales Organ, sie brauchen daher tägliche Pflege durch eine aktive Beanspruchung. Richtiges Muskeltraining sollte dagegen zwei- bis dreimal pro Woche auf dem Programm stehen. Dabei müssen es nicht immer Fitnessgeräte oder teure Studios sein, denn das beste Trainingsgerät haben wir immer dabei: Unseren eigenen Körper.
Das Training mit dem eigenen Körpergewicht hat dabei im Vergleich zu manchem Gerät einen bedeutenden Vorteil: So werden hier etwa nicht isoliert einzelne Muskeln trainiert. Der gesamte Körper profitiert von der Beanspruchung. Das fördert eine bessere Koordination und einen ökonomischeren Bewegungsablauf. Somit erreicht man mit einfachen Mitteln ein effektives Ganzkörpertraining.

Starke Muskeln immer und überall

Ein weiterer Pluspunkt ist die niedrige Motivationsschwelle, da man sofort und überall loslegen kann. Ein bisschen Platz in der Wohnung oder auch unterwegs im Hotel reicht. Auch Übungen zu finden, erfordert nur einen geringen Aufwand. Altbewährtes sind zum Beispiel:

  • Liegestütze,
  • Crunches,
  • Kniebeugen,
  • seitliches Beinheben,
  • Ausfallschritte,
  • und der Hoch-Streck-Sprung

Sie haben an ihrer positiven Wirkung über die Jahre nicht verloren. Verschiedenste Variationen durch unterschiedliche Tempi, Bewegungsamplituden oder veränderte Hebel sorgen außerdem dafür, dass das Training nicht zu monoton ist und der eigenen Leistungsfähigkeit oder Tagesform individuell angepasst werden kann.

Wichtig zu wissen

Geachtet werden muss jedoch auf die richtige Haltung und die korrekte Ausführung. Wer sich indes gründlich informiert und bestenfalls eine Einweisung durch einen Trainer bekommen hat, der kann mit wenigen Mitteln ein effektives Krafttraining an jedem Ort absolvieren. Die Übungen sollten so lange ausgeführt und gehalten werden, bis die Muskeln brennen!