"Stabi" Wolfgang Ritte feiert mit einer Rekordjagd sein Wiegenfest

(Moers/Krefeld, 07. Januar 2018)  Wie, wo mit wem feiert ein absoluter Weltklasse-Leichtathlet bei den Senioren die Vollendung seines 65. Lebensjahres, das klassischerweise ehedem der Türöffner für den Eintritt in den seligen (Un-)Ruhestand war. Natürlich jahreszeitgemäß bei einem Hallensportfest im Arena Sportpark in Düsseldorf zusammen mit seinen diese Leidenschaft teilenden unmittelbaren Familienmitgliedern um Ehefrau Ute, Sohn Thomas, Tochter Christina und Schwiegersohn Timo sowie vielen bekannten und unbekannten Gleichgesinnten. Gut, nicht alle machen das an ihrem Wiegenfest so. Aber der für den SC Bayer 05 Uerdingen startende Wolfgang Ritte (*07.Januar 1953) aus Moers, der justament heute Fünfundsechzig wird und damit auch international der M65 angehört.
Grund genug für den Stabhochsprung-Spezialisten der Güteklasse A diesen wie für ihn handgemalten  Anlass der Hallenmeisterschaften der Nordrhein-Region Mitte seinem Lieblingshobby nachzugehen – der Rekordjagd. Allein 41 Weltrekorde hat er in den verschiedenen Altersklassen aufgestellt, wovon er insgesamt mit Freiluft drei aktuell hält (siehe WMA-Listen). Und als Nachweis seiner außerordentlichen Vielseitigkeit auch noch en passant mit 8.123 Punkten den im Zehnkampf der M60.
Aber betreiben wir keine Vergangenheitsbewältigung. Nicht zuletzt auf dieser Ätherwelle und an dieser Stelle ist über den Mann mit dem verpflichtenden Initialen WR (= World Record) schon viel geschrieben worden. Die sportlichen Eckdaten sind nachzulesen auf Wikipedia. Dort habe ich ihm aus alter Verbundenheit des jahrzehntelangen Sport-/Klubkameraden und Bruder im Geiste (wiewohl er diplomatischer zu sein pflegt) zum Sechzigsten eine Personenprofil eingerichtet, das seither stetig von ihm selber aktualisiert wird. Beschäftigen wir uns also in Fragmenten mit der jüngeren Zukunft.

Nahziel als erster Mensch der Ü65 über 4 Meter

Das Ziel von Wolfgang ist es als erster Mensch der Ü65 die Latte bei 4 Meter zu überqueren, was er im Vorjahr noch geschafft hat. Daran haben sich bislang alle vor ihm vergeblich abgearbeitet, höchstwahrscheinlich sind sie nicht einmal in den Genuss gekommen, diese Höhe im Wettkampf auflegen zu lassen. Denn die Weltbestmarke steht bei 3,86m, gehalten seit fünf Jahren von John Altendorf aus den USA. Das könnte zumindest  heute selbst für den Überflieger des Guten zu viel sein, da er in der Konkurrenz der Männer-Klasse logischerweise nicht der Alleinunterhalter ist und den Wettbewerb, sprich: die Höhen, nach seinem Gusto gestalten kann. Aber die nationale Bestleistung von 3,40m, wo er beginnen wird, und der Europarekord (3,53m) werden fallen. Das bedarf keiner prophetischen Gabe. Sein Traum wäre es, im Verlaufe des Aufstieges in höhere Sphären im Durchgangsverfahren fünf deutsche Rekorde, vier Europarekorde und einen Weltrekord aufzustellen.
Wenn nicht jetzt, wann dann? Jünger Fünfundsechzig wird er nie wieder sein.