Modernes Raubrittertum: DLV erhöht drastisch die Startgebühren

(Darmstadt/Krefeld, 30. November 2017)  Gut zu wissen, dass die Sitzung vom Verbandsrat des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) Mitte November in Darmstadt doch nicht völlig umsonst gewesen ist. Das Wort „umsonst“ dürfen die Betroffenen getrost für buchstäblich bare Münze nehmen. Denn die Startgebühren für Kreis-, Bezirks-, Landes-, und Deutsche Meisterschaften werden ab 1.Januar 2018 um 25 und ab 01.Januar 2020 um weitere 25 Prozent erhöht. Selbst die Meldegebühr für die Team-DM der Männer und Frauen (dieser Wettbewerb wurde von „Querdenker“ Frank O.Hamm  zu Tode reformiert und vom Verbandsrat 2016 abgeschafft) ist von 300 auf 400 Euro herauf gesetzt worden. Prozentual gesehen ist das indes immer noch weniger als die Erhöhung bei dieser  (noch) existierenden Konkurrenz der  Senioren von 100 auf 150 Euro oder 50 vom Hundert.

Verband sägt an dem Ast, auf dem er selber sitzt

Bei Hallenwettkämpfen können auf Antrag der Landesverbände nochmal 2 Euro mehr pro Start erhoben werden. Das wären zum Beispiel ab 1.Januar 2020 statt 19 dann 21 Euro für eine Disziplin an Startgebühren bei Deutschen Meisterschaften. All‘ das ohne ein Mehr an Leistungen. Das nennt sich folglich modernes Raubrittertum. Es ist zudem kontraproduktiv, da der Verband an dem Ast sägt, auf dem er selber sitzt.
Bemerkenswert erschreckend ist auch die Erhöhung der Startgebühren in allen Jugendklassen um rund 67 Prozent ab 2020. Gerade im Nachwuchsbereich haben die Klubs aufgrund der hohen Anzahl der Athleten auch die meisten Startgebühren zu verausgaben. Das kann manche die Existenz kosten, zumindest jedoch die Einstellung der sportlichen Wettkampftätigkeit auf höchster Ebene bedeuten. Insbesondere die Vielstarter unter den Senioren, die häufig selber zur Kasse gebeten werden, dürften sich in Zukunft sehr genau überlegen, ob sie sich das noch leisten können oder wollen.
Bei halbwegs gesundem Menschenverstand schwerlich nachvollziehbar, dass das im Sinne des Erfinders sein soll.